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Chaotische Vorbereitung: Wie McLaren und Alonso in Indianapolis scheiterten

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Chaotische Vorbereitung: Wie McLaren und Alonso in Indianapolis scheiterten
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22.05.2019, 13:22

McLaren-Boss Zak Brown offenbart haarsträubende Versäumnisse, die zum Scheitern von Fernando Alonso in der Qualifikation zum Indy 500 führten

Fernando Alonsos Traum von einem Sieg beim Indianapolis 500 ist zumindest für das Jahr 2019 geplatzt. Der Spanier scheiterte mit seinem von McLaren eingesetzten Chevrolet bereits in der Qualifikation zum Rennen. Schuld daran war eine ganze Reihe von Unzulänglichkeiten und haarsträubenden Pannen, die McLaren-Boss Zak Brown im Gespräch mit der Nachrichtenagentur 'The Associated Press' offenbart.

"Wir haben es nicht verdient im Rennen zu sein und das ist unsere eigene Schuld", sagt Brown. "Es ist nicht so, dass wir unser Bestes gegeben hätten. Wir haben uns selbst geschlagen", so seine schonungslose Analyse des Indy-Flopps.

Was Brown dann erzählt, hat wenig mit dem penibel geführten McLaren-Team zu tun, wie man aus der Ära eines Ron Dennis in der Formel 1 kannte. Schon Alonsos erster Test im April in Fort Worth begann mit Verzögerung - weil das Auto ohne Lenkrad an die Rennstrecke geliefert worden war! Brown persönlich musste bei Cosworth ein Lenkrad organisieren.

McLaren-Boss muss ein Lenkrad organisieren

"Zak Brown sollte nicht nach Lenkrädern suchen", hält der Konzernchef trocken fest. "Die Vorbereitung und das Projekt-Managment war unzureichend, und daran ist es letztlich gescheitert", so das Urteil Brwons.

Auch die Zusammenarbeit mit dem technischen Partner Carlin verlief aus Sicht von McLaren mehr als unglücklich. So hatte Carlin Alonsos Auto zwar mit einer orangefarbenen Lackierung nach Indianapolis gebracht, doch entsprach die Farbe nicht dem "Papaya Orange", der traditionellen Hausfarbe von McLaren. Also mussten Auto und Ersatzteile neu lackiert werden.

Das rächte sich am vergangenen Mittwoch, als Alonso beim Training verunfallte. Die notwendigen Ersatzteile befanden sich zu diesem Zeitpunkt - 30 Tage nachdem McLaren den Mangel moniert hatte - in einer Lackierei 30 Minuten von der Rennstrecke entfernt. Während andere Fahrer kurz nach ihren Unfällen wieder auf die Strecke gehen konnten, verlor Alonso unter dem Strich mehr als einen Tag.

Zu kurze Übersetzung beim letzten Qualifying-Run

Nach Einschätzung von Brown habe sich Carlin mit der Unterstützung für das McLaren-Auto neben den Einsätzen der eigenen Fahrzeuge für Max Chilton und Patricio O'Ward völlig überhoben. "Es ist klar, dass sie nicht in der Lage waren, drei Autos einzusetzen und uns zu bedienen", sagt Brown. Dafür spricht, dass neben Alonso auch Chilton und O'Ward an der Qualifikation scheiterten.

Fernando Alonso, McLaren Racing Chevrolet

Fernando Alonso, McLaren Racing Chevrolet

Foto: Geoffrey M. Miller / LAT Images

Auch ein verzweifelter Umbau der Abstimmung, mit der McLaren Alonso doch noch ins Rennen bringen wollte, brachte am sogenannten "Bumpday" keinen Erfolg. Juncos-Pilot Kyle Kaiser verdrängte Alonso aus dem Feld der 33 Starter. Und auch hieran war McLaren selber schuld, denn nach dem letzten Versuch von Alonso in der Qualifikation stellte sich heraus, dass die Getriebeabstimmung des Autos zu kurz gewählt worden war.

"Wir hatten ein Auto, dass für 229 [Meilen pro Stunde] gut war, das Getriebe ging aber nur bis 227,5. Also haben wir uns selbst geschlagen", sagt Brown, der seiner IndyCar-Truppe trotz der zahlreichen Fehler dennoch den Rücken stärkt - zumindest zum Teil: "Ich will nicht, dass die Welt glaubt, McLaren sei eine Truppe von Idioten, nur weil wir ein paar davon hatten. Es gab auch echte Stars."

Zak Brown: Hatte seit dem ersten Test ein ungutes Gefühl

Zu seiner eigenen Verantwortung am krachend gescheiterten Indy-500-Projekt sagt Brown: "Ich ärgere mich über mich selbst, weil ich seit dem ersten Test ein ungutes Gefühl hatte. Ich hätte meinem Instinkt folgen und mich mehr darum kümmern sollen. Allerdings hätte die Formel 1 darunter nicht leiden dürfen."

Doch so muss sich der McLaren-Boss am Ende des Indy-Projekts 2019 in Demut üben. "Ich fühle mich den Fans und Sponsoren verpflichtet, wir haben sie im Stich gelassen. Wir haben unser Versprechen nicht erfüllt und ich denke, sie brauchen mehr als nur eine Entschuldigung", so Brown.

"Es wird Auswirkungen auf diejenigen haben, die es nicht verdienen, für ein großartiges Team wie McLaren zu arbeiten", kündigt er ein Aufräumen als bereits passiert, an. "Wir werden uns ansehen, was wir hier gelernt haben, und die Liste ist eine Meile lang. Ich hoffe, die Leute wissen, dass wir es ernst meinen. Wir sind Racer, Fernando ist ein Star, und wir geben nicht auf. Wir wollen zurückkommen."

Mit Bildmaterial von LAT.

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