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Berger vs. GT-Masters: Unwissenheit oder Kriegserklärung?

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Berger vs. GT-Masters: Unwissenheit oder Kriegserklärung?
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Gerhard Berger provoziert mit seinen "Amateur"-Statements die GT-Masters-Teams und zieht sich damit deren Zorn zu: "ITR-Leute glauben, sie seien die Größten"

Liebe Freunde des guten GT3-Racings,

es gibt Spannungen im deutschen Motorsport. Die ums Überleben kämpfende DTM sieht ihren einzigen Überlebens-Strohhalm offenbar darin, im Revier des GT-Masters zu wildern. Und der erste Frontalangriff ist schon geschehen.

Gerhard Berger möchte also eine zweite GT3-Serie auf deutschem Boden aufziehen. Seine Behauptung, das GT-Masters sei etwas für Amateure, hat in den vergangenen Tagen hohe Wellen geschlagen. Da muss man sich schon fragen: Glaubt er das wirklich? Oder hat er den deutschen GT3-Krieg schon eröffnet?

Nur noch ein "echter" Amateur als Stammfahrer im GT-Masters

Zunächst einmal zu den Fakten: Im GT-Masters verfügen von den 2020 bisher 72 gestarteten Fahrern alleine 32 über ein FIA-Ranking der Kategorien Platin oder Gold, sind also reine Vollprofis. Mit 38 Fahrern stellt die Silber-Kategorie den größten Teil der Fahrer.

Darunter sind viele junge Fahrer, die bei der FIA noch ein unbeschriebenes Blatt sind. Sie erhalten erst einmal eine Silber-Einstufung, was quasi als "Basisranking" angesehen werden kann. Mehrere von ihnen dürften bei der nächsten Runde (die COVID-19-bedingt erst 2022 ansteht) auf Gold hochgestuft werden.

Nur zwei Fahrer - Gaststarter "Dieter Schmidtmann" und Elia Erhart - sind als reine Amateure mit Bronze-Rating im Feld eingestuft. Folgerichtig ruderte Berger mit seinen Behauptungen vom rasenden Hobbyfahrer, Bäckermeister oder Metzger auch zurück (der einzige rasende Metzger im GT3-Sport heißt mit Vornamen Manuel).

Doch seine Grundaussage nahm er nicht zurück: Das GT-Masters bestehe aus Amateuren. Kurz: Das ist die zweite Liga des Motorsports, die DTM ist die Champions League.

Lediglich zwei Teamchefs äußern sich offen

Es war nicht leicht, im Zuge der Recherchen an Statements von den Teams zu kommen. Zwar sind alle Teams des GT-Masters richtig angefressen. Doch vor das Mikro treten will kaum einer. Schließlich eröffnet eine GT3-DTM für die Teams eine mögliche neue Einnahmequelle.

Diese Tür möchte man sich nicht verbauen, indem man es sich gleich mit dem ITR-Management verscherzt. Zum Teil wurden sogar Pressemitteilungen veröffentlicht, in denen Teams die neue GT3-DTM begrüßen. Schließlich kann man jetzt recht unkompliziert mit vorhandenen Autos in das bekannteste Label im deutschen Motorsport nach der Formel 1 einsteigen.

Zwei Mutige, die sich vorgewagt haben, sind Fabian Plentz, Teamchef des amtierenden GT-Masters-Meisterteams Rutronik Racing, und Christian Land von Land-Motorsport.

David Jahn

Trotz Fahrzeugvielfalt ist das Feld im GT-Masters eng beieinander

Foto: Alexander Trienitz

Im Rutronik-Statement heißt es: "Wenn grundsätzlich alle Rennserien, bei denen Kundenteams auftreten, als unprofessionell oder gar Hobby-Rennserien bezeichnet werden, dann wäre die Formel 1 eine der größten Hobby-Rennserien. Teams wie Haas oder Racing Point sind ebenfalls private Teams, die beispielsweise für Antriebskomponenten als Kunde bei den großen Herstellern auftreten."

Auch erinnert Plentz Berger daran, dass die Ursprünge der DTM auf Kundenteams zurückgingen: "Auch heute noch fährt in der DTM mit dem Team WRT ein Kundenteam mit, welches im Übrigen auch in den 'Hobbymeisterschaften' des GT3-Sports zu Hause ist. Für uns sind es im Übrigen genau diese Kundenteams, die oftmals den Motorsport prägen."

Land: Die weltweit höchste GT3-Rennserie

Christian Land fügt im Gespräch mit 'Motorsport.com' hinzu: "Das GT-Masters ist für mich nicht nur europa-, sondern weltweit die höchst angesiedelte GT3-Serie beziehungsweise die GT3-Rennserie mit dem höchsten Rang. Sonst gibt es keine GT3-Rennserie, in der so ein Sport geboten wird. Vor allem nicht mit dieser Leistungsdichte."

"Das soll sich Gerhard Berger mal anschauen - die Hobby-Rennserie, in der 32 Autos in einer Sekunde fahren, und das bei acht Marken. Und in seiner Super-Profi-Rennserie habe ich zwölf Autos in einer Sekunde, während das 13. Auto ist schon 1,4 Sekunden weg ist. Da zeigt sich für mich, in welcher Rennserie die Profis im Auto sitzen."

Christopher Mies

Land-Motorsport ist seit Jahren eines der GT3-Topteams

Foto: ADAC Motorsport

Auch weist Land darauf hin, dass mehrere aktuelle Piloten über das GT-Masters in die DTM gekommen seien - allen voran der amtierende Meister Rene Rast. "Und das sind Leute, die in der DTM auf dem Podium stehen. Also scheint die Qualität im GT-Masters ja nicht so schlecht zu sein."

"Dass diese Serie nicht so einfach ist, haben Namen wie Kevin Estre, Timo Bernhard, Lucas Luhr oder Timo Scheider gezeigt", so Land weiter. "Wenn ich jetzt einfach egal welchen [DTM-]Werksfahrer in ein GT-Masters-Rennen schicken würde, der wäre [ganz ohne Vorbereitung] definitiv nicht unter den ersten 15. Das garantiere ich."

ITR blickt nicht über den Tellerrand hinaus

Warum streut Berger nun also solche Statements? Geht es bereits darum, Stakeholdern das GT-Masters madig zu reden, um sie in die eigene Konkurrenzserie zu holen? Normalerweise werden derartige Äußerungen auf solcher Ebene nicht zufällig getätigt.

Zumal es nicht das erste Mal ist, dass sich die ITR überheblich gegenüber anderen Rennserien äußert, die sie wegen des womöglich besseren Sports als Bedrohung wahrnimmt. Man frage mal die V8STAR, welche Knüppel seitens der DTM in den Jahren 2001 bis 2003 geflogen sind. Selbst wenn das fast 20 Jahre her ist.

Im GT-Masters herrscht indes immer noch Verwunderung über die heiß diskutierten Berger-Aussagen. "Die bei der ITR kennen nur sich selbst und sonst gar keinen Motorsport. Die glauben, sie seien die Größten", sagt jemand aus der Szene, der es bevorzugt, anonym zu bleiben. Ich konnte das kaum glauben. Gerhard Berger, dermaßen uninformiert?

Fabian Plentz

Meister-Teamchef Fabian Plentz ist "not amused" über Bergers Äußerungen

Foto: ADAC Motorsport

Auch bei Rutronik Racing scheint man zu glauben, dass Berger gar nicht weiß, was das GT-Masters eigentlich ist: "Wir laden hiermit die Herren, die unsere Arbeit als 'Hobbysport' bezeichnen, sehr gerne einmal zu uns in die Werkstatt oder auch zu einer Veranstaltung ein. Ich gespannt, ob man diese Einladung annimmt, um sich ein klares Bild der Situation zu machen", heißt es im Teamstatement.

Wobei man auch sagen muss, dass der ADAC die Tür für solche Behauptungen teilweise selbst aufgestoßen hat. Warum heißt es auf der offiziellen Webseite noch immer, dass das GT-Masters "nicht als Betätigungsfeld für Fahrzeughersteller gedacht" ist, wenn sich gleichzeitig mehr als ein Dutzend Werksfahrer hier tummelt?

Und schließlich gibt es auch noch die Regel, dass reine Profibesatzungen Zusatzgewichte einladen müssen, selbst wenn sie für 2020 reduziert worden sind. Eine solche bewusste Einbremsung reiner Profipaarungen gibt natürlich Angriffsfläche für derlei Statements.

Ob nun gewollt oder schlicht aus Unwissenheit seitens Berger: Das GT-Masters wird sich auf eine unangenehme Schlammschlacht in Herbst und Winter einstellen müssen, wenn der GT3-Krieg Fahrt aufnimmt. Denn die DTM kämpft ums nackte Überleben. Und wer ums Überleben kämpft, kennt keine Freunde mehr.

Euer

Heiko Stritzke

PS: Auf die Einschaltquoten und Zuschauer, die Berger noch als Argument anführt, sollte er nicht zu viel geben. Die DTM lebt von ihrem Namen. Würde das GT-Masters morgen in "DTM" umgetauft werden, wären diese Zahlen auch beim GT-Masters plötzlich auf DTM-Niveau.

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie GT-Masters
Autor Heiko Stritzke