EuroSpeedway Lausitz will Oval bis 2018 modernisieren

Das Zwei-Meilen-Oval am Lausitzring soll in den kommenden zwei Jahren auf den neuesten Stand gebracht werden – Gespräche mit IndyCar- und NASCAR-Führung laufen.

Gibt es am Lausitzring in Klettwitz in absehbarer Zeit wieder Renn-Action im Oval? Derzeit deutet vieles darauf hin. Das Herzstück der als Eurospeedway Lausitz bekannten Anlage, das zwei Meilen lange Oval mit drei Kurven (Tri-Oval), soll auf den neuesten Stand gebracht werden.

Im August 2000 wurde der EuroSpeedway Lausitz nach zweijähriger Bauzeit eröffnet. Im September 2001 gastierte erstmals die ChampCar-Serie. Das Rennen gewann Kenny Bräck, doch neben dem Sieger blieb vor allem der fürchterliche Unfall von Alex Zanardi in Erinnerung.

Knapp zwei Jahre später, im Mai 2003, gastierte die ChampCar-Serie zum zweiten Mal in der Lausitz. Zanardi, infolge seines Unfalls auf Beinprothesen unterwegs, holte vor dem Start des Rennens mit einem speziell für ihn umgebauten ChampCar jene 13 Runden nach, die ihm 2001 bis zur Zielankunft gefehlt hatten. Das Rennen wurde 2003 von Sebastien Bourdais gewonnen.

Umfangreiche Modernisierung geplant

Seither wurde das Oval in seiner kompletten Länge nicht mehr für Rennen herangezogen. Doch dies könnte sich in absehbarer Zeit ändern. Denn spätestens für das Jahr 2018 hat man sich am Lausitzring eine umfangreiche Modernisierung des Zwei-Meilen-Ovals auf die Fahnen geschrieben.

„Ich weiß nicht, ob wir es nächstes Jahr schaffen, aber speziell übernächstes Jahr will ich das Oval wieder zum Laufen bringen“, sagt Josef Meier, geschäftsführender Gesellschafter der EuroSpeedway Verwaltungs GmbH, gegenüber Motorsport.com.

Im Zuge der Modernisierung sollen zum einen die beschädigten Stellen im Belag ausgebessert werden. „Es gibt eine Stelle hinten, die sicher neu asphaltiert wird“, spricht Meier auf Kurve 2 des Tri-Ovals an. Doch mit neuem Asphalt ist es nicht getan.

„Wir werden sicher auch schauen, ob wir den Sicherheitsstandard verbessern müssen, das heißt SAFER-Barriers installieren müssen“, so Meier. Diese in den USA seit Jahren zum Standard gehörenden, sogenannten „Soft Walls“ sind sowohl bei Ovalrennen der IndyCar-Serie als der NASCAR gang und gäbe.

Gespräche mit IndyCar- und NASCAR-Führung

Laut Meier gibt es vor dem Hintergrund der Modernisierung des Ovals sowohl mit der IndyCar- als auch mit der NASCAR-Führung Verhandlungen. „Da stehen wir Anfang, aber wir haben schon ein paar Gespräche geführt“, bemerkt er und versichert, dass man diesbezüglich weiter am Ball bleiben wird: „Das ist für die nächste Zeit auf alle Fälle unser Aufgabenbereich.“

"Das Oval am Lausitzring ist ja wirklich ein Alleinstellungsmerkmal. Warum soll man das nicht nutzen?" - Josef Meier

Nachdem das Oval was den Rennbetrieb betrifft seit Jahren brach liegt und lediglich für Demofahrten, unter anderem mit NASCAR-Boliden, herangezogen wird, besinnt man sich in der Lausitz nun also auf die ursprüngliche Idee, die beim Bau der Anlage um die Jahrtausendwende verfolgt wurde. „Das Oval am Lausitzring ist ja wirklich ein Alleinstellungsmerkmal. Warum soll man das nicht nutzen?“, spricht Meier genau das aus, was unzählige europäische Oval-Fans empfinden.

Bis es soweit ist, dass das Tri-Oval am Lausitzring wieder für Rennen genutzt werden kann, punktet die zwischen Berlin und Dresden gelegene Rennstrecke mit anderen Events. Am ersten Juni-Wochenende dieses Jahres gastieren auf dem Rundkurs im Infield des Ovals gleichzeitig das Deutsche Tourenwagen-Masters (DTM), das ADAC GT-Masters und die Superbike-IDM.

Darüber hinaus hat man am Lausitzring in diesem Jahr unter anderem die Deutsche Rallycross-Meisterschaft (April), das Red Bull Air-Race (September) und als krönenden Abschluss der Rennsaison 2016 die Superbike-WM (September) im Programm.

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Rennserien IndyCar , NASCAR
Artikelsorte News
Tags comeback, eurospeedway, lausitz, oval