Mehr als 6 Sekunden langsamer: Deledda darf trotzdem im F2-Rennen starten

Obwohl er die 107-Prozent-Regel im Qualifying der Formel 2 in Monaco nicht erfüllt hat, darf Alessio Deledda trotzdem bei den Rennen starten

Mehr als 6 Sekunden langsamer: Deledda darf trotzdem im F2-Rennen starten

HWA-Pilot Alessio Deledda darf an den Rennen der Formel 2 in Monaco teilnehmen, obwohl er die sogenannte 107-Prozent-Regel nicht erfüllt hat und damit laut Reglement im Rennen hätte zusehen müssen. Die Sportkommissare erteilten dem Italiener eine Ausnahmegenehmigung, obwohl er sowohl im Qualifying als auch im Freien Training an der Hürde gescheitert war.

In Artikel 34.2 des Sportlichen Reglements der Formel 2 heißt es: "Jeder Fahrer, dessen beste Qualifikationsrunde mehr als 107 Prozent der schnellsten Qualifikationszeit (in Monaco die schnellste Qualifikationszeit seiner Gruppe) übersteigt, oder der keine Zeit setzt, wird nicht zur Teilnahme am Rennen zugelassen."

Das war bei Deledda in Monaco der Fall. In seiner Qualifying-Gruppe hatte er 6,341 Sekunden Rückstand auf die Bestzeit von Robert Schwarzman, was umgerechnet 107,79 Prozent entspricht.

Auch im Freien Training deutlich zu langsam

Das Reglement gibt den Sportkommissaren die Möglichkeit, "unter außergewöhnlichen Umständen" dennoch eine Starterlaubnis zu erteilen. Als konkreter Umstand wird im Reglement genannt, wenn ein Fahrer in einem der Freien Trainings die 107-Prozent-Marke unterboten hat.

Doch auch das trifft auf Deledda nicht zu. Im Freien Training hatte sein Rückstand auf die Bestzeit sogar 7,314 Sekunden betragen, was einem Wert von 108,92 Prozent entspricht. Eine Begründung der Sportkommissare, warum Deledda trotzdem die Starterlaubnis erteilt wurde, wurde im entsprechenden Dokument nicht angegeben.

 

Die Entscheidung, Deledda starten zu lassen, sorgte auch bei Rennfahrerkollegen für Verwunderung. "Warum hält man an den 107 Prozent fest, wenn der Fahrer dann doch starten darf, FIA?", fragte der frühere GP2- und heutige GT3-Pilot Raffaele Marciello bei 'Twitter'.

Zuletzt war 2009 in der Vorgängerserie GP2 nach dem Qualifying in Spa-Francorchamps Franck Perera unter Verweis auf die 107-Prozent-Regel der Start verweigert worden.

Überlegene Poleposition für Theo Pourchaire

Der 26-Jährige Deledda, der erst 2018 vom Motorrad- in den Automobil-Rennsport gewechselt war, war schon beim Saisonauftakt in Bahrain im Qualifying und Freien Training mit deutlichem Abstand der langsamste Fahrer. 2020 war er in der Formel 3 nicht über einen 20. Platz hinausgekommen.

Anstatt mit sportlichen Leistungen machte Deledda Ende 2020 mit einem Video Schlagzeilen. Die in sozialen Medien veröffentlichend Aufnahmen einer Handy-Kamera zeigten ihn am Steuer eines Lamborghini Urus, wie er auf einer Autobahn mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit mehrere Autos rechts überholte und bei über 200 km/h nur mit einer Hand am Lenkrad fuhr.

Die Poleposition für das Hauptrennen der Formel 2 in Monaco sicherte sich überlegen Theo Pourchaire (ART), der dem Rest des Feldes im Qualifying rund eine halbe Sekunde aufbrummte.

Mit Bildmaterial von Dutch Photo Agency.

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