Toro-Rosso-Teamchef über Honda: "Vertrauensbasis absolut da"

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Toro-Rosso-Teamchef über Honda:
Ruben Zimmermann
Autor: Ruben Zimmermann
20.06.2018, 13:53

Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost glaubt, dass Red Bull von der Zusammenarbeit mit Honda profitieren wird - Er selbst könne "nur das Beste" über die Japaner sagen

Brendon Hartley, Toro Rosso, with Pierre Gasly, Toro Rosso
Scuderia Toro Rosso mechanics await a pit stop
A Toro Rosso Honda engineer on the grid
Pierre Gasly, Toro Rosso STR13
Pierre Gasly, Toro Rosso, on the drivers' parade
Pierre Gasly, Toro Rosso STR13
Brendon Hartley, Scuderia Toro Rosso STR13
Pierre Gasly, Toro Rosso.

Wie wird sich Red Bull in der Formel-1-Saison 2019 mit Honda-Motoren schlagen? Einen ersten Aufschluss darüber könnte bereits in diesem Jahr die Performance von Toro Rosso geben. Das B-Team der Bullen fährt seit diesem Jahr mit Aggregaten der Japaner - und ist mit den Fortschritten aktuell auch ziemlich zufrieden. Teamchef Franz Tost erklärt, dass die Zusammenarbeit bisher "sehr gut" funktioniert.

"Für den Kanada-Grand-Prix hatten sie uns ein Upgrade mit 30 PS mehr versprochen - und wir haben 30 PS mehr bekommen", verrät er im Gespräch mit 'motorprofis.at' und erklärt: "Die Vertrauensbasis ist absolut da, und wir erleben, dass Honda mit sehr viel Engagement und mit sehr großer Leidenschaft dabei ist und zeigen will, dass sie in der Formel 1 sehr gute Arbeit verrichten können."

"Bei uns war es so, dass wir uns von Tag eins an auf Honda eingestellt haben", erklärt Tost, dessen Team in diesem Jahr quasi als Testballon für Red-Bull-Honda 2019 fungiert. "Zum einen waren wir in intensivem Kontakt sowohl mit Honda in Japan als auch mit deren Fabrik in Milton Keynes. Da waren viele Besuche und Gegenbesuche und intensive Gespräche", berichtet Tost.

"Zum anderen haben wir Experten geholt, die uns im richtigen Umgang mit Kollegen aus Japan geschult haben: Was ist ihnen wichtig? Worauf legen sie Wert? Was meinen Sie, wenn sie bestimmte Dinge sagen? Was muss man über ihre Kultur wissen? Damit haben wir uns intensiv auseinandergesetzt. Und mit ihnen auch immer sehr offen gesprochen", so der Toro-Rosso-Teamchef.

Die Arbeit mit den Japanern läuft - zumindest von außen betrachtet - deutlich harmonischer ab als zwischen McLaren und Honda in den vergangenen Jahren. "Ich kann nicht beurteilen, was dort schiefgelaufen ist", zuckt Tost die Schultern und erklärt: "Es ist nicht meine Aufgabe, über andere zu urteilen. Grundsätzlich war ich schon 2013 bei Honda in Japan, und ich habe sie gewarnt, dass die Pläne zu ambitioniert sein dürften."

Tost erklärt, Honda hätte sich damals vor der Rückkehr "ein Jahr mehr Zeit" lassen sollen. Stattdessen erlebte man beim Comeback von McLaren-Honda in der Saison 2015 mit dem vorletzten WM-Platz ein Debakel. "Es ist extrem schwer, in der Formel 1 einen Rückstand aufzuholen. Wenn du einmal hinten bist, macht das Entwicklungstempo der anderen es fast unmöglich, näher zu kommen, so viel du auch investierst", erklärt Tost.

"Und wenn du später mit deinem Antrieb in die Hybrid-V6-Ära einsteigst, bist du eben hinten", so der Österreicher. Musste Honda für McLaren in den vergangenen Jahren also zu Unrecht als Sündenbock herhalten? Tost könne über die Zusammenarbeit mit den Japanern jedenfalls "nur das Beste" sagen. "Kanada war der letzte Beweis, dass sie halten, was sie versprechen", erklärt er. Davon will 2019 dann auch Red Bull profitieren.

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