Williams: Rosberg war für Teammanagement nie ein Thema

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Williams: Rosberg war für Teammanagement nie ein Thema
Christian Nimmervoll
Autor: Christian Nimmervoll
Co-Autor: Erwin Jaeggi
19.05.2018, 02:19

Teamchefin Claire Williams exklusiv über ungewohnte Verhandlungen mit Nico Rosberg und die mysteriöse Position von Alexander Wurz bei Williams

Nico Rosberg war nie ein Kandidat auf einen Management-Posten innerhalb des Williams-Teams, behauptet die Stellvertretende Teamchefin Claire Williams in einem Interview mit 'motorsport.com'. Entsprechende Gerüchte waren aufgekommen, als bekannt wurde, dass der Weltmeister von 2016 im Management von Williams-Testfahrer Robert Kubica mitwirkt.

Aber: "Nein. Du bringst nicht einfach wahllos Leute ins Team", dementiert Williams entschieden, dass das je ein Thema gewesen sein soll.

Dabei wäre die Theorie so stimmig gewesen: Kubica wird als Rennfahrer installiert, seine Comeback-Story als eine der tollsten Geschichten der vergangenen Jahre groß vermarktet. Rosberg hätte gleichzeitig in einer Management-Funktion anheuern und Botschafter für Hauptsponsor Martini werden können. Man hätte sich den Weltmeister von 2016 gut im schwarzen Anzug und mit Martini in der Hand vorstellen können - wie ein kleiner James Bond. Stattdessen verabschiedet sich Martini Ende 2018 aus der Formel 1.

Rosberg, der von 2006 bis 2009 selbst für Williams gefahren ist, hat sich aber inzwischen heimlich, still und leise aus Management von Kubica (weitgehend) zurückgezogen, wie Kubica selbst berichtet. Mit Claire Williams, die zu seiner Williams-Zeit noch Pressesprecherin war, hat er ohnehin nie direkt über ein Kubica-Renncockpit verhandelt: "Ich habe nicht mit ihm gesprochen. Da war ich im Mutterschutzurlaub", lacht sie.

Insgesamt sei es "interessant" gewesen, auf dieser neuen Ebene mit dem 32-Jährigen zu verhandeln: "Ich war ja sein erster Pressesprecher", erinnert sich Williams an Rosbergs Debütsaison 2006. "Die Zeit bleibt nicht stehen. Wir allen entwickeln uns weiter und finden neue Aufgaben. Nico hat in der Formel 1 viel erreicht. Er hatte eine tolle Karriere. Und er gehört zu den Fahrern, die genau wissen, wann sie aufhören wollen. Diese Entscheidung getroffen zu haben, war unglaublich mutig."

 

 

Wer hingegen sehr wohl im Williams-Management mitmischt, ist Alexander Wurz, Rosbergs Williams-Teamkollege von 2007. Der Österreicher hat bei Williams als Fahrercoach begonnen, mischt inzwischen aber hinter den Kulissen mit - ohne formale Stellenbezeichnung: "Die ist vertraulich und würde ich nicht gern erläutern", lacht Williams im Interview mit 'motorsport.com'.

Im 'ORF', wo Wurz als Co-Kommentator tätig ist, wird der Österreicher oftmals als "Berater" bezeichnet. Aber Williams insistiert: "Darüber möchten wir nicht sprechen." Was naturgemäß Spekulationen befeuert, warum dem so ist. Tatsache ist: Wurz kam zu Williams, als dort noch sein guter Bekannter Toto Wolff Aktionär war. Was genau er heute macht, weiß außerhalb des Teams niemand ganz genau.

"Alex", sagt Claire Williams, "ist mit der Erfahrung, die er hat, ein starkes Asset für uns. Für unsere Fahrer hat er immer ein offenes Ohr, und wenn sie wollen, können sie seinen Ratschlag haben. Es ist sehr wichtig, dass die Fahrer nicht das Gefühl haben, es schaut ihnen jemand auf die Finger. Das will niemand. Alex' Position betrifft das Team insgesamt. Er ist nicht nur ein Berater für unsere Rennfahrer."

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