Vettel verzeiht sich Hockenheim-Crash: Singapur war der Wendepunkt

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Vettel verzeiht sich Hockenheim-Crash: Singapur war der Wendepunkt
Autor: Dominik Sharaf
29.10.2018, 08:55

Sebastian Vettel geht im Rückblick auf die verlorene Fahrer-WM 2018 hart mit sich selbst ins Gericht – Der Grund ist aber nicht sein weggeworfener Heimsieg

Sebastian Vettel hat den Singapur-Grand-Prix als den Zeitpunkt der Formel-1-Saison 2018 identifiziert, an dem ihm sein fünfter Titel entglitt. Der Heppenheimer ist überzeugt, dass sein Ferrari in der Folge nicht mehr das Leistungsvermögen besessen hätte, um Lewis Hamilton Paroli zu bieten. "Fortan war das Auto nicht mehr schnell genug, um mit Mercedes mitzuhalten", sagt Vettel, "und andere Vorfälle kamen noch hinzu. Fehler, die wir begangen haben. Fehler, die ich begangen habe."

Die Rede ist von seinen selbstverschuldeten Kollisionen in Monza (mit Hamilton) und Austin (mit Daniel Ricciardo) – nicht aber von seinem Abflug beim Deutschland-Grand-Prix einige Wochen zuvor, als er den Sieg in Führung liegend in das Kiesbett der Sachs-Kurve warf. "Ich habe mir in diesem Jahr gröbere Schnitzer geleistet, auch wenn es wohl der folgenschwerste war", meint Vettel. 

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"Wer Druck macht, macht man auch mal zu viel Druck. Dafür habe ich mir damals die falsche Kurve ausgesucht", blickt er mit wenig Reue auf Hockenheim. Wenn überhaupt trauert Vettel einer ausgelassenen Chance in Budapest eine Woche später nach, als Ferrari als haushoher Favorit anreiste, Hamilton aber den ersten Platz abstaubte. "Es wäre toll gewesen, mit einem Sieg in die Sommerpause zu gehen, zumal wir zu diesem Zeitpunkt nicht das schnellste Auto hatten", hadert Vettel.

Es ging ihm auch darum, Mercedes' mit einem Denkzettel in den Urlaub zu schicken, doch wie so vieles 2018 ging das Vorhaben in die Hose. Von der problematischsten Saison der Karriere will Vettel trotzdem nicht sprechen: "Es war anders als in früheren Jahren. Trotzdem sollten wir nicht vergessen, dass wir ein starkes Paket gehabt und Rennen gewonnen haben", lobt er Ferraris Fortschritte und zieht ein versöhnliches Fazit: "Auch wenn es ein schwieriges Jahr war, war es ein gutes."   

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Schließlich schaffte es die Scuderia in den USA und in Mexiko, das Ruder erneut herumzureißen und sich in Sachen Form an Mercedes vorbeizuarbeiten. "Wir sind immer noch dabei, uns zu verbessern", betont Vettel und schielt schon auf 2019: "Es gibt aber augenscheinliche Probleme, denen wir uns widmen und die wir in den Griff bekommen müssen. Sonst gelingt der finale Schritt nicht."

 

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