Vorschau Formel E in Santiago: Wer setzt sich auf neuem Kurs durch?

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Vorschau Formel E in Santiago: Wer setzt sich auf neuem Kurs durch?
25.01.2019, 15:16

Auf einem komplett anderen Streckenlayout als bei der Santiago-Premiere im Vorjahr geht die Formel E ins dritte Rennen der Saison 2018/19

Mit dem ePrix von Santiago in Chile geht die Formel E 2018/19 am Samstag in die dritte von 13 Saisonstationen. Die Santiago-Premiere feierte die Elektrorennserie im Februar 2018. Nun kommt es zur zweiten Auflage, wobei die Streckenführung diesmal eine komplett andere ist.

Nachdem im vergangenen Jahr ein im Forestal-Park der chilenischen Hauptstadt gelegener Stadtkurs mit zwölf Kurven befahren wurde, geht es in diesem Jahr ein paar Kilometer südlich auf einem mit 14 Kurven versehenen Layout rund. Dieses wurde im O'Higgins-Park um die Movistar-Arena herum aufgebaut.

Die Strecke: Komplett anderes Layout als 2018

Hatte der alte Kurs zahlreiche 90-Grad-Kurven und wurde im Uhrzeigersinn befahren, so ist der neue Stadtkurs deutlich flüssiger gestaltet und wird gegen den Uhrzeigersinn befahren. Die langgezogene Linkskurve nach der Movistar-Arena (Kurve 11) ist mit 485 Metern die längste Kurve der gesamten Saison.

Vergleich: Santiago-Layout 2018 vs. 2019

Streckenlayout: Santiago ePrix 2018
Streckenlayout: Santiago ePrix 2019

Eine zusätzliche Herausforderung erwartet die Piloten dahingehend, dass der Streckenbelag zwischen Asphalt und Beton wechselt. Die langsamsten Stellen des neuen Santiago-Layouts sind die beiden Haarnadelkurven vor der Start/Ziel-Gerade.

Die Protagonisten: D'Ambrosio, Felix da Costa, Vergne

Was die sportliche Ausgangslage betrifft, so kommt Mahindra-Pilot Jerome D'Ambrosio als Spitzenreiter der Gesamtwertung nach Santiago. Der Belgier hatte beim Saisonauftakt in Riad den dritten Platz belegt und ließ beim zweiten Saisonrennen in Marrakesch seinen ersten Saisonsieg folgen. D'Ambrosio führt die Tabelle mit zwölf Zählern Vorsprung auf seine punktgleichen Verfolger Antonio Felix da Costa (BMW Andretti) und Jean-Eric Vergne (DS Techeetah) an.

 

"Ich komme dank meines Sieges in Marrakesch mit einem sehr guten Gefühl nach Santiago, wo wir wieder um die Spitze mitfahren sollten, wenn es alles gut läuft", sagt D'Ambrosio, weiß aber auch: "Eine neue Strecke bedeutet, dass alle Teams und Fahrer mit gleichen Voraussetzungen starten."

Felix da Costa wiederum könnte schon ein zweifacher Saisonsieger sein, wäre er sich nicht in Marrakesch mit seinem Teamkollegen Alexander Sims in die Quere gekommen, wobei ein schon sicher geglaubter Doppelerfolg für BMW Andretti noch weggeworfen wurde.

"Wir hatten als Team natürlich einen richtig starken Auftakt in die Saison. Die Performance stimmt und nach der starken Vorstellung von Auto und Team in Marrakesch mit null Punkten abgereist zu sein, macht mich nur noch entschlossener, schnellstmöglich wieder in den Rennmodus zu wechseln. Ich möchte dieses Rennen nutzen, um mich selbst zu rehabilitieren und mich im Titelkampf zurückzumelden", so Felix da Costa, der die teaminterne Marrakesch-Kollision sofort auf seine Kappe genommen hatte.

Derweil hat auch Titelverteidiger Vergne etwas gutzumachen, nachdem er in Marrakesch direkt in der ersten Kurve ein Harakiri-Manöver gegen Sam Bird (Virgin) zeigte, das nicht von Erfolg gekrönt war. Nach P2 in Riad wurde es so für Vergne beim zweiten Saisonrennen nur P5. In Santiago ist der Franzose der Vorjahressieger und diesen Erfolg würde er liebend gerne wiederholen.

"Santiago im vergangenen Jahr war verrückt", erinnert sich Vergne und blickt voraus: "In diesem Jahr treten wir auf einer neuen Strecke an und ich werde mein Bestes geben. Ich komme nun zum zweiten Mal nach Santiago und muss sagen, dass ich die Stimmung in der Stadt einfach liebe."

Neben den bereits genannten Protagonisten zählen auch die Virgin-Piloten Bird und Robin Frijns sowie BMW-Andretti-Fahrer Sims zum engeren Favoritenkreis. Die Ex-Champions Sebastien Buemi (Nissan e.dams) und Lucas di Grassi (Audi) sind hingegen in der noch jungen Saison 2018/19 noch nicht so recht in Fahrt gekommen. Sie rangieren in der Gesamtwertung aktuell am hinteren Ende der Top 10.

Die Deutschen: Abt, Günther, Lotterer, Wehrlein

Wie schon beim zurückliegenden ePrix von Marrakesch, so finden sich im 22-köpfigen Starterfeld wieder vier deutsche Piloten. Formel-E-Routinier Daniel Abt (Audi) steht als aktueller Zwölfter der Gesamtwertung bei lediglich fünf Punkten und will seine Saison ähnlich wie Buemi und di Grassi nun in Chile auf Kurs bringen.

Abt sieht die größte Herausforderung neben der neuen Streckenführung darin, dass am Samstag in Santiago Temperaturen von bis zu 37 Grad Celsius erwartet werden. Die Hitze wird sich nach Ansicht des Audi-Piloten auf die Performance der Batterie auswirken.

"Es wird das erste Mal sein, dass unsere Batterie wirklich ans Limit kommt und das ganze Rennen nicht nur energielimitiert ist, sondern wirklich auch temperaturlimitiert", erklärt Abt und erwartet zudem, dass der für diese Saison gemeinsam mit dem Gen2-Auto neu eingeführte Attack-Mode von den Piloten immer besser verstanden wird.

 

Andre Lotterer, der bei DS Techeetah Teamkollege von Titelverteidiger und Vorjahressieger Vergne ist, liegt direkt hinter dem Franzosen auf P4 der Gesamtwertung. Nachdem er in Marrakesch Fünfter wurde, hofft Lotterer nun wie schon in Santiago 2018 auf einen Podestplatz. Damals lieferte sich mit Vergne ein enges Teamduell inklusive Berührung um den Sieg und wurde schließlich Zweiter.

"Ich kann es gar nicht erwarten, wieder nach Chile zu kommen. Ich liebe dieses Land. Es hat in meinem Herzen einen besonderen Platz, weil es nahe Peru liegt, wo mein Vater herstammt", so Lotterer, um zum Sportlichen überzugehen: "Unser Auto ist unglaublich schnell. Bislang hat es für mich mit dem ersten Sieg noch nicht geklappt, aber hoffentlich wird Santiago wieder gut zu uns sein. Wir kommen so gut vorbereitet wie möglich auf diese neue Strecke."

Maximilian Günther, der für Dragon seine Rookie-Saison in der Formel E absolviert, wartet indes noch auf seinen ersten Punktgewinn. Gleiches gilt für seinen Rookie-Kollegen Pascal Wehrlein, der bei Mahindra Teamkollege von Tabellenführer D'Ambrosio ist. Den Saisonauftakt in Riad hatte Wehrlein auslassen müssen. Beim seinem Debüt in Marrakesch rechnete er sich einiges aus, wurde dann aber von di Grassi ins Aus befördert.

"In Marrakesch war ich mit meinem Tempo zufrieden. Ich hatte nicht erwartet, so schnell so gut zurechtzukommen", sagt Wehrlein und blickt auf seinen zweiten Einsatz voraus: "Ich glaube, in Santiago haben wir das Potenzial für Punkte. Wenn alles gut läuft, kann es mit einem Podestplatz klappen. Das Wichtigste ist für mich aber, das Rennen zu beenden und zunächst ein gutes Qualifying hinzulegen."

Der Start zum ePrix von Santiago über eine Distanz von 45 Minuten plus eine Runde erfolgt am Samstag um 16:00 Uhr Ortszeit. In MEZ umgerechnet bedeutet dies eine Startzeit von 20:00 Uhr.

Mit Bildmaterial von FIA Forumula E.

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