GP3: Jenzer-Team startet mit F1-Testfahrer in die neue Saison

Das Team aus Lyss beweist sich einmal mehr als Talentschmiede. Arjun Maini wird Development Driver im HaasF1 Team. Mit ihm und Alessio Lorandi erhofft sich Andreas Jenzer 2017 Erfolge in der GP3.

Arjun Maini gehörte in der GP3-Saison 2016 zu den positiven Überraschungen. Ab dem dritten Rennen ersetzte der 19-jährige Inder bei Jenzer Motorsport den nicht mehr solventen Kolumbianer Oscar Tunjo. Schon an seinem zweiten GP3-Wochenende verblüffte der bis dahin kaum bekannte Asiate mit dem zweiten Rang im zweiten Rennen von Ungarn. Als Achter im ersten Lauf durfte Maini von der Pole Position starten, und bis auf Alexander Albon hielt er danach alle erfahrenen Gegner in Schach.

 

 

Beim vorletzten Rennen in Sepang gelang ihm mit dem Schweizer GP3-Auto dann ein ebenso wertvoller vierter Platz im ersten Lauf. Trotz der Teilnahme an nur sieben von neun Veranstaltungen klassierte sich der Vizemeister der britischen Formel-4-Meisterschaft 2014 im Schlussklassement der GP3 Series 2016 an guter zehnter Position.

Nun hat das HaasF1 Team Arjun Maini am Donnerstag als zweiten Development Driver neben Santino Ferrucci bekannt gegeben. Ziel ist es, ihn auf diese Weise zum Formel-1-Fahrer auszubilden. Die Zusammenarbeit gründet sicher nicht nur auf dem unbestrittenen Talent des Inders. Für das Team des amerikanischen Industriellen Gene Haas ist der gigantische indische Markt aus wirtschaftlichen Gründen höchst interessant.

 

„Es ist eine Ehre, in dieses Programm von Haas eingebunden zu werden“, äussert sich Arjun Maini stolz. „Die Formel 1 war immer mein Fokus, und so komme ich ihr nun einen Schritt näher. Ich will alles über ein Formel-1-Team wissen, und was ich lerne, will ich sofort in der GP3 Series umsetzen.“

Dies erhofft sich natürlich auch Andreas Jenzer. Der Teamchef als Lyss war schon lange vor dieser Ankündigung vom Potenzial seines Piloten aus Indien überzeugt. Der Berner findet es natürlich toll, dass Maini diese Chance erhält, erwartet jedoch, dass er sich an den GP-Wochenenden auf seine Aufgabe in der GP3 Series konzentriert.

Leider tritt Jenzer Motorsport beim Saisonauftakt in Spanien nur mit zwei Wagen an. „Das dritte Auto wäre bereit, aber bisher haben wir keinen dritten Fahrer mit ausreichendem Budget gefunden“, bedauert Jenzer.

 

Mainis Verpflichtung als Development Driver bei HaasF1 steigert den Bekanntheitsgrad und das Ansehen des seit den Anfängen der GP3 anno 2010 engagierten Teams aus der Schweiz. Das hilft bei der Fahrersuche. „Die Nachfrage hält sich zwar in Grenzen. Aber bis zum nächsten Rennen in Spielberg sind es nun fast zwei Monate, und ich denke, bis dahin werden wir das dritte Auto besetzen können“, glaubt Andreas Jenzer.

Zweiter Fahrer neben Arjun Maini ist Alessio Lorandi. Der Italiener kam erst in den letzten beiden Rennen 2016 mit Jenzer in die GP3 und überzeugte wie Maini auf Anhieb. „Ich erwarte von beiden viel für diese Saison“, sagt Andreas Jenzer, ohne konkrete Ziele zu nennen. In Gedanken kennt er sie: möglichst viele Podestplätze und endlich mal wieder einen Sieg. „Ich glaube, dass wir mit unseren GP3-Autos technisch einen Schritt vorwärts gemacht haben. Bei den Vorsaisontests waren beide oftmals bei den Besten.“

 

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Über diesen Artikel
Rennserien GP3
Veranstaltung Barcelona
Unterveranstaltung Qualifying, Samstag
Rennstrecke Circuit de Barcelona-Catalunya
Fahrer Oscar Tunjo , Santino Ferrucci , Arjun Maini , Alessio Lorandi , Kevin Jörg
Teams Jenzer Motorsport
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