Marcel Steiner: "So ein Saisonabschluss ist besonders schön..."

Der Schweizer Bergmeister gewann das Internationale Bergrennen Mickhausen nach einem harten Duell mit Patrik Zajelsnik. Romeo Nüssli triumphierte wie im Vorjahr in der Gruppe E1.

Schönes Herbstwetter im Training vom Samstag, Regen am Morgen des Renntags, danach trocken und zum Schluss fast perfekte Verhältnisse – die 163 Fahrer aus sieben Nationen mussten sich beim Int. 37. ADAC Bergrennen Mickhausen südlich von Augsburg in Südbayern auf alle Bedingungen einstellen. Und am besten gelang dies Marcel Steiner.

Nur im ersten Training und im zweiten Rennlauf am Sonntag war sein grosser Gegenspieler Patrik Zajelsnik im Norma M20 FC auf der 2,2 km langen Strecke um jeweils eine Zehntelsekunde schneller. Steiners klare Bestzeit im nassen ersten Rennlauf war aber für nichts, weil der Regen für den Rest des Tages aufhörte und die Piste langsam abtrocknete. 

 

Im zweiten Durchgang irritierten ihn die Ölflaggen im schnellen Régal-S, wo lange nach einem heftigen Unfall des Schweizers Patrick Hedinger (Peugeot 205) gar keine Rutschgefahr mehr bestand, etwas mehr als den mit slowenischer Lizenz startenden Deutschen. 

So musste der dritte, nahezu trockene Lauf die Entscheidung bringen. Steiner zeigte Nervenstärke und legte mit 49,258 die Tagesbestzeit hin, klar vor Zajelsnik (50,035). In der Addition der beiden besten Zeiten lag der Schweizer Bergmeister somit um 0,684 voraus.

Nach seinen beiden Tagessiegen von 2010 und 2012 (als er Simone Faggioli bezwang) mit dem Osella FA30 war es für den 42-jährigen Berner der dritte beim grossen deutschen Finalrennen und der erste internationale Erfolg mit dem LobArt-Mugen. 

 

"Als weder Merli noch Faggioli auf der Startliste standen, wusste ich, dass ich hier mit Zajelsnik um den Sieg fahren werde. Der Saisonschluss in Mickhausen ist immer schön, und wenn man vor dieser tollen Zuschauerkulisse gut fährt und danach bei einer öffentlichen Siegerehrung gefeiert wird, ist das genial", freute sich Steiner.

Wie zuletzt beim Bergrennen Gurnigel durfte Christoph Lampert als Dritter auf dem Gesamtsiegerpodest mitfeiern. Mit jedem Rennen kommt der Vorarlberger besser mit dem Osella PA2000 Honda Evo zurecht. 

Hinter den drei Sportwagenpiloten belegte Simon Hugentobler zur eigenen Überraschung den vierten Platz und gewann damit die Gruppe E2-SingleSeater. Von seinem Sohn Robin Faustini gecoacht, der wegen Motorproblemen am Tatuus-Honda FM von Bossy Racing auf den geplanten Start verzichten musste, fand Hugentobler den richtigen Kompromiss, um die Power des Reynard-Mugen 97D bei den tückischen Bedingungen richtig einzusetzen.

Fausto Bormolini, Tagessieger von 2007 in Mickhausen, blieb nach einem leichten Leitplankenkontakt im Nassen auch in den zwei weiteren Rennläufen ebenso wie Teamkollege Renzo Napione (beide Reynard-Cosworth) hinter dem Aargauer zurück. 

 

Drei weitere Schweizer brillierten bei den Tourenwagen. Romeo Nüssli verblüffte am Morgen im Nassen mit der zweitschnellste Gesamtzeit hinter Steiner. Auch auf abtrocknender Strecke war der SM-Dritte mit seinem Ford Escort Cosworth der Beste aus der stark besetzten Gruppe E1, zu der die um den FIA International Hill Climb Cup kämpfenden Karl Schagerl (VW Golf Rallye 4WD) und Karel Trneny im Skoda Fabia WRC gehörten.

Trotz Motorproblemen fuhr der Österreicher im dritten Lauf die absolute Tourenwagen-Bestzeit. Den Schweizer Doppelsieg durch Romeo Nüssli und Thomas Kessler (Mitsubishi) konnte Schagerl wie auch der Tscheche aber nicht mehr verhindern. 

Mit Nicolas Werver (Porsche 997 GT2), Herbert Pregartner (Porsche 911 GT2 RSR), Norbert Handa (Lancia Delta) und Herbert Stolz (Porsche 935 dp 4WD) schlug das Schweizer Duo weitere in ihren Ländern erfolgreiche Konkurrenten. Nur der 23-jährige Franzose Pierre Courroye war mit einem effizient pilotierten McLaren MP4 12C GT3 noch schneller als alle E1-Geschosse. Hut ab!

Der Schweizer Bergmeister Frédéric Neff war mit seinem heckgetriebenen Porsche 996 Cup in der nur in einer Gruppe über drei Liter zusammengefassten Klasse trotz einer ebenfalls guten Leistung (Platz 9 mit nur 4,368 Sekunden Rückstand auf Nüssli) chancenlos. 

 

Den vierten Schweizer Sieg gab es bei den Tourenwagen bis drei Liter durch Seppi Koch im Opel Kadett C 16V. Nach vorsichtiger Fahrt im nassen ersten Lauf stiess der Luzerner mit zwei knappen Bestzeiten vom vierten auf den ersten Rang vor.

Bergrennen Mickhausen - Gesamtklassement (Scratch)

Bergrennen Mickhausen - Nationale Klassen

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Über diesen Artikel
Rennserien Bergrennen
Veranstaltung Mickhausen
Unterveranstaltung Sonntag, Rennen
Fahrer Marcel Steiner , Christoph Lampert , Patrik Zajelšnik
Teams Steiner Motorsport , JAZ Racing
Artikelsorte Rennbericht
Tags schweiz