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Dauer-Pechvogel Will Power nimmt es philosophisch

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Dauer-Pechvogel Will Power nimmt es philosophisch
Autor:
Co-Autor: David Malsher
02.04.2019, 11:31

Wieder einmal bringt pures Pech Will Power um einen sicher geglaubten IndyCar-Sieg - Während er sich tröstet, erklärt Penske, warum man ihn nicht früher reinholte

Auch mit 38 Jahren ist Will Power in der IndyCar-Serie noch immer das Maß der Dinge, was reinen Speed angeht. Auf eine Runde kann es mit dem Penske-Fahrer aus Toowoomba kaum jemand aufnehmen. Doch seinen 56 Pole-Positions (nur noch elf fehlen bis zum Allzeit-Rekord von Mario Andretti) stehen lediglich 34 Siege und ein Titel gegenüber.

Neben eigenen Fehlern ist es vor allem unfassbares sportliches Pech, das den Australier immer wieder um die Früchte seiner Arbeit bringt. Die IndyCar-Premiere in Austin war das jüngste Beispiel dafür: Power dominierte das Wochenende und führte das Rennen überlegen an. Just als er seinen letzten Boxenstopp in Angriff nehmen will, kommt die einzige Gelbphase des Rennens. Die Boxengasse wird geschlossen, Power fällt weit zurück. Es ist bei weitem nicht das erste Mal, dass ihm das passiert ist.

Dass diese Situation eigentlich gar keine Rolle mehr spielte, weil Power vom Boxenstopp gar nicht mehr losfahren konnte, änderte erst einmall nicht viel. Er war nach dem Rennen eher erbost über die IndyCar-Regeln mit der geschlossenen Boxengasse bei Gelb als über den technischen Defekt.

Aus strategischen Gründen lange draußen geblieben

Längst hat er sich beruhigt und verkündete noch am Rennabend in den sozialen Medien: "Das ist Motorsport. Es gibt deutlich schlimmere Dinge im Leben als ein schlechtes Resultat auf der Strecke." Eine Gratulation an Colton Herta, den jüngsten Sieger der IndyCar-Geschichte, lässt er folgen. Gewiss lebt es sich als Millionär mit Frau und Kind nicht schlecht. Doch das sportliche Pech zieht sich wie ein roter Faden durch seine Penske-Karriere. Nichtsdestotrotz bringt er es auf einen IndyCar-Titel und einen Indy-500-Sieg.

Sein Strategiechef Dave Faustino erklärt, warum man Will Power nicht früher zum Boxenstopp geholt hat, wo es doch bekannt ist, dass man sich in ein gefährliches Fenster begeben hat: "Alex(ander Rossi) hatte so viel Push-to-Pass übrig. Wir wären Gefahr gelaufen, dass er bei freier Bahn viel davon abgerufen und uns so überholt hätte. Damit kann man fünf oder sechs Zehntelsekunden auf dem Circuit of the Americas gewinnen. Hätten wir eine Runde früher gestoppt, wäre es sicherer und konservativer gewesen. Aber wir wollten den Sieg." Auch die Tatsache, dass eine Gelbphase auf dem COTA eher unwahrscheinlich war, dürfte mit reingespielt haben.

IndyCar ist die Problematik der geschlossenen Boxengasse bekannt. Die Regeln werden seit Jahren immer wieder diskutiert, doch das Element der Unvorhersehbarkeit war neben Sicherheitsaspekten (niemand will unter Gelb ein Rennen an die Box) bislang zu verlockend. Der jetzige Rennleiter Kyle Novak versucht bereits, Gelbphasen entweder vollständig zu vermeiden, wenn es auch eine lokale Gelbe Flagge tut, oder zumindest die Caution so weit hinauszuzögern, dass Fahrer noch schnell unter Grün in die Box schlüpfen können.

Grund für Defekt könnte für immer unklar bleiben

Doch im Falle des gestrandeten Autos von Felix Rosenqvist war das nicht mehr möglich. "In der Fahrerbesprechung hat er noch gesagt, dass er den Fahrern die Chance auf einen Boxenstopp einräumen möchte, statt sie draußen verdursten zu lassen. Außer, wenn es wirklich gefährlich ist", sagt Faustino. "Wie viel Pech kann man also haben, dass ein Auto ausgerechnet in der Boxeneinfahrt verunfallt? Wirklich, mehr Pech geht doch nicht." Neben Power waren auch Alexander Rossi und Scott Dixon betroffen, die tief ins Mittelfeld zurückfielen.

Anders als der Penske-Pilot konnten diese aber das Rennen noch beenden. Power schied mit technischem Defekt auf dem Boxenplatz aus. "Ich möchte hier nichts und niemanden beschuldigen, solange die Untersuchung noch läuft", so der Rennstratege. "Ich bezweifle, dass es an einem einzigen Teil gelegen hat. Es wird wohl eine Kombination aus verschiedenen Faktoren sein. Es gab keine Warnung, er hatte auch kein Problem, den Gang einzulegen. Es ist einfach bei Losfahren kaputt gegangen." Penske ist sich derzeit nicht einmal sicher, ob man den Grund überhaupt jemals wird finden können.

Mit Bildmaterial von LAT.

 
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Rennserie IndyCar
Event Austin
Subevent Rennen
Autor Heiko Stritzke