LGT, Formel E und Private Banking passen zusammen

Monika Schreiner, Head Group Marketing Services der liechtensteinischen LGT erläutert, was Privatbank dazu bewogen hat, auf die Formel E zu setzen und das Team Audi Sport ABT Schaeffler zu sponsern...

Es lässt sich wohl kaum mehr abstreiten: Die FIA Formel E ist auf dem Vormarsch und findet immer mehr Anhänger. Die innovative Rennserie hat seit ihrer ersten Saison 2014/15 nicht nur viele neue Fan-Gruppen angezogen, sondern auch Sponsoren, die bislang nur wenig Bezug zum professionellen Motorsport hatten. 

 

Ein Ein besonderer Fall, ist die LG, die Privatbank des Fürstenhauses von Liechtenstein.

 

Mit Niederlassungen in Basel, Bern, Genf, Lugano und Zürich ist die LGT. Die Gruppe befindet sich zu 100% in Familienbesitz und beschäftigt über 3'000 Mitarbeiter an mehr als 20 Standorten in Europa, Asien, dem Mitteren Osten und Amerika. Die LGT hat im ersten Halbjahr 2017 ihren Konzerngewinn um 22 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Insgesamt verwaltet die Privatbank181 Milliarden Franken – das sind 19 Prozent mehr als Ende 2016.  

 Was hat die Bank LGT dazu bewogen, sich auf Sponsorenseite in der Formel E zu engagieren?
"Die Formel E steht für fortschrittliches Denken und arbeitet daran, mit innovativen Technologien die Mobilität der Zukunft zu entwickeln. Innovation und Nachhaltigkeit sind Faktoren, mit denen wir uns stark identifizieren und die in unserer Unternehmenskultur eine wichtige Rolle spielen. Ausserdem war es uns wichtig, unsere Marke mit diesem Sponsoring um ein dynamisches Element zu bereichern."

 

Warum haben Sie sich entschieden, in den Motorsport zu investieren und nicht in eine andere Sportart, wie etwa Segeln oder Bergsteigen, die theoretisch viel umweltfreundlicher sind?
"Die Formel E beschäftigt sich mit einer hochbrisanten Fragestellung unserer Zeit, nämlich damit, wie die Mobilität der Zukunft aussehen kann. Wir glauben an das grosse Potential der Elektromobilität und möchten mit unserem Sponsoring dazu beitragen, die Entwicklung der E-Mobilität voranzutreiben".

Wann und wie wurde diese Entscheidung getroffen?
"Im Jahr 2015 haben wir diverse Sponsorings evaluiert und unterschiedliche Möglichkeiten für ein strategisches Sponsoring diskutiert". 

Hat diese Entscheidung dazu geführt, dass andere Sponsoring-Aktivitäten im Sport beendet wurden?
"Generell überprüfen wir unsere Sport-Sponsoring-Aktivitäten regelmässig und nehmen, wenn nötig, Anpassungen vor. Die Entscheidung, in die Formel E einzusteigen, resultierte auch vor dem Hintergrund des starken internationalen Wachstums unseres Unternehmens. Angesichts unserer zunehmenden internationalen Präsenz haben wir nach einer Sponsoring-Plattform gesucht, die wir weltweit nutzen können. Die Formel E veranstaltet Rennen in interessanten Metropolen auf der ganzen Welt – das hat sie für uns so interessant gemacht. Ausserdem war uns wichtig, dass unser Engagement als Kommunikationsthema das ganze Jahr eingesetzt werden kann".

Warum hat sich die LGT für Audi Sport ABT Schaeffler und nicht für ein anderes Team entschieden?
"Das Team ABT passt aus verschiedenen Gründen sehr gut zu uns. Zum einen aufgrund der räumlichen Nähe des Hauptsitzes von ABT Sportsline zu unserem Heimatstandort Liechtenstein. Wie die LGT ist auch ABT ein Familienunternehmen – unsere Firmen verbinden Werte wie Tradition, Stabilität und Unternehmertum, die langfristig ausgerichtete Familienunternehmen auszeichnen. Ausserdem ist das Team ein absolutes Spitzenteam, das seit Beginn der Formel E ganz vorne mitfährt, die Marke ABT und jetzt auch Audi – die zur vierten Saison den Startplatz von ABT übernommen haben – sind starke Marken und stellen einen guten Fit zu unserem Unternehmen dar".

 

Wie gross ist ihr Budget für die Formel E?
"Die Formel E ist unser grösstes Engagement im Sport-Sponsoring".

Wann läuft der Vertrag aus?
"Der aktuelle Vertrag läuft bis 2020".

Plant die LGT sich darüber hinaus auch in Zukunft im gleichen Umfang in der Formel E zu engagieren oder denkt Ihr Unternehmen über Alternativen nach?
"Nein, wir werden uns weiterhin engagieren und unser Formel-E-Sponsoring mit dem Team Audi Sport ABT Schaeffler weiterführen".

 

Sind im Rahmen Ihrer Partnerschaft besondere Veranstaltungen oder Initiativen auf und abseits der Strecken geplant?
"Ja, eine breite Wertschöpfung unseres Sponsorings ist uns sehr wichtig. Daher versuchen wir, unser Engagement in unterschiedlichen Bereichen aufzugreifen und zahlreiche Initiativen rund um das Sponsoring zu organisieren. Beispielsweise haben wir einen spezielle Formel-E-Seite auf unserer Webpage aufgesetzt, wir nutzen die Rennen als Hospitality-Plattform, indem wir Kunden, Gäste und Partner zu den Veranstaltungen einladen, und kommunizieren sowohl extern als auch intern intensiv und regelmässig zum Thema Formel E. Ausserdem ist Formel-E-Fahrer Daniel Abt seit Oktober dieses Jahres LGT Markenbotschafter und tritt unter anderem als Testimonial in unserer neuen Werbekampagne auf". 

Hat sich das liechtensteinische Fürstenhaus, dem die LGT gehört, in irgendeiner Weise an dem Sponsoring beteiligt?
"Als CEO der LGT war S.D. Prinz Max von und zu Liechtenstein eng in die Entscheidung für das Sponsoring eingebunden". 

Logo LGT sulla vettura del team Audi Sport ABT Schaeffler
Logo LGT sulla vettura del team Audi Sport ABT Schaeffler

Photo by: ABT Sportsline

Wer zählt jeweils zu Ihren Gästen bei den Rennen? Wen würden Sie gerne einladen? Mit dem ehemaligen liechtensteinische Skirennfahrer Marco Büchel besuchte im vergangenen Jahr ein besonderer VIP das Rennen in Marokko.
"Zu den Rennen laden wir vor allem bestehende und potenzielle Kunden sowie Partner ein. Marco Büchel ist im vergangenen Jahr als LGT Markenbotschafter zum Rennen nach Marrakech gefahren, um für die LGT Videoclips rund um das Renngeschehen zu drehen".

Sind für die Zukunft Roadshows oder Formel-E-Events innerhalb des Fürstentums geplant?
"Derzeit nicht". 

Gab es keine Probleme oder Konflikte mit der Julius Bär Bank, dem weltweiten Titelsponsor der Formel E? Immerhin handelt es sich dabei um direkte Konkurrenz zu Ihrem Unternehmen...
"Nein, wir haben eine sehr freundschaftliche Beziehung und verfolgen das gemeinsame Ziel, die Formel E noch bekannter zu machen“.

LGT Bank a Vaduz
LGT Bank a Vaduz

Photo by: LGT Group

Der Zürich ePrix im Juni markiert – nach einer 64jährigen Pause – die Rückkehr von Rundstreckenrennen in der Schweiz. Wird die LGT zu diesem Anlass etwas Besonderes organisieren?
"Dass Zürich in dieser Saison Gastgeber eines E-Prix sein wird, ist natürlich grossartig. Zürich bietet für solch ein Rennen eine wunderbare Kulisse. Die LGT hat in Zürich einen sehr grossen Standort und wir werden das Rennen sicherlich mit vielen Gästen besuchen. Ausserdem werden wir auch rund um das Rennen zusammen mit den anderen Partnern des Teams Audi Sport ABT Schaeffler intensiv kommunizieren". 

 

Gibt es eine Frage, die über die Formel E bislang noch nie gestellt wurde?
"Wann wird die Formel E mehr Zuschauer haben als die Formel 1?".

 

Einen Kommentar schreiben
Kommentare anzeigen
Über diesen Artikel
Rennserien Formel E
Veranstaltung Interview mit Monika Schreiner, LGT Group
Unterveranstaltung Interview
Fahrer Lucas di Grassi , Daniel Abt
Teams Team Abt
Artikelsorte Interview
Tags asset management, bank, lgt, liechtenstein