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Toto Wolff: Hamilton und Bottas "wie Yin und Yang"

Toto Wolff freut sich über die Harmonie zwischen Lewis Hamilton und Valtteri Bottas, die im Gegensatz zum Duell mit Nico Rosberg steht: "Wie Alice im Wunderland"

Lewis Hamilton, Mercedes AMG F1, celebrates his win with his team mate Valtteri Bottas, Mercedes AMG F1

Toto Wolff stand ziemlich unter Stress, als Lewis Hamilton noch Nico Rosberg als Teamkollegen hatte. Was als Freundschaft aus Kindertagen begann, eskalierte später zum "Krieg der Sterne", und nicht nur einmal musste der Motorsportchef mahnend eingreifen, wenn sich seine beiden Schützlinge wieder einmal zu nahe gekommen waren. Er ist froh, dass diese Zeiten vorbei sind und er es jetzt mit Valtteri Bottas deutlich leichter hat.

"Im Vergleich zu früher ist das jetzt Alice im Wunderland", sagt Wolff gegenüber 'Sky Sports F1' und beschreibt Hamilton und Bottas als "Yin und Yang". "Es gibt keine Probleme bei den Debriefings, es gibt keine Politik - alles spielt sich auf der Strecke ab", freut sich der Österreicher, will das aber keineswegs als Spitze gegen Nico Rosberg verstanden wissen. "Ich meine das nicht negativ, denn jeder Fahrer hat seine eigene Art, erfolgreich zu sein", so Wolff. 

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Und obwohl es nun so einfach zu sein scheint, musste der Motorsportchef in dieser Saison trotzdem einige schwierige Situationen überstehen. Allen voran ist da Sotschi zu nennen, als Bottas seine Chance auf den Rennsieg zugunsten der WM-Ambitionen seines Teamkollegen aufgeben musste. Esteban Ocon hatte Wolff jüngst sogar Psychologen-Qualitäten unterstellt, weil er sich so gut um ihn kümmert. Ähnliche Qualitäten könnten auch bei Bottas gefragt sein, der noch keinen Saisonsieg hat.

"Ich habe den Eindruck, dass ich in den vergangenen Jahren mehr als alles andere ein Psychologe geworden bin, denn es geht darum, wie man das Maximum aus seinen Leuten herausholt", nickt Wolff. "Mir gefällt diese Aufgabe. Valtteri befindet sich in einer sehr schwierigen Lage, denn man will rennfahren, will im Auto sitzen, und es sieht so aus, als würde er nicht rennfahren. Insofern habe ich mich um seine positive Herangehensweise bemüht."

Die Handschellen der Stallorder habe man nun "ins Wasser geschmissen". Bottas könnte sich nun seinen Sieg holen, den er in Sotschi abgeben musste. Schenken wird ihm Hamilton aber keinen, wie Wolff betont: "Lewis fährt, um so viele Rennen und Weltmeisterschaften wie möglich zu gewinnen. Kein Fahrer schenkt gerne einen Sieg her. Valtteri muss sich diesen Sieg selber holen - und so sollte es auch ablaufen."

Den Knackpunkt sieht der Österreicher dabei im Rennen in Baku, als Bottas in Führung liegend kurz vor Rennende einen Reifenschaden erlitt - dann wäre die Saison womöglich anders verlaufen, wenn der Finne dort gewonnen hätte: "Ja, dann hätte Valtteri bei diesem einen Rennen um 25 Punkte mehr geholt, und wir hätten wohl schon die Konstrukteurs-WM in der Tasche", sagt Wolff. "Er hätte die Chance gehabt, auf den Titel loszugehen. Und dann wäre es natürlich sehr schwierig gewesen, zu sagen: Du musst jetzt für den anderen Fahrer fahren. Das läuft so nicht." 

 

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