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Warum Bottas' Qualifying-Runde doch gezählt hat

Als Valtteri Bottas in Q3 über die Linie kam, wurden schon rote Flaggen gezeigt, aber seine Runde zählte am Ende trotzdem: Die Hintergründe zu dieser Situation

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Warum Bottas' Qualifying-Runde doch gezählt hat

Der Unfall von Kimi Räikkönen im dritten Qualifyingabschnitt änderte alles für Valtteri Bottas. Denn als der Mercedes-Fahrer nach seiner ersten fliegenden Runde in Q3 über die Ziellinie kam, wurden bereits rote Flaggen gezeigt. Deshalb wurde Bottas' Rundenzeit gar nicht erst gewertet. Doch kurz darauf schien der Wert 1:19.354 Minuten eben doch hinter seinem Namen auf P3 im Klassement auf - aber warum?

Das geht auf die Art und Weise zurück, wie eine Rotunterbrechung in der Formel 1 verarbeitet wird. Denn nach der Anweisung der Rennleitung an die Sportwarte, rote Flaggen zu zeigen, vergeht eine gewisse Zeit, bis eben diese Nachricht auch im offiziellen Nachrichtensystem der FIA erscheint. Eben diese Verzögerung machte im Fall Bottas den Unterschied zwischen P3 in der Startaufstellung mit Zeit und P9 ohne Zeit.

Doch der Reihe nach: Unmittelbar, bevor Bottas in Q3 die Ziellinie erreichte, wurden rote Flaggen gezeigt. Bottas selbst hat auf der Strecke die entsprechenden Signale gesehen, wie TV-Aufnahmen belegen. Zudem zeigte ihm sein Display auf dem Lenkrad eine Rotwarnung an, kurz nach der Zieldurchfahrt kam auch die Funkbestätigung der Unterbrechung sowie die Information, er sei der erste Fahrer ohne Zeit.

Deshalb wähnte sich Bottas bei seiner Fahrt zurück in die Box auch als "ziemlich unglücklich", weil er glaubte, seine Runde habe nicht gezählt. Denn er selbst hatte Chancen auf die Pole-Position gewittert, wie er später sagte. "Aufgrund der gelben Flaggen für Kimi musste ich [in der Parabolica] ordentlich vom Gas gehen. Ich hatte den Eindruck, an dieser Stelle die Pole verloren zu haben", meint Bottas.

Die Pole-Position hat Bottas in der Tat nicht gekriegt, wohl aber eine Rundenzeit, die wenige Minuten nach Beginn der Rotphase plötzlich auf dem Zeitenmonitor zu sehen war. Denn entscheidend für die Unterbrechung der Einheit ist nicht der Moment, in dem rote Flaggen zu sehen sind, sondern der Zeitpunkt der Nachricht "Session suspended" im offiziellen Nachrichtenkanal. Und diese Botschaft erschien erst kurz nach der Zieldurchfahrt von Bottas.

Glück im Unglück für den Mercedes-Fahrer, der am Ende ein gemischtes Fazit zu seinem Qualifying zieht: "Es ist natürlich ärgerlich, wenn man bedenkt, was hätte möglich sein können. Andererseits hätte es auch viel schlimmer kommen können." Er startet am Sonntag hinter Ferrari-Mann Charles Leclerc und Lewis Hamilton in den Italien-Grand-Prix in Monza.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie Formel 1
Autor Stefan Ehlen