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Wie Nico Rosberg gesagt wurde, dass er "komplett wertlos" ist

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Wie Nico Rosberg gesagt wurde, dass er "komplett wertlos" ist
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18.04.2019, 12:12

Die ehemaligen Formel-1-Piloten Nico Rosberg und Ralf Schumacher zeigen auf, wie schroff die Teamführung von Williams mit ihrem Personal umgegangen ist

Es herrscht eine besondere Arbeitskultur bei Williams. Das betont die Teamführung seit Jahren. Doch wie sich der Umgangston im britischen Traditionsteam genau anhört, das haben nun zwei ehemalige Williams-Fahrer erklärt. Nico Rosberg und Ralf Schumacher hatten zu ihrer aktiven Zeit jeweils ähnliche Erfahrungen gemacht - und ihre Schilderungen lesen sich nicht wie ein Ruhmesblatt für Williams.

Rosberg etwa berichtet gegenüber 'auto motor und sport' von einem Heimrennen in Hockenheim, in dem er sich in der ersten Rennrunde hinausgedreht habe. Sam Michael als leitender Ingenieur habe ihn Tage später angerufen. "Er sagte: 'Nico, du warst für uns komplett wertlos am Wochenende.' Das sitzt schon mal", meint Rosberg.

Und auch der langjährige Technikchef Patrick Head habe häufig Klartext geredet und nicht vor drastischen Maßnahmen zurückgeschreckt, wie Rosberg weiter erzählt. Einmal sei Head sogar während der Qualifikation zum Auftaktrennen in Melbourne ans Auto von Rosberg gekommen. "Er riss mir quasi das Visier auf und schrie mich an: 'Nico, wenn du so weiterfährst, versenkst du das Unternehmen.' Irgend sowas. Aber es lief halt nichts vom Auto her."

Williams lebt vom Ruhm der Vergangenheit

Rosberg bezeichnet die Williams-Führungsriege als "knallhart" und "schmerzfrei", was er als Relikt aus früheren Zeiten einstuft. "Die sind halt Alain Jones gewohnt oder meinen Vater [Keke Rosberg], immer voll drauf. [Aber] daran gewöhnt man sich so schnell nicht."

Als junger Formel-1-Pilot habe er zudem einfach gewaltigen Respekt vor Head und Teamchef Frank Williams gehabt, die als Privatteam die Formel 1 erobert und zeitweise dominiert hatten. "Für mich waren das Helden, die ganz, ganz Großen", sagt Rosberg. "Das war schon nicht einfach."

Es sei eben ein "ganz spezieller Führungsstil", der Williams auszeichne, meint Schumacher. Angesprochen auf die Rosberg-Schilderungen sagt er: "Das würde mich nicht wundern. Es ist ein Führungsstil, der eben noch aus den 1970er- oder 1980er-Jahren kommt. Ein bisschen eine Angst- und Schreckensherrschaft."

Selbst Paddy Lowe scheiterte bei Williams

Laut Schumacher könne sich diese Herangehensweise negativ auf das Formel-1-Team auswirken. "Denn Leute müssen motiviert sein, sie müssen sich entfalten dürfen. Sie müssen sowieso von morgens bis abends hart arbeiten. Der Faktor Spaß und freie Meinung spielt [bei Williams aber] keine Rolle. Dann kommt es zu solchen Sackgassen."

Und so "verbrenne" Williams einerseits eigene Leute, andererseits bleibe man stets in den alten Strukturen verhaftet. Schumacher verweist auf Paddy Lowe, der als technischer Leiter von Weltmeisterteam Mercedes zu Williams kam: "[Er] war in einem anderen System absolut erfolgreich. Selbst ihm ist es nicht gelungen, Williams umzudrehen. Das sollte zu denken geben."

Das britische Traditionsteam täte gut daran, sich auf Management-Ebene neu auszurichten, meint Schumacher. "Williams kann bei jetziger Struktur einfach nicht das Beste aus den Leuten rausholen, weil es kein Teambuilding-Team ist. Die Ingenieure arbeiten mehr gegen- als miteinander."

Ist Claire Williams eine Fehlbesetzung?

In ihrer Rolle als stellvertretende Teamchefin sei Claire Williams nicht dazu in der Lage, für eine Trendwende zu sorgen. Sie habe "diese Angewohnheit ihres Vaters" übernommen, sagt Schumacher - "leider". Er rät zu einem Neustart: "Ich bin einfach der Meinung, dass man hinterfragen sollte, ob das der richtige Job für sie ist. Vielleicht muss man Williams mal neu strukturieren, was die Teamleitung betrifft."

Spätestens nach dem sportlichen Absturz auf den letzten Platz in der Konstrukteurswertung müssten in Grove die Alarmglocken schrillen, erklärt Schumacher weiter. "Das ist keine einfache Situation. Sie stehen finanziell ein bisschen mit dem Rücken zur Wand. Die letzten Jahre waren alles andere als gut. Letztendlich werden solche Ergebnisse das Ganze nicht besser machen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Autor Stefan Ehlen