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Vorschau: GT-Weltcup in Macau 2018 mit zwölf deutschen Autos

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Vorschau: GT-Weltcup in Macau 2018 mit zwölf deutschen Autos
Autor:
14.11.2018, 18:45

15 Fahrzeuge von fünf Marken kämpfen in Macau um den Titel im vierten GT-Weltcup, darunter sind auch die deutschen Hersteller Audi, BMW, Mercedes und Porsche

Edoardo Mortara ist der Gejagte. Wieder einmal. Aber er kennt das bereits: Mit insgesamt zehn Laufsiegen (Qualifikationsrennen mitgerechnet) zählt Mortara zu den erfolgreichsten Piloten auf dem legendären Guia Circuit von Macau. Und dieses Mal geht er als Titelverteidiger in die vierte Ausgabe des GT-Weltcups. Die Konkurrenz ist aber geringer denn je: Nur 15 Fahrzeuge sind für das Rennen gemeldet, am Start sind aber immerhin fünf verschiedene Marken via ihre Kundenteams.

Am besten vertreten sind in Macau die deutschen Hersteller: Audi (4), BMW (1), Mercedes (3) und Porsche (4) stellen zusammen den Löwenanteil im Feld, als einzige nicht-deutsche Marke ist Nissan mit drei weiteren Autos am Start. Dabei waren es im GT-Weltcup seit 2016 stets 20 oder mehr Fahrzeuge. Aber: Mit Maro Engel (2015), Laurens Vanthoor (2016) und Mortara sind immerhin alle bisherigen Weltcup-Titelträger wieder dabei. Sie zählen auch in diesem Jahr zu den Favoriten.

Platin und Gold – mit einer Ausnahme

Engel und Mortara starten genau wie Raffaele Marciello im Mercedes-AMG GT3 für das GruppeM-Team. Vanthoor hat mit Earl Bamber einen ebenso erfolgshungrigen Stallgefährten bei Manthey, wo das Modell Porsche 911 GT3 R gefahren wird. Rennwagen gleicher Spezifikation werden bei Craft-Bamboo für Darryl O'Young und Mathieu Jaminet eingesetzt.

Christopher Haase, der zweite Deutsche neben Engel, steuert einen Audi R8 LMS für Rutronik. Die drei weiteren Audi-Autos werden von Robin Frijns (WRT), Dries Vanthoor (WRT) und Adderly Fong (Zun) bewegt. Augusto Farfus ist für Schnitzer als Einzelkämpfer im BMW M6 GT3 unterwegs.

Podium 2017: Edoardo Mortara holt den Sieg

Podium 2017: Edoardo Mortara holt den Sieg

Foto: Alexander Trienitz

Bleiben die drei Nissan-Autos des Typs GT-R Nismo GT3 bei KCMG: Hier sitzen Alexandre Imperatori aus der Schweiz sowie Tsugio Matsuda und Oliver Jarvis in den Cockpits.

Interessant ist die Struktur der Fahrereinstufung: Beim GT-Weltcup treten zehn Fahrer der Platin-Kategorie an, dazu vier mit Status Gold. Einziger Silber-Teilnehmer ist O'Young aus Hongkong, der jedoch bereits einen Rennsieg in Macau erzielt hat: Er gewann 2008 das erste GT-Cup-Rennen überhaupt auf dem Guia Circuit. Wohl auch deshalb hat er seine Starterlaubnis erhalten, weil der Weltcup eigentlich nur Platin- und Goldfahrern wie Engel, Mortara und Laurens Vanthoor vorbehalten ist.

Vanthoors kurioser Sieg 2016

Vanthoor war es auch, der 2016 eines der kuriosesten Macau-Rennen aller Zeiten gewann – auf dem Dach liegend! Er war bei einem Überholversuch gegen Bamber bei etwa 250 km/h mit seinem Audi ausgangs der Mandarin-Kurve in die Leitplanken geknallt. Sein Fahrzeug hob anschließend ab, drehte sich in der Luft, krachte herunter und Vanthoor rutschte auf dem Dach noch etliche Meter weiter in Richtung Lisboa.

Zum zweiten Mal in diesem Rennen wurden rote Flaggen gezeigt – und der Weltcup schließlich endgültig abgebrochen. Weil das Rennen mit Ende der vierten Runde gewertet wurde, erklärte man den zu diesem Zeitpunkt führenden Vanthoor zum Sieger, obwohl er den Abbruch verursacht hatte. Insgesamt waren nur zwei Runden unter Grün gefahren worden – statt der eigentlich geplanten 18 Rennrunden für den GT-Weltcup.

Der Unfall von Laurens Vanthoor in Macau 2016

Der Unfall von Laurens Vanthoor in Macau 2016

Foto: Macau GP

Das zeigt: Macau ist immer für eine Überraschung gut. Und keine Runde ist dort wie die andere. Vor allem nicht für den Spitzenreiter, weil er als einziger im Feld keinen Windschatten bekommt – und eben dieser ermöglicht vor der besten Überholstelle der Strecke am Lisboa-Rechtsknick eine Chance zum Platztausch. Ansonsten sind vor allem zwei Dinge gefragt: Geduld und Präzision.

Was die Fahrer über Macau denken

Oder wie es Mortara ausdrückt: "Macau lässt sich mit keiner anderen Rennstrecke vergleichen. Die Leitplanken und Mauern sind an manchen Stellen extrem hoch und viele Kurven sind komplett uneinsehbar. Bisweilen fühlt es sich an, wie durch ein super-schmales, gelb-schwarzes Labyrinth zu jagen. Noch dazu geht es ständig rauf und runter. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl."

Der Titelverteidiger hält es übrigens für eine "gute" Sache, dass 2018 weniger GT-Autos dabei sind. "Der Kurs an sich ist schon eng genug", meint Mortara. Teamkollege Engel ergänzt: "Die Teilnehmerliste ist vielleicht nicht ganz so voll wie in manch anderen Jahren, aber nichtsdestoweniger sind erneut die besten GT-Fahrer und -Teams am Start." Und für einen von ihnen gibt's am Sonntag einen inoffiziellen WM-Titel!

Zeitplan für den GT-Weltcup

Donnerstag
05:25 - 05:55 Uhr: 1. Training

Freitag
05:30-06:00 Uhr: 2. Training
09:10-09:40 Uhr: Qualifying

Samstag
06:05-07:05 Uhr: Qualifikationsrennen (12 Runden)

Sonntag
05:25-06:40 Uhr: Hauptrennen (18 Runden)

 
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Rennserie GT
Autor Stefan Ehlen