Zak Brown: Eric Boullier ist freiwillig zurückgetreten

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Zak Brown: Eric Boullier ist freiwillig zurückgetreten
Autor: Roman Wittemeier
Co-Autor: Jonathan Noble
04.07.2018, 11:44

McLaren-Boss Zak Brown über den Abschied von Teamchef Eric Boullier: "War keine Überraschung" - Trennung ist "der erste Schritt auf dem Weg zu Erfolgen"

Eric Boullier hat seinen Posten als Teamchef von McLaren geräumt - angeblich freiwillig. "Gestern Abend habe ich Erics Wunsch nach einem Rücktritt akzeptiert", sagt McLaren-Boss Zak Brown. Vorausgegangen waren zahlreiche sportliche Enttäuschungen und vor wenigen Tagen das sogenannte "Schoko-Gate", das den Anfang vom Ende für Eric Boullier bedeutete. "Erics Abschied kommt nicht überraschend", sagt Brown, der nach eigenen Angaben "lange Gespräche" mit dem Franzosen führte.

Die Formulierungen über den angeblich freiwilligen Rückzug von Boullier erinnern an klassischen Satz aus dem Fußballgeschäft: "Trennung in beiderseitigem Einvernehmen" - so klingt es nun auch bei McLaren. "Natürlich ist es so, dass wir enorm unter Druck stehen. Unsere Leistungen sind für viel zu lange Zeit schon viel zu schwach. Wir haben viel gesprochen. Letztlich will auch Eric nur das Beste für McLaren. Vor diesem Hintergrund ist sein Abschied keine Überraschung."

Eric Boullier, McLaren Racing Director

Eric Boullier, McLaren Racing Director

Foto: Jerry Andre / Sutton Images

"Wir hatten genau das thematisiert. Vor welchen Herausforderungen stehen wir und wie begegnen wir diesen", sagt der McLaren-Geschäftsführer. Boulliers offizielle Stellenbezeichnung im Team aus Woking war "Racing Director" - ein anderer Name für Teamchef. Der so bezeichnete Posten wird zunächst nicht neu besetzt. "Wir arbeiten die künftige Struktur noch genauer aus", sagt Zak Brown. Bis auf Weiteres werden Ex-Alonso-Renningenieur Andrea Stella und der ehemalige Honda-Formel-1-Direktor Gil de Ferran an vorderster Front stehen.

"Andrea wird bei den Rennen vor Ort die Verantwortung tragen, denn er ist für die Maximierung der Performance unseres Rennstalls zuständig. Er wird mit Gil de Ferran, Paul James und allen anderen eng kooperieren", sagt Brown. De Ferran soll sich mehr um Teammanagement und die Fahrer kümmern. "Und ich selbst bin bei fast allen Rennen. Wenn ich nicht vor Ort bin, dann bin ich in der 'Mission Control' in Woking. Wenn ich vor Ort bin, wird trotzdem Andrea Stella das Sagen haben."

Gil de Ferran talks to Stuart Codling on the F1 Racing Stand

Gil de Ferran talks to Stuart Codling on the F1 Racing Stand

Foto: Joe Portlock / LAT Images

Den Worten des McLaren-Bosses ist zu entnehmen, dass die Trennung von Eric Boullier erst der Anfang einer größeren Umstrukturierung im Team sein wird. Brown will diesen Prozess nicht überstürzen. "Ich werde aber keine Kurzschluss-Reaktionen zeigen. Alles braucht Zeit. Das Team braucht auch irgendwann mal eine Phase der Stabilisierung, um ein festes Fundament zu bilden. Unsere Situation ist nicht über Nacht entstanden, genauso wenig werden wir sie über Nacht lösen können. Heute ist aber der erste Schritt zurück in die Erfolgsspur gemacht worden."

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Rennserie Formel 1
Autor Roman Wittemeier
Artikelsorte News