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Überholrekorde in der Formel 1

In welchen Formel-1-Rennen am meisten überholt wurde und in welchen Grands Prix überhaupt nicht: Eine Übersicht zu den wichtigsten Überholrekorden der Formel 1

Ob überholt wird oder nicht, das ist für viele Formel-1-Fans ein entscheidender Faktor dabei, ob ein Rennen als "spannend" empfunden wird. Doch nicht jeder Grand Prix bietet diese Art von Spannung: Manche Rennen in der Formel-1-Historie gingen sogar komplett ohne Überholmanöver zu Ende. Dem gegenüber stehen Grands Prix, in denen scheinbar pausenlos überholt wurde - wo aber liegen die Rekorde?

In diesem Artikel nennen wir die wichtigsten Überholstatistiken der Formel 1 und klären zum Beispiel die Frage, in welchen Rennen am meisten Positionswechsel verzeichnet wurden, im Trockenen wie im Nassen.

Was ist ein Überholmanöver?

Bevor wir uns aber den Antworten widmen, müssen wir erst einmal eine Begriffsklärung vornehmen. Also: Was genau ist ein Überholmanöver?

Diese Frage mag überraschen. Denn eigentlich sollte man annehmen: Ein Überholmanöver findet statt, wenn ein Auto ein anderes überholt. Das ist aber nicht die Definition, die für diese besondere Formel-1-Statistik herangezogen wird.

Es gelten nämlich ein paar Einschränkungen: Das Überholmanöver muss in einer fliegenden Runde erfolgen. Das bedeutet: Positionswechsel in der ersten Rennrunde fallen hier nicht ins Gewicht. Außerdem muss eine gewonnene Position in der gleichen Runde bis zum Überqueren der Ziellinie gehalten werden. Wird ein Fahrer also direkt zurücküberholt in der gleichen Runde, steht bei der "Überholwertung" eine Null.

Darüber hinaus wird ein Überholmanöver nur im direkten Zweikampf gewertet. Wer also ein Fahrzeug überrundet oder sich beim Führenden im Rennen zurückrundet, der vollzieht damit kein Überholmanöver für die Formel-1-Statistik.

Und: Ein Überholmanöver muss auf der Strecke passieren. Positionswechsel, die sich durch Boxenstopps ergeben, zählen also auch nicht.

Warum all diese Einschränkungen? Nun, sie dienen der Vergleichbarkeit über viele Jahrzehnte Formel-1-Geschichte hinweg. Denn früher wurden einzig Rundentabellen geführt, mit Vermerken für jedes Mal, bei dem ein Fahrzeug über die Ziellinie kam. Ändert sich in einer solchen Tabelle also die Reihenfolge der Autos, liegt ein Überholmanöver vor. Das ist die Theorie hinter diesem besonderen Statistik-"Reglement".

Und damit hinein in die harten Fakten.

Die meisten Überholmanöver in einem trockenen Formel-1-Rennen: 161

Der China-Grand-Prix 2016 gilt als das Formel-1-Rennen mit den meisten Überholmanövern auf trockener Strecke. Insgesamt 161-mal wurde in diesem Grand Prix überholt. Das lag auch daran, dass einige schnelle Autos weiter hinten standen als üblich: Lewis Hamilton hatte sich eine Startplatz-Strafe eingefangen; die Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel waren in der Anfangsphase miteinander kollidiert; Daniel Ricciardo ereilte in Führung liegend ein Reifenschaden.

Ebenfalls zur erstaunlichen Überholbilanz beigetragen hat der Umstand, dass in diesem Rennen alle 22 gestarteten Fahrzeuge gewertet wurden. Es gab keine Ausfälle.

Und damit löste der China-Grand-Prix 2016 mit 161 Überholvorgängen den vorherigen Rekordhalter ab, doch der Abstand ist groß: Der Türkei-Grand-Prix 2011 mit 79 Überholmanövern auf trockener Strecke liegt an zweiter Stelle dieser besonderen Rangliste. Es war damals das erst vierte Rennen nach der Einführung des Drag-Reduction-Systems (DRS), das Ranfahren und Überholen erleichtern soll.

Die meisten Überholmanöver in einem verregneten Formel-1-Rennen: 147

Laut Formel-1-Reifenlieferant Pirelli ist der Brasilien-Grand-Prix 2012 das Rennen, bei dem auf nasser Strecke die meisten Überholvorgänge verzeichnet wurden, nämlich 147.

Was dieses Formel-1-Rennen so interessant gemacht hat: Es war das Saisonfinale, in dem zugleich die Entscheidung in der Fahrerwertung fallen musste. Und WM-Spitzenreiter Sebastian Vettel im Red Bull wurde gleich in der ersten Runde gedreht! Er kämpfte sich anschließend zurück nach vorne, belegte P6 und verwies Ferrari-Fahrer Fernando Alonso auf den zweiten Platz in der WM - um gerade mal drei Punkte.

Chaos in der Startphase: Sebastian Vettel wird umgedreht beim F1-Finale 2012 in Brasilien

Chaos in der Startphase: Sebastian Vettel wird umgedreht beim F1-Finale 2012 in Brasilien

Foto: Motorsport Images

Ein anderer Formel-1-Fahrer aus Deutschland hat den Brasilien-Grand-Prix 2012 vielleicht nicht nur in guter Erinnerung: Nico Hülkenberg erzielte für Force India zwar seine ersten Führungsrunden, doch er verlor P1 nach einem Dreher an McLaren-Fahrer Lewis Hamilton. Später kollidierten Hülkenberg und Hamilton sogar in Kurve 1, womit beide raus waren aus der Entscheidung um den Sieg.

Weil Hülkenbergs Teamkollege Paul di Resta drei Runden vor Schluss per Unfall ausschied, endete das Rennen hinter dem Safety-Car.

Die meisten Überholmanöver um P1 in einem Formel-1-Rennen: 41

Am häufigsten hat die Führung in einem Formel-1-Rennen beim Italien-Grand-Prix 1965 in Monza gewechselt. Nicht weniger als 41-mal gab es in diesem WM-Lauf ein Überholmanöver an der Spitze, und das in 76 Runden.

Mit Jackie Stewart, Graham Hill, Jim Clark und John Surtees balgten sich vier britische Rennfahrer für BRM, Lotus und Ferrari um den ersten Platz im Rennen, begünstigt durch den Windschatten-Effekt auf den langen Geraden. Das bessere Ende hatte Stewart: Er gewann schließlich drei Sekunden vor BRM-Teamkollege Hill. Clark und Surtees schieden mit technischen Problemen aus.

Die wenigsten Überholmanöver in einem Formel-1-Rennen: 0

Seit der Einrichtung der Automobil-Weltmeisterschaft nach Formel-1-Regeln in der Saison 1950 gab es nur vier Rennen, in denen gar nicht überholt wurde. Drei davon ereigneten sich allesamt in einem Zeitraum von nur sechs Jahren zwischen dem Monaco-Grand-Prix 2003 und dem Europa-Grand-Prix 2009 in Valencia.

Dazwischen liegt noch der berühmte USA-Grand-Prix 2005 in Indianapolis, bei dem nach Reifenproblemen von Michelin nur sechs Fahrzeuge auf Bridgestone-Reifen überhaupt an den Start gingen. Die Michelin-Teams verzichteten aus Sicherheitsgründen auf die Teilnahme am Rennen und bogen schon nach der Einführungsrunde ab an die Boxen. Die verbleibenden sechs Fahrer überholten sich im Rennen nicht.

2021 beim Belgien-Grand-Prix in Spa wurden ebenfalls keine Überholvorgänge festgestellt. Das ist aber nicht weiter überraschend: In sämtlichen Rennrunden fuhr das Safety-Car vorneweg, womit Überholen nicht erlaubt war.

Die meisten Überholmanöver eines Fahrers in einer Formel-1-Saison: 78

2016 war ein entscheidendes Jahr für Max Verstappen in der Formel 1: Er wurde schon nach wenigen Rennen von Toro Rosso zu Red Bull transferiert und gewann prompt sein erstes Rennen für das neue Team. Und: Der damals 18-Jährige erzielte laut der Formel-1-Datenbank Forix 78 Überholmanöver in diesem Jahr, im Schnitt fast vier pro Rennen - 18 für Toro Rosso und 60 für Red Bull.

Max Verstappen

Max Verstappen hält aktuell den Rekord für die meisten Überholmanöver pro Saison

Foto: Motorsport Images

Davor hatte die Bestleistung bei 60 Überholmanövern pro Saison gelegen, erreicht von Niki Lauda (1984), Michael Schumacher (2003) und Sebastian Vettel (2012).

Und: 2021 gewann Sebastian Vettel mit 132 Überholvorgängen den sogenannten Überhol-Award der Formel 1. Er setzte sich in dieser speziellen Gesamtwertung gegen Fernando Alonso (128) und Kimi Räikkönen (127) durch. Aber: Dem Award liegt eine andere Zählweise zugrunde als den normalen Überholstatistiken, wie sie in diesem Beitrag aufgeführt sind.

Die meisten Überholmanöver in einer Formel-1-Saison: 870

Der Rekord für die meisten Überholmanöver in einer Formel-1-Saison gebührt dem Jahr 2012. Über 20 Grands Prix hinweg wurden im gesamten Feld 870 Überholvorgänge registriert. Das bedeutet im Schnitt: rund 44 erfolgreiche Positionswechsel pro Rennen. Und dieser Wert liegt knapp über dem Durchschnitt von 2011 (43 pro Rennen), als das Drag-Reduction-System (DRS) erstmals verwendet wurde.

Interessant: Als 1994 das Nachtanken im Rennen wieder erlaubt war, sank die Überholrate pro Grand Prix von rund 25 (1993) auf 18 (1994). Und als das Nachtanken zur Saison 2010 wieder verboten wurde, stieg die Überholrate von 13 (2009) auf 24 (2010) sofort wieder an.

Auch in diesem Fall kommt der Überhol-Award der Formel 1 auf höhere Zahlen: 2021 erzielten alleine die Top 8 in dieser Wertung zusammen bereits 958 Überholmanöver, also deutlich mehr als im Rekordjahr 2012. Aber wie gesagt: Die Zählweise für den Award unterscheidet sich von den normalen Überholstatistiken.

Sind Überholmanöver entscheidend für die Spannung in einem Formel-1-Rennen?

"Spannung" definiert natürlich jeder anders. Es gibt aber Formel-1-Rennen, die leben nicht von Positionswechseln auf der Strecke. 2018 in Monaco etwa fuhr Daniel Ricciardo zum Sieg, obwohl sich im Rennen ein Leistungsverlust eingestellt hatte. Nur ein Jahr danach kam Lewis Hamilton als Sieger ins Ziel, nachdem er sich zuvor über völlig verschlissene Reifen beschwert hatte.

Manchmal erzeugt alleine der Positionskampf ausreichend Spannung, ohne dass es zu einem Überholmanöver kommt. Als Paradebeispiel dafür wird oft der San-Marino-Grand-Prix 2005 in Imola herangezogen, als sich Fernando Alonso und Michael Schumacher über Runden belagerten, die Reihenfolge aber unverändert blieb.

Um Rennen ganz ohne Überholmanöver zu verhindern und zumindest ein Mindestmaß an Positionswechseln zu ermöglichen, führte die Formel 1 zur Saison 2011 das sogenannte Drag-Reduction-System (DRS) ein. Wenn ein nachfolgender Fahrer bis auf eine Sekunde am Vordermann dran ist, kann er seinen Heckflügel (teilweise) flachstellen und erhält so einen Topspeed-Überschuss, den er zur Attacke nutzen kann.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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