Pallanca Pastor: "Das Ziel von Venturi? Respekt für die Umwelt!“

Das Team aus Monaco hat 18 Jahre Erfahrung auf dem Gebiet der Elektromobilität und möchte nun auch in der Formel E konkurrenzfähig auftreten, um eine globale ökologische Botschaft zu verbreiten.

Der monegassische Magnat Gildo Pallanca Pastor stieg 2001 mit Venturi ins Automobilgeschäft ein – mit der Vision einer emissionsfreien Mobilität.

Innerhalb kurzer Zeit erarbeitete er sich mit seinem Unternehmen einen ausgezeichneten Ruf in der Welt der Elektromobilität, und nun hofft er, mit einem Engagement in der Formel E auch auf weniger vertrautem Terrain Erfolge feiern zu können.

 

Wir konnten bei Venturi ein bedeutendes Ingenieur-Unternehmen sehen, das in der Lage ist, qualitativ hochstehende Elektroautos zu entwickeln, zu bauen und zu verwalten. Wären Sie auch bereit zu einer Zusammenarbeit mit einem Automobilhersteller oder gar zu einer Rückkehr in die Serienproduktion?
"Ich persönlich wäre durchaus bereit, eine Partnerschaft einzugehen. Wir verfügen über viel Erfahrung auf dem Gebiet der Elektrofahrzeuge, sowohl im Bezug auf die Batterielagerung als auch im Bereich Motor und Getriebe. Wir können uns durchaus als eine Art Pioniere bezeichnen, denn wir setzen seit 18 Jahren umweltfreundliche Technologien ein und viele haben Interesse an unserem Know-how gezeigt. Ich muss zugeben, das hat mich überrascht!“ 

Mit dem Einstieg der grossen Automobilhersteller wird es eine Revolution in der Formel E geben. Haben Sie ein Angebot für eine Übernahme bekommen? Oder hat ein Hersteller Interesse daran gezeigt, über Ihr Unternehmen in die Serie einzusteigen?
"Wir haben von vielen Herstellern Angebote erhalten.“

Wie wollen Sie ohne Werksunterstützung die grossen Hersteller wie Audi, BMW, Mercedes oder Porsche bekämpfen?
"Wir müssen intelligent und effektiv arbeiten – und dabei über die Zusammenarbeit mit einem Hersteller Synergien nutzen...“ 

Wen haben Sie als Piloten für die nächste Saison im Auge? Planen Sie mit zwei Stammpiloten – beispielsweise schnellen Leuten wie Nick Heidfeld oder Stéphane Sarrazin, oder haben Sie vor, verschiedene Piloten probehalber einzusetzen?
"Wir haben uns noch nicht festgelegt. Wir sind daran, verschiedene Fahrer zu testen und werden dann eine Auswahl zu treffen!“ (Seit dem 20. Oktober wissen wir, dass die Fahrerpaarung bei Venturi aus Maro Engel und Edoardo Mortara besteht. – Anmerkung der Redaktion)

Was sind Ihre Pläne für die Erkundung der Antarktis? Welche Entwicklungsschritte stehen in diesem Bereich an?
"Wir hoffen, dass wir im Dezember 2018 dorthin fahren können, um das Fahrzeug zu optimieren und danach das Forschungsprogramm durchziehen zu können. Wir möchten den Wissenschaftlern ermöglichen, mit ihrem Material selbst in die am wenigsten zugänglichen Bereiche zu gelangen, ohne diese dabei zu verschmutzen.
Das Design des Antactica, um das sich Sacha Lakic kümmert, befindet sich allerdings noch in der Entwicklung.“ 

Sind Sie auch in die Organisation des Formel-E-Rennens in Monaco involviert?
"Nein, damit haben wir nichts zu tun.“

Können Sie die Kosten und den Umsatz einer Saison in der Formel E in etwa beziffern?
"Nein, wir halten diese Zahlen lieber geheim.“

Kommt es im Hinblick auf die nächste Saison zu neuen Sponsor-Deals?
"Ja, wir werden einige neue Namen haben, doch die wichtigsten waren bereits in der Vergangenheit auf unserem Auto.“ 

Denken Sie, der Einsatz des Rekordfahrzeugs VBB-3, mit dem Sie auf dem Bonneville-Salzsee in Utah einen Geschwindigkeitsrekord für elektrisch angetriebene Fahrzeuge aufgestellt haben, hilft ihnen bei der Erschliessung des US-Marktes?
"Ja. Wir werden demnächst Venturi North America (VNA) eröffnen. Leider mussten wir in diesem Jahr einen erneuten Rekordversuch aufgrund der schlechten Bedingungen abbrechen. Der Salzsee war überflutet, und manchmal kommt man gegen die Natur auch mit viel Einsatz und grossem Engagement nicht an.“

Venturi stand der Familie Grimaldi und Prinz Albert II schon immer sehr nahe. Gibt es Pläne für weitere gemeinsame Aktivitäten, um die Marke aus Monaco im Motorsport zu promoten?
"Prinz Albert hat sich uns gegenüber immer sehr freundlich verhalten. Er hält sich immer über unsere Projekte auf dem Laufenden, was mich sehr freut. Unsere Zusammenarbeit geht sogar noch darüber hinaus, denn ich bin der Generalkonsul von Monte Carlo in New York!“ 

Was stellt in naher Zukunft die grösste Herausforderung für Venturi dar?
"Das Maximum zu machen, um ein umweltfreundliches Unternehmen zu schaffen.“ 

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