Lucas di Grassi: Formel-E-Auto sollte nicht aussehen wie F1-Auto

Der aktuelle Champion Lucas di Grassi findet es wichtig, dass die Formel E für Saison 5 nicht dem traditionellen Schema der Formelautos wie dem der Formel 1 folgt.

Die Formel E will für die Saison 2018/19 ein komplett neues Auto einführen, dessen Design laut FIA-Präsident Jean Todt "für einige Überraschungen sorgen wird".

Die endgültige Version des Autos soll eine Anlehnung an die Konzepte von Spark sein, die Anfang 2017 veröffentlicht wurden.

Das aktuelle Design der Formel-E-Autos wurde von einem Design inspiriert, das dem der Formel 1 ähneln sollte, damit die Serie bei ihrem Start 2014 etwas Vertrautes hätte.

Lucas di Grassi glaubt aber, dass es keinen Grund gibt, künftig nicht vom traditionellen Design der Formelautos abzurücken.

"Ein geschlossenes Monocoque, den Fahrer schützen, macht es nicht zu einem Nicht-Formelauto", sagte Di Grassi gegenüber Motorsport.com.

"Die Räder zu verkleiden ist viel effizienter und das Auto sieht futuristischer aus."

"Der Hauptpunkt, der in meinen Augen mit dem aktuellen Auto nicht erreicht wurde ist, dass man für ein Elektroauto Designs und Konzepte haben kann, die bei einem Auto mit einem Verbrennungsmotor unvorstellbar wären."

"Man kann die Batterie in den Diffusor integrieren, viel Kühlung durch die schnelle Luft unter dem Auto haben, Motoren auf der Innenseite der Räder – was auch immer."

"Wichtig für eine Rennserie, die aufgrund der zugrundeliegenden Technologie etwas total futuristisches erfinden könnte, ist es, keine alten Ideen zu kopieren."

"Ich verstehe, dass sie beim aktuellen Auto eine Art Kompromiss eingehen mussten, aber nicht für die Zukunft."

"Auto wird total anders sein"

Der aktuelle Zulieferer Spark wird auch das Auto für 2018/19 bauen, das vergangenen Monat einigen Partnern der Formel E in Montreal vorgestellt wurde.

Es könnte sich radikal vom klassischen Formelauto unterscheiden, besonders am Heck. Außerdem soll es einen Halo-Cockpitschutz haben, der in der Formel 1 ab 2018 eingeführt wird.

Das Auto soll im Oktober erste private Tests absolvieren, bevor jeder Hersteller Anfang 2018 ein Auto für private Tests bekommt.

"Das Auto wird völlig anders sein, es wird sehr cool aussehen", sagte Di Grassi.

"Das Auto kann nicht größer sein [damit das Racing gut bleibt], es muss eine ähnliche Größe haben."

"Seine Struktur muss auch etwas stärker sein als das, was wir jetzt haben, damit wir uns mehr berühren und härter fahren können."

"Das Design sieht gut aus, es greift nicht zu sehr in die Aerodynamik ein. Wir brauchen nicht viel Aerodynamik. Wen kümmert es, ob es eine Sekunde schneller oder langsamer ist, wenn alle Autos gleich sind?"

"Die Aerodynamik muss einfach sein und darf nicht in das Racing eingreifen. Außerdem muss das Auto effizient, stabil und sicher sein."

"Wenn sie so etwas schaffen, aber das Auto etwas wie Roborace aussieht – anders, modern, und nicht den vorgefassten Ideen der Formel 1 folgt – das wäre ein Erfolg."

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