Formel 2 Abu Dhabi 2017: Kurioses Prema-Finish bei Rowland-Sieg

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Formel 2 Abu Dhabi 2017: Kurioses Prema-Finish bei Rowland-Sieg
Autor: Heiko Stritzke
25.11.2017, 15:54

Artjom Markelow (Russian Time; 2.) konnte seine Pole-Position nicht in einen Sieg ummünzen, denn Oliver Rowland (DAMS) übertrumpfte ihn im Hauptrennen auf dem Yas Marina Circuit in Abu Dhabi.

Nach einem frühen Boxenstopp ging der Brite am Russen vorbei und ließ sich den Sieg nicht mehr nehmen. Markelow konnte sich in der Schlussphase Charles Leclerc (Prema; 4.) vom Leib halten, der am Ende seinen Teamkollegen Antonio Fuoco noch den dritten Platz überließ.

Das letzte Hauptrennen mit dem Dallara GP2/11-Chassis sah einen der kuriosesten Momente der gesamten Formel-2-Saison 2017, als Leclerc, der sicher auf dem dritten Platz lag, im letzten Moment vor der Ziellinie abbremste, um auf Fuoco zu warten, der mehr als zehn Sekunden zurücklag. Das Manöver ging beinahe in die Hose, doch am Ende konnte Fuoco um 0,015 Sekunden an ihm vorbeiziehen. (Ergebnis des Formel-2-Hauptrennens in Abu Dhabi)

Es war schlussendlich so knapp, dass selbst das offizielle Timing überfordert war: Im offiziellen Endresultat tauchte Fuoco zwar als Dritter mit 25,264 Sekunden Rückstand auf, aber bei Leclerc auf Rang vier stand eine 15,184 auf den Fernsehbildschirmen zu Buche. Es dauerte fast eine Stunde, bis das offizielle Ergebnis publiziert war. Für Fuoco geht es an diesem Wochenende noch um Platz sechs in der Gesamtwertung im Kampf gegen Nobuharu Matsushita (ART; 8.) und Nyck de Vries (Racing Engineering; 6.).

 

Unterschiedliche Strategien sorgen für Würze

Der Supersoft-Reifen war zu Beginn des Rennens nur für drei schnelle Runden gut. Die auf Soft gestarteten Nyck de Vries (Racing Engineering; 6.) und Leclerc machten schnell Positionen gut, während Markelow die Führung verteidigte. De Vries ging kurzzeitig in Führung, bevor die Supersoft-Piloten an die Box kamen. Fuoco war derweil am Start bis auf Rang acht zurückgefallen, nachdem er einen katastrophalen Start hatte. Deshalb war er später auf die Schützenhilfe von Leclerc angewiesen.

Nachdem in Runde sechs und sieben von 31 Umläufen alle auf Supersoft gestarteten Piloten ihre Reifen gewechselt hatten, wurden schnell die Fronten abgesteckt: Rowland überholte Markelow mit DRS-Hilfe in Runde acht, Leclerc trieb de Vries im elften Umlauf in einen Fahrfehler, was ihm die Führung einbrachte. Von nun an lautete der Kampf Rowland und Markelow gegen Leclerc an einem Wochenende, an dem der Monegasse nicht in seiner sonst üblichen Überform fuhr.

 

Artem Markelov, RUSSIAN TIME
Artem Markelov, RUSSIAN TIME

Foto FIA Formula 2

Von Markelow wurde eigentlich erwartet, dass er seine übliche Taktik hinlegte und die Reifen schonte, um zu einer Schlussattacke auf Rowland zu blasen. Doch es war der DAMS-Pilot, der die Reifen besser schonte und den Abstand immer weiter ausbauen konnte. Markelow musste sich geschlagen geben und in der Schlussphase auf Leclerc achten.

Pech beim Einstand für Lando Norris

Dieser war von Rang sechs gestartet und hatte zum Zeitpunkt der Boxenstopps an der Spitze einen Rückstand von rund vier Sekunden. Acht Runden vor Schluss holte ihn das Prema-Team rein, obwohl er selbst protestierte. Diese Distanz war für den Supersoft selbst mit leichtem Fahrzeug eine schwere Aufgabe. Der Meister hatte 16 Sekunden aufzuholen, fuhr aber zunächst auch zwei Sekunden pro Runde schneller. Seine Supersofts brachen allerdings nach fünf Runden ein und seine Jagd auf den Sieg fand bei sechs Sekunden Rückstand auf Rowland und deren drei auf Markelow ein jähes Ende.

So entschloss er sich, am Ende auf Fuoco zu warten, der nach seinem missglückten Start eine starke Aufholjagd zeigte. Er wurde mit seinem fünften dritten Platz der Saison belohnt. Luca Ghiotto (Russian Time) kam auf die fünfte Position gefolgt von de Vries, der auf dem Supersoft am Ende ähnliche Probleme hatte. Hinter Nicholas Latifi (DAMS) sicherte sich Matsushita als Achter die Pole-Position für das Sprintrennen am Sonntag. Die letzten Punkte gingen an Alexander Albon (ART) und Jordan King (MP Motorsport).

Für Formel-3-Aufsteiger Lando Norris lief das erste Formel-2-Rennen nicht nach Plan. Nachdem er von Platz 14 ins Rennen gegangen war, kam er nur sechs Runden weit, bevor sein Motor hochging. Das finale Rennen des Dallara GP2/11 und letzte Formel-2-Rennen ohne Halo findet am Sonntag im Vorfeld des Formel-1-Rennens um 11:10 Uhr MEZ (14:10 Uhr Ortszeit) statt.

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Rennserie Formel 2
Autor Heiko Stritzke
Artikelsorte Rennbericht