Warum Red Bull für einen alten Motor eine Strafe akzeptiert

geteilte inhalte
kommentare
Warum Red Bull für einen alten Motor eine Strafe akzeptiert
Autor: Norman Fischer
Co-Autor: Scott Mitchell
27.09.2018, 16:20

Max Verstappen erklärt, warum der Einsatz der C-Spec in Mexiko nicht ratsam wäre und man daher schon in Sotschi auf die B-Variante des Motors zurückwechselt

Red Bull wird in Sotschi ans Ende der Startaufstellung versetzt werden, weil man statt der neuen C-Spec freiwillig auf eine alte Motorenausbaustufe von Renault zurückrüsten möchte. Was im ersten Moment bizarr klingen mag, hat aus Sicht der Bullen eine logische Erklärung: Man hält die B-Spezifikation für geeigneter auf den kommenden Strecken.

"Unsere C-Spec kann in der Höhe von Mexiko und Brasilien nicht fahren", erklärt Max Verstappen die Hintergründe der freiwilligen Strafversetzung. Als man die C-Spec einbaute, wusste man, dass man irgendwann noch einmal auf die B-Variante zurückgehen müsse. "Und hier ist für mich der beste Ort dafür", sagt der Niederländer. "Außerdem haben wir so noch ein paar Extrateile mehr, sollte etwas kaputtgehen."

Weil man sich in Mexiko die letzte Siegchance der Saison ausrechnet, fällt ein Tausch der Antriebseinheit dort flach. Auch eine Strafe in Japan wäre für Red Bull nicht klug gewesen, weil man in Suzuka nur sehr schwer überholen kann, und eine Aufholjagd somit schwieriger wäre als hier in Sotschi, wo es einige lange Geraden gibt.

Doch warum hat man sich dann überhaupt erst für die C-Spec von Renault entschieden? Laut Verstappen würde die neue Variante etwas mehr Leistung im Qualifying bringen. Im Rennen sei die Leistung jedoch gleich oder sogar etwas schlechter als bei der B-Spec, weil die Rückgewinnung nicht so gut sein soll.

"Aber es geht immer nur um das Qualifying, von daher nimmt man immer eine weitere Zehntelsekunde oder eineinhalb, wenn der Motor es dir gibt", sagt Verstappen. "Daher haben wir uns für die C-Spec entschieden."

Doch nun müssen die Bullen damit leben, in Russland von ganz hinten zu starten. Trotzdem freut sich Daniel Ricciardo auf das Rennen, weil man von hinten mehr Spaß hat, als wenn man wie in Singapur auf Rang sechs startet und auf Rang sechs bleibt. Die Frage ist nur, wie weit die Bullen noch nach vorne kommen können. "Ich bin zuversichtlich, dass wir ein paar Autos überholen können", sagt der Australier.

Die Erfahrung hat gezeigt, dass die drei Topteams im Normalfall relativ schnell am Hinter- und Mittelfeld vorbeikommen und am Ende hinter der Topteamkonkurrenz landen. "Normal wieder auf fünf und sechs zurückzukommen, ist unser Ziel", meint Verstappen daher. "Von der Pace her sollten wir das schaffen. Es kommt nur darauf an, wie leicht man auf dieser Strecke überholen kann."

Das Qualifying kann sich der Rennstall dank der Strafe eigentlich schenken: "Wir werden vermutlich nur Q1 fahren", bestätigt Verstappen. Denn das muss man mit einer ausreichenden Zeit bestanden haben, um sich sicher für den Grand Prix zu qualifizieren.

Nächster Formel 1 Artikel
Bratches verteidigt schwere Geburt von F1 TV: "Halten unsere Versprechen"

Vorheriger Artikel

Bratches verteidigt schwere Geburt von F1 TV: "Halten unsere Versprechen"

Nächster Artikel

Vettel gesteht vor Sotschi-Pflichtsieg: "Nicht mehr ganz in unserer Hand"

Vettel gesteht vor Sotschi-Pflichtsieg: "Nicht mehr ganz in unserer Hand"
Kommentare laden