Ganz in Schwarz: Art-Car von BMW glänzt in Macao

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Ganz in Schwarz: Art-Car von BMW glänzt in Macao
Stefan Ehlen
Autor: Stefan Ehlen
29.11.2017, 20:18

Augusto Farfus hat das von Cao Fei innovativ gestaltete Art-Car von BMW beim GT-Weltcup 2017 in Macao hervorragend in Szene gesetzt.

Schwarz steht den Rennfahrzeugen von BMW. Das wissen Motorsport-Fans nicht erst seit dem BMW M3 von Bruno Spengler, mit dem der Kanadier in der DTM-Saison 2012 zum Titelgewinn in der Fahrerwertung fuhr. Für BMW und das Team Schnitzer war dieser Erfolg damals die Krönung im Comeback-Jahr in der Rennserie. Und auch bei der Rückkehr auf den Guia Circuit in Macao glänzte die Marke aus München mit dem Team aus Freilassing. Wieder sorgte ein schwarzes BMW-Rennauto für Aufsehen.

Anders als Spenglers DTM-Fahrzeug war der BMW M6 GT3 von Augusto Farfus in Macao aber nicht aufgrund von Sponsorenfarben komplett in Schwarz gehalten, sondern wegen des innovativen Art-Car-Projekts der chinesischen Künstlerin Cao Fei. Für sie war das Rennauto die Leinwand, auf der sie ihrer künstlerischen Vision Ausdruck verlieh – allerdings ohne klassischen Pinselstrich wie in der Vergangenheit bei John Baldessari oder Jeff Koons. Stattdessen holte Fei das jüngste BMW-Art-Car in die digitale Welt, ein Novum in der Geschichte der rollenden BMW-Kunstwerke.

Die Zauberworte: Augmented und Virtual Reality. Denn erst mit der Verwendung einer speziellen App (im App-Store unter "BMW Art Car #18" zu finden) wird das Gesamtwerk von Fei am und vor allem über dem M6 sichtbar – als eine Kombination von Maschine, Formenspiel und Lichtpartikeln mit Elementen aus der chinesischen Kultur. Oder in den Worten der Künstlerin: "Für mich repräsentiert Licht die Gedanken. Und da die Geschwindigkeit von Gedanken nicht messbar ist, thematisiert das 18. Art-Car die Grenzen des menschlichen Denkens."

 

BMW M6 GT3 Art Car von Cao Fei
BMW M6 GT3 Art Car von Cao Fei

Foto: BMW AG

Eine passendere Kulisse als den Guia Circuit von Macao hätte sich Fei für ihr Projekt kaum wünschen können. Denn der berühmt-berüchtigte Stadtkurs gilt als Grenzerfahrung für die Piloten, als die ultimative Mutprobe, umringt von den schillernden Hotel- und Casinopalästen, für die Macao weltbekannt ist. Es ist ein Ort, an dem nichts unmöglich zu sein scheint. Und genau diese Erfahrung haben in diesem Jahr auch Farfus, das Schnitzer-Team und Künstlerin Fei gemacht.

Für Farfus war die fahrerische Herausforderung gewaltig. Der Brasilianer, sonst für BMW in der DTM unterwegs, war seit 2010 nicht mehr in Macao angetreten, hatte sich aber akribisch auf seinen Einsatz am Guia Circuit vorbereitet. Vom ersten Training an zeigte Farfus eine fehlerlose Leistung. Dabei hatte er durch das Art-Car-Projekt ein besonderes Handicap: Aufgrund der mattschwarzen Spezialfarbe am Auto und einer begrenzten Anzahl an Ersatzteilen in diesem Sonderdesign war er dazu angehalten, das Fahrzeug in einem Stück zurück zur Box zu bringen.

Im Qualifying hatte Farfus seine erste kleine Sternstunde mit dem Art-Car: Platz sechs hinter den dominierenden Mercedes-Autos und dem bestplatzierten Audi. Im turbulenten Qualifying-Rennen, das von einem Massencrash mit zwölf Rennwagen überschattet wurde, entging Farfus allen Zwischenfällen, sicherte sich sogar Platz drei und damit einen Platz auf dem Podium – acht Jahre nach seinem Sieg für Schnitzer-BMW in der Tourenwagen-WM (WTCC) an gleicher Stelle.

 

Podium: second place Augusto Farfus, BMW Team Schnitzer, BMW M6 GT3
Podium: Augusto Farfus, BMW Team Schnitzer, BMW M6 GT3

Foto: BMW AG

Doch erst das Hauptrennen, der GT-Weltcup, brachte wahre Dramatik ins Spiel: Von Startplatz zwei kommend geriet Farfus in der Startphase mit einem Konkurrenten aneinander, wobei die Heckpartie seines Fahrzeugs beschädigt wurde. Mehr noch: Der Heckdeckel seines M6 drohte abzufallen, weshalb Farfus von der Rennleitung zu einem Reparaturstopp gezwungen wurde. Das Art-Car fiel dadurch aus aussichtsreicher Position zurück und auf den letzten Platz.

Der weiterhin actionreiche Rennverlauf spielte Farfus dann in die Karten: Der DTM-Routinier startete eine Aufholjagd und machte Position um Position gut, als die Konkurrenz ihrerseits ins Straucheln geriet, um am Ende nur knapp am erneuten Podium vorbeizufahren – Platz vier. BMW-Sportchef Jens Marquardt befand dieses Comeback für "beeindruckend, atemberaubend und letztlich doch noch versöhnlich". Typisch Macao eben. Denn Farfus war am Ende tatsächlich noch als bester BMW-Fahrer ins Ziel gekommen.

Auch Künstlerin Fei zeigte sich zufrieden mit dem Ausgang der Rennveranstaltung: "Ich war vor dem Rennen nervös und aufgeregt und ich bin es auch danach noch. Was Augusto hier erreicht hat, war unglaublich. Für mich ist er ein Held."

In Erinnerung bleibt aber auch das erste digitale Art-Car: mit unseren Bilder-Höhepunkten aus Macao und mit der interaktiven App, die das besondere Kunstauto dokumentiert und im Detail erklärt. Zudem bietet ein Video den Blick hinter die Kulissen und zeigt die Entstehungsphase des 18. BMW-Art-Cars auf. "Dieses Projekt", sagt BMW-Sportchef Marquardt, "war sehr gelungen und hat sicher nicht nur mich inspiriert. Wir denken, dass wir die Tradition der Art-Cars würdig fortgeführt haben – und freuen uns schon auf weitere Projekte in der Zukunft."

Bilder-Höhepunkte: Das BMW-Art-Car in Macao

Fotostrecke
Liste

Augusto Farfus, BMW Team Schnitzer, BMW M6 GT3

Augusto Farfus, BMW Team Schnitzer, BMW M6 GT3
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Foto: : BMW AG

Augusto Farfus, BMW Team Schnitzer, BMW M6 GT3 with Chao Fei

Augusto Farfus, BMW Team Schnitzer, BMW M6 GT3 with Chao Fei
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Augusto Farfus, BMW Team Schnitzer, BMW M6 GT3

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Augusto Farfus, BMW Team Schnitzer, BMW M6 GT3
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Foto: : BMW AG

Augusto Farfus, BMW Team Schnitzer, BMW M6 GT3, Raffaele Marciello, Mercedes-AMG Team GruppeM Racing, Mercedes - AMG GT3

Augusto Farfus, BMW Team Schnitzer, BMW M6 GT3, Raffaele Marciello, Mercedes-AMG Team GruppeM Racing, Mercedes - AMG GT3
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Foto: : Andreas Beil

Augusto Farfus, BMW Team Schnitzer, BMW M6 GT3

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Foto: : Alexander Trienitz

Augusto Farfus, BMW Team Schnitzer, BMW M6 GT3

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Foto: : Alexander Trienitz

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