Was Sebastian Vettel Lewis Hamilton ins Ohr geflüstert hat

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Was Sebastian Vettel Lewis Hamilton ins Ohr geflüstert hat
Autor: Christian Nimmervoll
29.10.2018, 05:04

Lewis Hamilton verrät, was ihm Sebastian Vettel beim großen Gänsehaut-Moment der WM-Entscheidung in Mexiko ins Ohr geflüstert hat

Es war an einem emotional merkwürdigen Tag (Toto Wolff: "Die große Freude herrscht nicht") die wahrscheinlich schönste Szene, als der geschlagene Sebastian Vettel sein erstes TV-Interview mit David Coulthard unterbrach, um Lewis Hamilton zu gratulieren und zu umarmen. Die TV-Kameras verfolgten die Szene genau. Was die beiden einander flüsterten, blieb aber ein Geheimnis.

Zumindest bis zur großen Weltmeister-Pressekonferenz von Hamilton, in der der alte und neue Champion natürlich auf die Situation angesprochen wurde. "Ich habe ihm eigentlich gar nichts gesagt", versucht er sich zu erinnern. Vettel ihm aber umgekehrt schon, und zwar: "Gib jetzt ja nicht nach. Du musst nächstes Jahr wieder mit mir kämpfen!"   

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So sehr sich Hamilton und Vettel auf der Strecke auch bekämpfen mögen, so unterschiedlich sie als Menschen auch sind: Als Rennfahrer haben sie voreinander allergrößten Respekt. "Ich habe ihm nur gesagt, dass ich ihm dafür danke, dass er dieses Jahr so ein großer Gegner war", erzählt Hamilton. Aber: "Das ging alles so schnell. Ich erinnere mich nicht mehr an alles."

 

Letztendlich sei die berührende Szene ein Zeichen der Sportlichkeit und des Respekts gewesen, sagt er. "So war das zwischen uns das ganze Jahr. Es ist toll, wenn zwei mehrfache Weltmeister gegeneinander antreten", philosophiert Hamilton. "Es war ein hartes Jahr. Er hat so gut gekämpft, und er ist heute fantastisch gefahren. Ich weiß, dass er immer besser wird. Ich muss auf der Hut sein, wenn ich ihn auch in Zukunft schlagen will."

Auf Vergleiche zwischen sich und Vettel will sich Hamilton aber nicht einlassen - bei aller Redseligkeit nach einer der größten Sternstunden seiner Karriere. Aber: "Es ist nie gut, sich mit jemandem zu vergleichen, denn jeder ist auf seine Art einzigartig. Und wenn ich etwas sage, wird daraus gleich eine Schlagzeile, die man auch falsch verstehen und negativ auslegen kann."

"Er ist ein verdienter vierfacher Weltmeister", sagt er über Vettel. "Ferrari hat seit vielen Jahren keine WM gewonnen. Der Druck, unter dem er stand, muss immens gewesen sein. Das lastet auf den Schultern. Obwohl er dieses Jahr einige Rückschläge erleiden musste, hat er stets zurückgeschlagen. Wie heute. Das ist das, was einen großen Champion ausmacht."

 

Hamilton hat seinen ersten WM-Titel 2008 auf McLaren gegen Felipe Massa gewonnen. 2014 und 2015 war Nico Rosberg sein größter Gegner. Und jetzt zweimal hintereinander Vettel. "Ich habe das große Glück, schon gegen viele tolle Fahrer angetreten zu sein. Es sind nur minimale Prozentsätze, die uns alle voneinander trennen. Das ist das Schöne an diesem Sport", sagt er.

Vettel sprach seinerseits in Mexiko von einem "schlimmen Moment". Obwohl im Grunde genommen schon seit Wochen klar war, dass er 2018 nicht mehr Weltmeister wird, war die endgültige Niederlage doch ein Dolchstoß in sein Herz. "Ich habe das jetzt dreimal in meinem Leben erlebt. Das sind keine glücklichen Tage", seufzt Vettel.

Zumindest wird er von Ferrari nicht allein gelassen: "In Momenten wie diesem müssen wir nahe bei ihm sein. Wir lassen ihn nicht allein", verspricht Teamchef Maurizio Arrivabene. "Wir müssen jetzt stark sein und uns ganz hinter ihn stellen, nach vorne schauen und nicht aufgeben. Wir haben bewiesen, dass wir zusammenhalten, auch wenn die anderen etwas anderes behaupten. Und so werden wir weitermachen."

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