Bestätigt: Formel 3 ab 2019 im Formel-1-Rahmenprogramm

Der FIA-Motorsport-Weltrat bestätigt eine neue Formel-3-Serie im Formel-1-Rahmenprogramm, die die GP3-Serie beerben wird

Bestätigt: Formel 3 ab 2019 im Formel-1-Rahmenprogramm

Beim heutigen Meeting des FIA-Motorsport-Weltrats (World Motor Sport Counsil; WMSC) wurde die Einführung einer neuen, internationalen Formel-3-Meisterschaft beschlossen. Diese wird ab 2019 im Rahmen der Formel 1 ausgetragen und den Rang der GP3-Serie einnehmen. Damit werden Formel 3, Formel 2 und Formel 1 nach MotoGP-Vorbild an denselben Rennwochenenden ausgetragen.

Kernfakten zur neuen Internationalen Formel 3:
- Spec-Fahrzeuge mit Einheitschassis, -motoren und -reifen
- Neun bis zehn Läufe pro Saison mit jeweils zwei Rennen
- Maximal 30 Autos pro Rennen
- Klare Beschränkungen bei Testfahrten, Personal und Elektronik-Einsatz

Der FIA-Weltrat segnete damit größtenteils die Pläne ab, die 'Motorsport.com' bereits im September 2017 verkündet hatte. Jenen Plänen zufolge sollte die Formel 3 in zwei Klassen aufgeteilt werden: Eine internationale Top-Kategorie mit 350 PS als GP3-Nachfolger und regionale Meisterschaften mit 220 bis 240 PS, die die derzeitigen nationalen Formel-3-Serien beerben.

Diese Pläne wurden größtenteils umgesetzt, allerdings lassen die Presseaussendungen momentan offen, ob die regionalen Meisterschaften wirklich mit schwächeren Motoren ausgestattet werden. Bekannt ist lediglich, dass die Boliden der regionalen Meisterschaften ähnliche Chassis-Regularien zur internationalen Meisterschaft aufweisen werden. Regionale Formel-3-Meisterschaften wurden schon 2018 auf dem amerikanischen Kontinent und in Asien eingeführt. Auch diese Regionalmeisterschaften weisen Spec-Fahrzeuge auf und brechen damit mit der Formel-3-Tradition. Je nach Meisterschaft kann es sich aber um andere Zulieferer handeln.

Die neue internationale Formel-3-Serie wird direkt von der Formula One Group vermarktet und befindet sich damit in der Hand der Formel-1-Besitzer Liberty Media. Das neue Fahrzeug wird neue Sicherheitsfeatures wie Halo, ein nochmal robusteres Chassis und einen erhöhten Cockpitschutz aufweisen. Auch soll der Bolide der erste seiner Art sein, der eine neue Blende aufweisen soll, die das Eindringen von Teilen in das Cockpit verhindert. Was es mit diesem Sicherheitsfeature auf sich hat, ist nicht im Detail kommuniziert worden (wir bleiben an dieser Sache dran).

 

Start zum Rennen
Start zum Rennen

Foto GP3 Series Media Service

Stimmen zu den neuen Formel-3-Meisterschaften

Stefano Domenicali, Vorsitzender der FIA-Kommission für Formelfahrzeuge: "Die FIA hat bereits in den vergangenen Jahren die Formelsport-Pyramide mit viel Liebe neu strukturiert. Die neue FIA Formel-3-Meisterschaft erfüllt das lang ersehnte Ziel, die drei höchsten FIA-Formelserien unter einem Dach zu vereinen. Das bringt große Vorteile für Teilnehmer und Fans mit sich, weil Absolventen der regionalen Formel-3-Meisterschaften einen festen Einstieg in den internationalen Rennsport haben werden. Und die Formel-1-Zuschauer können mehr künftige Stars auf dem Weg nach oben verfolgen."

"Die Formel 3 hat eine lange Geschichte als Schlüsselkategorie, in der das Handwerkszeug gelernt wird, um es in die höchsten Kategorien zu schaffen. Mit der Formel 1 als Vermarkter bin ich mir sicher, dass sie weiter aufblühen wird."

Ross Brawn, Formel-1-Sportchef: "Wir freuen uns, mit der Aufgabe beauftragt worden zu sein, die FIA Formel 3 Meisterschaft ab 2019 zu organisieren. Nachdem die Fans bisher Kämpfe auf höchstem Niveau in der Königsklasse unseres Sports, also der Formel 1, erleben durften, ist es eines unserer Ziele, ihnen künftig die Möglichkeit zu geben, neue Talente auf dem Weg nach oben zu entdecken und ihren Fortschritt zu verfolgen. Und das alles auf einem klar vordefinierten Weg nach oben."

 

Action am Start
Action am Start

Foto FIA F3 / Suer

"Das hat bereits zur Einführung der FIA Formel 2 Meisterschaft geführt. Ab 2019 werden die Rennwochenenden nun eine weitere Kategorie auf der FIA-Karriereleiter umfassen, in denen die besten Fahrer aus nationalen und regionalen Meisterschaften die Möglichkeit erhalten, auf den besten und prestigeträchtigsten Rennstrecken der Welt im Rahmen der Formel 1 gegeneinander zu fahren."

Bruno Michel, Formel-2-Chef: "Die Formel 1 organisiert seit mittlerweile vielen Jahren auch Nachwuchskategorien wie die GP2-Serie, die heute als Formel 2 bekannt ist, und die GP3-Serie, die auch 2018 stattfinden wird. Die heutige Entscheidung des Motorsport-Weltrats unterstreicht den Wunsch, zwei derzeitige Meisterschaften zusammenzubringen, um talentierten jungen Fahrern von überall auf der Welt die fantastische Möglichkeit zu geben, im Rahmen von Grand-Prix-Wochenenden auf sich aufmerksam zu machen."

"Die FIA Formel 3 Meisterschaft wird zum natürlichen Anlaufpunkt für die besten Fahrer der Juniorkategorien, deren Ziel es ist, die Karriereleiter bis hin zur Formel 1 zu erklimmen. Die neue Serie wird alles mitbringen, was auch die FIA Formel 2 auszeichnet: Schnelle Autos, erschwingliche Kosten und spektakuläre Rennen."

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