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Fast alles neu: So hat sich Albert Costa seit dem Sachsenring verändert

Mentaltrainer, neue Freundin, neues Team - Albert Costa hat sich nach dem Sachsenring-Startcrash komplett neu erfunden - Mit mehr Ruhe auch mehr Erfolg?

Die Testfahrten des ADAC GT Masters in Oschersleben waren der erste Auftritt von Albert Costa in Deutschen GT-Meisterschaft nach dem verhängnisvollen Startcrash auf dem Sachsenring 2021. Seitdem hat sich der Spanier stark verändert - sowohl in seiner Herangehensweise als auch privat. Er gibt Einblicke, wie es ihm seit seiner Auszeit ergangen ist.

"Die Meisterschaft war für mich [nach dem Sachsenring] nahezu verloren. Deshalb haben wir beschlossen, uns für die Zukunft darauf zu konzentrieren", sagt er im Gespräch mit 'Motorsport.com Deutschland' und spricht dabei über ein nicht näher definiertes Projekt mit Lamborghini. "Ich denke, das war die richtige Entscheidung."

Costa gilt als einer der schnellsten Lamborghini-Piloten weltweit, agierte auf der Rennstrecke aber auch oftmals unbeherrscht. Gerade in der Saison 2021, als er zweimal die "Mamba" torpedierte, wurde er zum Buhmann. Doch nun hat sich vieles geändert, allem voran das Umfeld.

"Ich bin vergangenes Jahr von Spanien nach Andorra gezogen", erklärt der 31-Jährige. "Das war nicht ganz einfach für mich, weil ich ein sehr familiärer Mensch bin. Und nun war ich von meiner Familie getrennt."

Und persönlich hat sich noch mehr getan: "Ich habe eine neue Freundin, die mir viel Stabilität in meinem Leben gibt. Stabilität, die ich vorher nicht hatte. Das ist sehr wichtig, wenn man auf dem Niveau operiert [wie es die Teams im ADAC GT Masters tun]. Jetzt habe ich diese Stabilität und bin wesentlich ruhiger."

"Ich arbeite jetzt mit einem Mentaltrainer zusammen. Mit ihm spreche ich, wenn ich Probleme habe, oder selbst an guten Tagen. Das gibt mir eine ganz andere Perspektive, über die ich zuvor nie nachgedacht habe. Jetzt befasse ich mich sehr stark damit, denn solche Dinge sind unglaublich wichtig, wenn auf einem so hohen Niveau arbeitet wie hier."

Fokus auf ein Team soll helfen

Stabilität gibt es auch in anderer Hinsicht. Costa fährt nun in der GT-World-Challenge (GTWC) Europe und im ADAC GT Masters mit demselben Team. Bei Emil Frey Racing ist er nun in dem Team dauerhaft heimisch, mit dem er im GT-Sport aufgewachsen ist. Zuvor war er immer zwischen Frey und Grasser Racing in GTWC und ADAC GT Masters hin und hergesprungen.

Seit 2016 ist er Teil der Mannschaft von Lorenz Frey-Hilti. "Ich kenne sie perfekt. Ich helfe ihnen, und sie helfen mir auch, es ist also wie eine Familie. Fast mehr als eine Familie, würde ich sagen", so Costa.

"Ich wechsle in diesem Jahr das Auto nicht mehr und das ist ein Vorteil. Die Autos [von GRT Grasser und Emil Frey Racing] sind manchmal ein bisschen unterschiedlich. Grasser kennt dieses Auto wie die eigene Westentasche."

"Emil Frey Racing ist erst von Jaguar auf Lexus und dann auf Lamborghini gewechselt. Sie fahren in dieser Konstellation erst seit drei Jahren. Die Abstimmung ist ein bisschen aggressiver als bei Grasser. Letztendlich ist es eine andere Philosophie, menschlich und arbeitstechnisch. In manchen Bereichen ist Grasser professioneller, in anderen Emil Frey."

 

Er lacht und zieht den Vergleich zum Privatleben: "Es ist wie mit verschiedenen Freundinnen, es gibt immer Unterschiede in verschiedenen Bereichen, positiv wie negativ. Jeder versucht, sein Bestes zu geben. Ich bin mit beiden zufrieden, und am Ende fahre ich für Lamborghini, und darum geht's letztlich.

Lamborghini lässt Costa nicht hängen

Auch nach den Ereignissen am Sachsenring sei sein Werksfahrervertrag nie in Gefahr gewesen, versichert er: "Es gab einige Hersteller, die an mir interessiert waren. Aber nach der Saison rief Giorgio [Sanna, Lamborghini-Motorsportchef] mich an und sagte, ich solle ruhig bleiben."

Zwar läuft sein Vertrag ohnehin erst Ende 2022 aus, dennoch war es eine willkommene Rückversicherung: "Als er mich anrief, sagte er mir, dass der Plan sei, mit mir weiterzumachen und den Vertrag um weitere Jahre zu verlängern. Aber wie immer im Leben muss man sich diesen erst verdienen. Sollte ich [sportlich] abstürzen, wird er natürlich nicht verlängert."

Somit hat er dieses Jahr zwei Prioritäten: eine langfristige Bindung an einen Hersteller - bevorzugt Lamborghini - und den ersten Titel im ADAC GT Masters nach Sant'Agata Bolgnese zu holen. "Ich habe das Team, das Auto und den Teamkollegen dafür", sagt er über seinen neuen Partner Jack Aitken. Sie waren zwar schon 2021 Teamkollegen bei Emil Frey in der GTWC, aber da saß Aitken noch in einem anderen Fahrzeug.

Jack Aitken ist Costas neuer Teamkollege im ADAC GT Masters

Jack Aitken ist Costas neuer Teamkollege im ADAC GT Masters

Foto: ADAC Motorsport

Der Williams-Formel-1-Testfahrer ist so ziemlich das genaue Gegenteil vom impulsiven Costa Balboa: "Er ist ein supernett, sehr ruhig und professionell. Ich kann einige positive Dinge von ihm lernen. Er kommt aus der Formel 1. Da kann ich nur profitieren. Und er hat keinerlei Starallüren. Wir sind dabei, Freunde zu werden, das gefällt mir." Aitken äußerte sich ähnlich lobenswert über Costa.

Bislang kämpft Emil Frey Racing noch damit, die neue Generation Pirelli-Reifen in das richtige Arbeitsfenster zu bekommen. So reichte es beim GTWC-Auftakt in Imola nur zu Platz 13. Bei den Testfahrten in Oschersleben wurde es P14, aber der Rückstand auf die Bestzeit betrug weniger als eine halbe Sekunde.

Und eine Sache ist bei allen Veränderungen gleichgeblieben, versichert Albert Costa: "Dieses Jahr habe ich [im Auto] noch nicht gesungen. Aber es stimmt, dass ich jetzt, wo ich alles besser unter Kontrolle habe, manchmal mehr singen kann, weil mein Geist entspannter ist."

Mit Bildmaterial von Alexander Trienitz.

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