Toto Wolff knüpft an Schumacher-Ära an: "Schien für immer unerreichbar"

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Toto Wolff knüpft an Schumacher-Ära an:
Autor: Dominik Sharaf
15.11.2018, 08:30

Fünf Konstrukteurs-Titel in Serie mit Mercedes geholt und mit Ferrari gleichgezogen zu haben, macht Toto Wolff sprachlos – Jean Todt war einer der ersten Gratulanten

Für Mercedes-Sportchef Toto Wolff war der fünfte Gewinn der Konstrukteurs-WM in Serie ein besonders emotionaler Moment – sogar verglichen mit übrigen Formel-1-Erfolgen. "Ferraris Rekord, der für immer unerreichbar schien, einzustellen, ist etwas, wofür ich extrem dankbar bin", sagt er.

Die Erinnerungen an die von Jean Todt, Michael Schumacher und Ross Brawn geprägte Ära von 2000 bis 2004 wären ihm noch präsent, meint Wolff, der damals noch nicht in der Königsklasse tätig war. "Ich habe aufgeschaut und es bewundert", meint er über die damaligen Ferrari-Leistungen.

Der heutige FIA-Präsident Todt war nach der Entscheidung in Brasilien am Sonntag einer der ersten Gratulanten. Kurz nach der Zieldurchfahrt rief er Wolff auf seinem Handy an, der aber kaum etwas verstand, weil im Hintergrund laut Musik dröhnte. "Er sagte: 'Ich hätte nicht damit gerechnet, dass du abnimmst! Es ist eine Ehre, dich im Klub der Fünfmaligen willkommen zu heißen'", rekapituliert Wolff und muss erstmal schlucken: "Für mich ist das unglaublich. Unglaublich. Ich bin sprachlos."

Die Überwältigung kommt auch daher, dass Mercedes seit dem Anbruch der Hybridära in der Formel 1 nicht so hart um eine Krone kämpfen musste. Nie zuvor war Ferrari so stark. "Es war für uns die schwierigste WM bisher", ist sich Wolff sicher, "und deswegen ist die Erleichterung auch die größte, die ich je verspürt habe." Er ruft den Journalisten zu: "Jedes Mal, wenn ihr gesagt habt, dass es jetzt nur noch nach Hause gefahren werden müsste, war das nächste Rennen sehr schwierig."

Obwohl Wolff schon bei seinem Anritt als Mercedes-Sportchef wusste, dass sich – auch dank der Vorarbeit durch Ross Brawn – aus dem Formel-1-Werksteam eine siegfähige Mannschaft machen lässt, kam die Ära der Dominanz für ihn überraschend. "Das hätten wir uns vor sechs Jahren nie träumen lassen", bemerkt er ungläubig. "Es wäre mir nicht in den wildesten Träumen eingefallen."

Obwohl Lewis Hamilton nach seinem fünften Titelgewinn in Mexiko mehr Zeit hatte, seinen Erfolg zu verdauen, hat auch er noch nicht reflektiert, dass er nun auf einer Stufe mit Juan Manuel Fangio steht. "Mein Leben ist genauso weitergegangen wie vorher", meint er und hofft, die Dinge nach Saisonende Revue passieren zu lassen. "Es passiert an Weihnachten, wenn ich auf die Berge schaue. Hoffentlich mit meinem Neffen, meiner Nichte und meinen schnarchenden Hunden", so Hamilton.

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