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"Überraschende" Ohrfeige in Spielberg: Zieht Ferrari jetzt Updates vor?

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"Überraschende" Ohrfeige in Spielberg: Zieht Ferrari jetzt Updates vor?
Autor:
Co-Autor: Christian Nimmervoll
07.07.2020, 12:59

Obwohl Charles Leclerc in Spielberg Zweiter wurde, war das Wochenende für Ferrari insgesamt eine Katastrophe - Zieht die Scuderia nun die Ungarn-Updates vor?

"Wir können mit diesem Podium sehr zufrieden sein, aber nicht mit unserer Performance", stellt Ferrari-Teamchef Mattia Binotto nach dem Saisonauftakt der Formel 1 in Spielberg klar. Charles Leclerc beendete das Rennen auf Platz zwei hinter Valtteri Bottas. Das zweitschnellste Auto hatte die Scuderia am ersten Rennwochenende 2020 aber keinesfalls.

Im Rennen am Sonntag wurde das durch die chaotischen Umstände etwas verschleiert, im Qualifying am Samstag waren die Ferrari-Probleme dafür umso deutlicher. Leclerc hatte sich nur auf Startplatz sieben qualifiziert, für Sebastian Vettel war sogar bereits in Q2 Feierabend. "Uns fehlt aktuell ehrlich gesagt insgesamt Performance", urteilt der Monegasse.

"Wir müssen einfach insgesamt mehr Speed finden. Wir müssen hart arbeiten. Die Balance fühlt sich eigentlich ziemlich gut an - vielleicht sogar besser als im vergangenen Jahr im Qualifying. Aber wir sind momentan einfach zu langsam", weiß Leclerc, der zudem klarstellt, dass die Performance im Rennen - trotz Platz zwei - auch nicht besser als am Samstag gewesen sei.

Vettel: Gute Balance plötzlich weg

Es sei ein "sehr, sehr schwieriges Rennen" gewesen, und er habe "sehr aggressiv" sein müssen, um andere Autos überholen zu können. Noch deutlicher wurden die Probleme bei Teamkollege Vettel, der nur Zehnter wurde und sogar einen Dreher hinlegte, für den er teils heftig kritisiert wurde. Der Deutsche selbst erklärt, einfach kein Vertrauen ins Auto gefunden zu haben.

"Bei den Tests [in Barcelona] war ich ziemlich zufrieden", verrät er im Hinblick auf den SF1000 und erklärt, dass das Auto "etwas besser in den Kurven" als sein Vorgänger sei. Und auch die Balance sei gut gewesen - zumindest bis zum Qualifying. "Ich war direkt im Rhythmus drin am Freitag und am Samstagmorgen", berichtet er bei 'Servus TV'.

"Im Qualifying ist alles so ein bisschen in die andere Richtung gelaufen. Am Sonntag war ich guten Mutes, dass es ein besseres Rennen wird, aber die Tendenz vom Samstag hat sich auch am Sonntag fortgesetzt, sodass ich das ganze Rennen schwer zu kämpfen hatte", so Vettel, der am Ende Glück hatte, überhaupt noch einen Zähler mitzunehmen.

"Stehen nicht dort, wo wir es erwartet hatten"

"Wir haben [am Samstag] sehr deutlich gesehen, dass wir nicht dort stehen, wo wir es erwartet hatten", räumt Binotto bei 'Sky' ein und ergänzt: "Wir wussten, dass es schwierig werden würde und wir noch nicht so konkurrenzfähig sind, aber die Qualifikation war wirklich schlecht. Und wenn man so ein schlechtes Qualifying hat, rechnet man im Rennen nicht mit einem Podium."

Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass Ferrari große Schwierigkeiten hat. Im Qualifying landeten neben den Mercedes- und Red-Bull-Boliden auch beide McLaren, beide Racing Point und ein Renault vor Vettel. "Wenn wir uns die Runde im Vergleich zum Pole-Setter anschauen, fehlt uns eine Sekunde und wir verlieren auf den Geraden sieben bis acht Zehntel", gesteht Binotto.

"Bei schwierigen Gripverhältnissen ist der Rückstand geringer, aber dort, wo es auf die pure Leistung ankommt, haben wir Probleme. Das gilt es zu untersuchen. Aber der Unterschied überrascht uns schon etwas", so der Teamchef, der ebenfalls einräumt: "Im Vergleich zum Vorjahr ist die Performance unseres Motors nicht so gut, wie es war. Das ist offensichtlich."

Erste Updates jetzt schon zu Spielberg 2?

"Aber ich denke nicht, dass der Unterschied allein auf den Motor zurückzuführen ist", stellt Binotto auch klar. Ursprünglich war geplant, beim dritten Saisonrennen in Ungarn die ersten Updates für den SF1000 zu bringen. "Aber die Updates haben keine direkten Auswirkungen auf den Speed auf der Geraden. In dieser Hinsicht erwarten wir nicht allzu bald Fortschritte", erklärt Binotto.

Trotzdem wird man nach der Spielberg-Pleite versuchen, die entsprechenden Teile vielleicht schon für das kommende Wochenende ans Auto zu bekommen. "Das Team probiert alles", verrät Vettel und erklärt: "Wenn wir Glück haben, kriegen wir vielleicht einen Teil davon. Ist aber noch nicht bestätigt. Vielleicht dann auch erst während des Wochenendes."

Unklar ist ohnehin, wie groß die Wirkung dieser neuen Teile wäre, falls sie tatsächlich bereits am kommenden Wochenende fertig wären. Immerhin kann Binotto dem Saisonauftakt aber auch einige positive Dinge abgewinnen. "Ich bin mit der Art und Weise, wie das Team an diesem Wochenende gearbeitet hat, sehr zufrieden", lobt der Teamchef.

Binotto betont: Ferrari steht zusammen

"Wenn man sich in einer so schlechten Situation befindet, ist das auch schwierig für das Team", erklärt er und ergänzt: "Hier an der Rennstrecke und in Maranello haben alle zusammengehalten. Ich denke, das ist eine unserer Stärken, auf die ich auch sehr stolz bin. Und ich bin mir sicher, dass wenn wir daran festhalten, wieder bessere Zeiten kommen werden."

"Bis nächste Woche werden wir die Daten analysieren und hoffentlich ein paar Updates haben. Es ist noch früh, aber wir arbeiten in Maranello hart daran", versichert auch er. Zudem zeigt er sich zufrieden mit der Zuverlässigkeit des SF1000. Ferrari brachte am Sonntag beide Autos ins Ziel, was neben der Scuderia nur Mercedes und McLaren schafften.

"Die Zuverlässigkeit ist natürlich wichtig", weiß Binotto, der erklärt, dass man sich in dieser Hinsicht, im Vergleich zum Vorjahr, gesteigert habe. Und weil er davon ausgehe, dass es am kommenden Wochenende noch heißer werde, sei die Zuverlässigkeit auch dann wieder ein "Schlüssel". Das alleine wird aber nicht reichen, damit Ferrari wieder ganz vorne angreifen kann.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Event Spielberg 1
Autor Ruben Zimmermann