"Wie dumm kann man sein?" Lauda ätzt über Grid-Girl-Verbot

Für Niki Lauda ist die Abschaffung von Grid-Girls in der Formel 1 eine "Entscheidung gegen die Frauen" - Formel E reagiert spöttisch auf die Entscheidung

"Wie dumm kann man sein?" Lauda ätzt über Grid-Girl-Verbot
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Die Kritik an der Abschaffung der Grid-Girls in der Formel 1 reißt nicht ab. Niki Lauda sagte der österreichischen Tageszeitung "Der Standard", er halte diese Entscheidung für "völlig unverständlich" und hoffe auf "Möglichkeiten, dass der Beschluss noch rückgängig gemacht wird." Mit der Abschaffung der Grid-Girls hätten die Formel-1-Eigentürer Liberty Media mit einer Tradition gebrochen und auch den Frauen keinen Gefallen getan.

"Das ist eine Entscheidung gegen die Frauen", sagt Lauda. Für den Aufsichtsratsvorsitzenden des Formel-1-Teams Mercedes entsteht hier der Eindruck, Männer hätten über die Köpfe von Frauen hinweg entschieden. "Damit tut man der Formel 1 und vor allem auch den Frauen keinen Gefallen. Wie dumm kann man sein? Haben die einen Vogel?", echauffiert sich Lauda.

Formel-1-Marketingchef Sean Bratches hatte erklärt, die Führung der Rennserie "habe das Gefühl, dass dieser Brauch nicht zu den Werten unserer Marke passt." Grid-Girls stünden außerdem generell "im Widerspruch zu den Gesellschaftsnormen der heutigen Zeit." Bratches weiter: "Wir denken nicht, dass diese Praktik angemessen oder für die Formel 1 relevant ist."

Dem widerspricht Lauda jedoch: "Die Frauen emanzipieren sich, sie tun das sehr gut, und Vieles entwickelt sich in die richtige Richtung." Auch würden Grid-Girls seiner Meinung nach Frauen nicht davon abhalten, in Führungspositionen in der Formel 1 zu kommen. "Das eine schließt das andere ja nicht aus", meint Lauda. Vor allem fragt sich der Österreicher aber, wohin das alles führe. "Wenn man konsequent so weitermacht, gibt es in Amerika bald kein Cheerleading mehr."

Während Lauda die Entscheidung von Liberty Media offen und scharf kritisiert, reagiert die Formel E spöttisch auf den Beschluss der Konkurrenz-Rennserie. "Willkommen im 21. Jahrhundert, Formel 1", ließ ein Sprecher der Formel E verlautbaren. "Die Formel E setzt schon seit dem vergangenen Jahr keine Grid-Girls mehr ein, aber wir haben daraus keine große Sache gemacht", so der Formel-E-Sprecher weiter.

Beim Auftakt der Saison 2017/18 in Hongkong habe der örtliche Veranstalter zwar Grid-Girls eingesetzt, bei den weiteren Rennen der Formel E sei dies jedoch nicht geplant. Die Elektro-Rennserie will eine jüngere Zielgruppe ansprechen und postierte deshalb im vergangenen Jahr beim Saisonfinale in Montreal Grid-Kids in der Startaufstellung.

"Wir setzen damit auf ein neues Konzept und nehmen dafür wann immer möglich Kinder, die in Kart-Nachwuchsklassen fahren. Neben den Fahrern und Autos in der Startaufstellung zu stehen, ist für diese Kids ein emotionales Erlebnis und eine gute Motivation", so der Formel-E-Sprecher weiter.

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