Felix Rosenqvist: Formel-3-Titel mit langem Anlauf

Felix Rosenqvist war der dominierende Mann der FIA Formel-3-EM 2015. Nun hat er sein großes Ziel erreicht.

Der 23-jährige Schwede aus dem Rennstall Prema Powerteam feierte in den bisherigen 30 Rennen zwölf Triumphe, stand 21 Mal auf dem Podium und holte 16 Pole-Positions. Als Belohnung für seine bisher konstanteste Saison in der Formel 3 darf sich der 23-Jährige schon drei Läufe vor dem Saisonende Europameister nennen.

„Es ist schon seit Jahren mein Traum, die Formel-3-EM zu gewinnen. Umso schöner ist es, dass ich es jetzt endlich geschafft habe. Es ist der bisher wichtigste Erfolg meiner Karriere“, sagte Rosenqvist nach der Zieldurchfahrt des dritten Rennens auf dem Nürburgring.

Im Feld der FIA Formel-3-EM ist Rosenqvist der erfahrenste Pilot. Er startete Mitte April im britischen Silverstone in seine sechste Saison in der Formel 3. Ein Jahr absolvierte er als damals 18-Jähriger 2010 im deutschen Formel-3-Cup, bevor er eine Saison später die Formel-3-Euroserie wechselte. Seitdem ist er dieser Kategorie treu.

Der in Malmö lebende Blondschopf war in jeder Saison im Stande, um vorderen Positionen zu kämpfen und hatte auch in der Vergangenheit bereits Titelchancen. 2013, in der ersten Saison der wieder neu ins Leben gerufenen Formel-3-EM, stritt er sich mit dem Italiener Raffaele Marciello um den Titel und unterlag knapp.

Rosenqvist brauchte eine neue Herausforderung

Nach vier erfolgreichen Jahren im Team Mücke Motorsport, in denen er unter anderem zwei Mal das Formel-3-Masters gewann und 2014 den Sieg beim Grand Prix von Macau erzielte, wechselte Rosenqvist zu Beginn dieses Jahres zu Prema Powerteam.

„Nach dem Macau-Triumph musste ich irgendetwas verändern – sei es, in eine andere Rennserie zu wechseln oder für ein anderes Team zu fahren. Wenn man eine andere Arbeitsweise kennenlernt, dann entwickelt man sich auch selbst noch einmal weiter“, erklärte der frisch gekrönte Formel-3-Europameister, der die Saison mit einem Sieg in Silverstone begann.

Auch in Hockenheim, in Zandvoort, auf dem Red-Bull-Ring und in Portimão sicherte er sich mindestens einen Siegerpokal. Doch seine bisher besten Wochenenden erlebte er in Monza und auf dem Nürburgring, wo er jeweils alle drei Rennen gewann und auch alle drei Pole-Positions holte.

In der Eifel fuhr er sogar in allen drei Durchgängen die schnellste Rennrunde – das hatte in der Geschichte der FIA Formel-3-EM noch niemand geschafft.

"Echte Typen" als Vorbilder

Rosenqvist wird seit einigen Jahren vom ehemaligen schwedischen Formel-1-Piloten Stefan Johansson unterstützt. „De facto ist er mein Manager, aber unsere Beziehung ist eher freundschaftlicher Art. Er hilft mir und kann mir mit seinen Kontakten auch Türen öffnen.“

Als Vorbilder gibt er allerdings andere Fahrer an: „Sebastian Vettel, Kimi Räikkönen oder Juan Pablo Montoya finde ich klasse. Das sind noch echte Typen.“ Als Kind hingegen hatte er dem Finnen Mika Häkkinen die Daumen gedrückt.

Neben seinem Job als Rennfahrer hat Rosenqvist sich in seiner Heimat ein zweites Standbein geschaffen. Mit einem Freund und seinem Vater vermietet er Industriehallen. „Im Winter bin ich sehr mit diesem Business beschäftigt, im Sommer eher weniger. Da steht dann der Motorsport im Vordergrund“, meint er.

Wenn er nicht gerade arbeitet oder auf diversen Rennstrecken dieser Welt seine Runden dreht, dann trifft Rosenqvist sich am liebsten mit Freunden. „Freunde und auch Familie sind das Wichtigste und ich genieße es, mit ihnen zusammen zu sein. Wir gehen dann skateboarden, fahren Ski oder mit dem Mountainbike.“

Wie geht es weiter für Rosenqvist?

Und auch seine Freundin Evylyn spielt eine wichtige Rolle in seinem Leben. „Wir sind nun drei Jahre zusammen, aber sie war vielleicht zwei oder drei Mal bei einem Rennen dabei. Das ist für mich auch in Ordnung, denn ich würde mich an der Rennstrecke sowieso nicht ausreichend um sie kümmern können. Für mich ist vor allem wichtig, dass ich weiß: Sie steht voll und ganz hinter mir.“

Wie es für den eher introvertierten Rosenqvist, der seit 2011 unter anderem von Mercedes unterstützt wird, sportlich weitergeht, steht noch nicht fest. „Ich würde am liebsten dem Formelsport treu bleiben, aber auch die DTM wäre eine tolle Option.“

„Erst einmal, so Rosenqvist, „freue ich mich aber auf den Grand Prix von Macau, denn dort würde ich meinen Sieg gern wiederholen. Das wäre ein toller Abschluss meiner Karriere in der Formel 3, nachdem ich heute den wichtigsten Titel in der Formel 3 geholt habe.“

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