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Volkswagen Pikes Peak 2018: Offene Rechnung beglichen

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Volkswagen Pikes Peak 2018: Offene Rechnung beglichen
07.12.2018, 10:15

Anzeige: Mit dem Elektro-Rennwagen ID. R Pikes Peak hat Volkswagen im Juni 2018 beim legendären Bergrennen „Pikes Peak International Hill Climb“ Geschichte geschrieben. Der Rückblick!

19,99 Kilometer, 156 Kurven, 1.440 Meter Höhenunterschied. Nur ein Versuch. Kaum Leitplanken. Abhänge mit bis zu einigen hundert Metern Tiefe. Das ehrfurchtsvoll "Race to the Clouds" genannte Event am Pikes Peak, das auf 2.862 Metern startet und erst 4.302 Meter über Meereshöhe endet, ist seit mehr als 100 Jahren das spektakulärste Bergrennen im Motorsport.

Volkswagen war von 1985 bis 1987 mit dem legendären Golf "Pikes Peak" am Start, der von zwei Motoren angetrieben wurde. Drei Anläufe, in denen Rallye-Profi Klaus-Joachim "Jochi" Kleint alles gab, es aber für den Gesamtsieg nicht reichte. Beim letzten Versuch 1987 scheiterte Kleint nur wenige Meter vor dem Ziel mit einem Defekt – und Volkswagen hatte mit dem Pikes Peak seitdem eine Rechnung offen.

Im Windkanal wurde der E-Renner auf aerodynamische Effizienz getrimmt

Im Windkanal wurde der E-Renner auf aerodynamische Effizienz getrimmt

Foto: Volkswagen Motorsport

Drei Jahrzehnte später wurde sie beglichen: Am 24. Juni 2018 holte Fahrer Romain Dumas mit dem rein elektrisch angetriebenen Volkswagen ID. R Pikes Peak den Sieg. Mit einer Zeit von 7:57,148 Minuten verbesserte der 40-Jährige nicht nur die bisherige Bestmarke für Elektrofahrzeuge, sondern auch den Allzeit-Rekord von Sebastien Loeb aus dem Jahr 2013 – und das um gleich 16,730 Sekunden. Zum ersten Mal in der langen Historie des seit 1916 ausgetragenen Bergrennens bezwang ein Fahrzeug die schwierige Strecke zum Gipfel in unter acht Minuten. Ein Tag, an dem Rekordmarken fielen und Volkswagen Geschichte schrieb.

Nur 250 Tage von der Idee bis zur Rekordfahrt

Rekordverdächtig war auch der Zeitraum, in dem der 500 kW (680 PS) starke ID. R Pikes Peak entwickelt wurde: Zwischen Bekanntgabe des Pikes-Peak-Projekts am 18. Oktober 2017 und der Rekordfahrt am Pikes Peak lagen gerade einmal 250 Tage. Die ersten Entwürfe entstanden am Computer, und um die Zeit bis zur Fertigstellung des Rennwagens zu nutzen, rüsteten die Techniker einen Golf aus der Tourenwagen-Abteilung von Volkswagen Motorsport auf Elektroantrieb um. Mit diesem ersten Testträger drehten Romain Dumas und Entwicklungsfahrer Dieter Depping auf dem Testgelände Runde um Runde, um Daten für die Konfiguration des späteren "echten" Rennfahrzeugs zu sammeln.

Am 22. April war es endlich so weit: Der ID. R Pikes Peak war fertig konstruiert und wurde auf der Rennstrecke im südfranzösischen Ales der Öffentlichkeit präsentiert, und Romain Dumas drehte auf seiner "Hausstrecke" unweit seines Wohnortes erste Runden mit seinem zukünftigen Einsatzgerät.

 

Ab Ende Mai ging es dann über den Großen Teich an die Pikes-Peak-Strecke, wo Dumas den ID. R zum ersten Mal unter realen Bedingungen testen konnte – auch wenn hierfür nur wenige Tage zur Verfügung standen. Angesichts des knappen Zeitraums und der erschwerten Testbedingungen des Bergrennens ist der Rekordsieg umso beeindruckender – wobei Romain Dumas auch ein echter "Pikes-Peak-Experte" ist, denn der Franzose hatte den Berg bereits dreimal zuvor in Bestzeit erklommen.

Nach dem Sieg auf große Tour

Im Anschluss an den Rekordsieg im Juni 2018 ging der ID. R Pikes Peak auf große Tour: Erste Station nach dem Rennen im Juni war der Auftritt beim "Goodwood Festival of Speed", wo Dumas und der Elektro-Prototyp die Motorsport-Welt ein weiteres Mal faszinierten: Der Franzose gewann den traditionellen Hillclimb und verbesserte den Rekord für Elektro-Rennwagen auf 43,86 Sekunden – 3,48 Sekunden schneller als die bis dato bestehende Bestmarke.

Auch beim

Auch beim "Goodwood Festival of Speed" setzte der ID. R Pikes Peak einen Rekord

Foto: Volkswagen Motorsport

Seine Deutschland-Premiere feierte der ID. R Pikes Peak Anfang August bei den "Classic Days Schloss Dyck", wo der Rekord-Renner im Rahmen einer Ausstellung den Besuchern präsentiert wurde. Nur drei Wochen darauf kehrte der Rennwagen in die Vereinigten Staaten zurück: Beim berühmten "Concours d’Elegance" im kalifornischen Pebble Beach zog der futuristisch designte Prototyp Auto-Enthusiasten und Fachpresse in seinen Bann.

Und als krönender Abschluss wurde der ID. R Pikes Peak gleich zweimal zum "Rennauto des Jahres" gekürt – vom deutschen Fachmagazin Auto Bild Motorsport und vom britischen Automagazin BBC Top Gear Magazine. Damit folgte dem Erfolg auf der Rennstrecke nun die doppelte Ehrung durch zwei renommierte und reichweitenstarke Zeitschriften.

 

Ein turbulentes Jahr für den ersten elektrischen Rennwagen der Marke. Dieser hat als sportlicher Vorbote der ID. Familie, der Baureihe rein elektrisch angetriebener Serienfahrzeuge, die Volkswagen ab 2020 auf den Markt bringt, ein starkes Zeichen in Sachen Elektromobilität gesetzt. 

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