Die Geschichte des Indy 500

Indy 500: Greatest Spectacle in Racing (2)

Die Gründerjahre sind Geschichte: Wie erging es dem Indy 500 nach dem Zweiten Weltkrieg? Die Antwort gibt es hier in Teil 2 unseres Features über das größte Spektakel im Rennsport!

 

1946: Start zum Indy 500

1946: Start zum Indy 500
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Ende 1945 steht Indianapolis vor dem Aus. Eddie Rickenbacker will das gesamte Areal verkaufen und es wird kolportiert, dass einige Interessenten aus dem Speedway ein Areal für den Wohnungsbau der Nachkriegszeit machen wollten. Einige Automobilhersteller denken wiederum an ein privates Testgebiet. Der dreifache Indy-500-Sieger Wilbur Shaw arbeitet in der Zeit des Zweiten Weltkriegs für den Reifenhersteller Firestone und hat Ende 1944 mit einer Ausnahmegenehmigung der US-Regierung in Indianapolis eine Testfahrt unternommen. Dann lernt Shaw den Geschäftsmann Tony Hulman kennen. Hulman kauft den Speedway im Dezember 1945 für angeblich 750.000 US-Dollar. Die Geschichte des Indy 500 kann in buchstäblich letzter Sekunde weitergehen. Hier zu sehen ist der Start im Jahr 1946!

Die Zuschauer strömen an die Strecke

Die Zuschauer strömen an die Strecke
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Das Nachkriegs-Amerika nimmt das Indy 500 wieder an - und mehr! Die Zuschauer strömen an die Strecke, das "Greatest Spectacle in Racing" nimmt nun erst so richtig an Fahrt auf.

1947: Die neue Gasoline-Alley

1947: Die neue Gasoline-Alley
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Im Rahmen der großen Renovierungsarbeiten wird auch der Boxenbereich erneuert. Hier die Gasoline-Alley im damaligen neuen Glanz.

1948: Mauri Rose gewinnt zum 3. Mal

1948: Mauri Rose gewinnt zum 3. Mal
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Nach Louis Meyer und Wilbur Shaw macht sich 1948 Mauri Rose zum 3. Dreifachsieger des Indy 500. Rose fährt einen Offenhauser-Motor. Mit ihm beginnt die "Offy"-Legende: Ein Offy siegt in Indianapolis zwischen 1947 und 1964 ununterbrochen.

1949: Brennende Autos

1949: Brennende Autos
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Die schnellen Roadster sind natürlich nicht vor Unfällen geschützt. Hier erwischt es 1949 Duke Nalon in Turn 3 (im Bild oben an der Mauer). Nalon überlebt diesen Unfall knapp, weil er die Luft anhält und noch bei sich bewegendem Fahrzeug abspringt. An den Beinen erleidet er dabei schwere Verbrennungen, die ihn bis zu seinem Tod im Jahr 2011 behindern.

1950: Das Indy 500 wird zum Formel-1-Rennen

1950: Das Indy 500 wird zum Formel-1-Rennen
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Neu im Jahr 1950: Das Indy 500 zählt erstmals zur Formel-1-Weltmeisterschaft, doch beim Start ist kein einziger Europäer dabei.

1951: Pace-Laps

1951: Pace-Laps
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Die Pace-Laps 1951: Auf der Pole steht Duke Nalon (innen), der sich 2 Jahre zuvor so schwere Verbrennungen zugezogen hatte. Es ist das letzte Rennen von Mauri Rose, der sich in Runde 126 überschlägt. Danach beendet er seine Karriere. Das Rennen ist eine Hitzeschlacht, in der nur 8 Fahrzeuge das Ziel sehen. Sieger Lee Wallard verliert bei dieser Tortur kolportierte 7 Kilogramm Körpergewicht.

1952: Action beim Start

1952: Action beim Start
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Die Startphase 1952 und erstmals nimmt ein Formel-1-Star teil: Alberto Ascari spielt jedoch keine Rolle. Er qualifiziert sich als 19. und scheidet in Runde 40 aus. Hier führt Jack McGrath (4). Es gewinnt Troy Ruttman, natürlich mit Offy-Power.

1953: Bill Vukovich

1953: Bill Vukovich
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Bill "Vuky" Vukovich, dessen Vorfahren aus dem heutigen Serbien stammen, übernimmt das Indy-Zepter. Vukovich selbst ist ein gebürtiger Kalifornier (Fresno) und gilt heute noch als einer der maßgeblichen Piloten in der Geschichte des Indy 500.

1954: Rennaction in Farbe

1954: Rennaction in Farbe
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Die Technik schreitet voran, auch neben der Strecke. Hier das 1. Farbfoto aus Turn 3. Indy-Rennaction in Farbe.

Das Drama um Bill Vukovich

Das Drama um Bill Vukovich
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"Vuky" gewinnt auch 1954 und sitzt nach der Hitzeschlacht total erschöpft in seiner Box. Ein Jahr später ist es um ihn geschehen: 1955 ist Vukovich auf dem Weg zu Sieg Nummer 3, als er in Runde 57 beim Überrunden getroffen wird. Sein Auto überschlägt sich mehrfach, Vukovich ist sofort tot.

1955: Die Einführungsrunde

1955: Die Einführungsrunde
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Bilder von den Pace-Laps 1955: Hier der Blick aus Turn 2 die Gegengerade hinunter.

1955 und die vollen Tribünen

1955 und die vollen Tribünen
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Bob Sweikert (6) gewinnt das Indy 500 - vor rappelvollen Tribünen, die mittlerweile auch im Infield hinter der Boxengasse errichtet worden sind.

1956: Pat Flaherty

1956: Pat Flaherty
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Es wird langsam farbig: Nach einem komplett verregneten Monat Mai, in dem die Pumpen vor dem Rennwochenende 2 Tage am Stück liefen, darf sich Pat Flaherty in der Victory Lane den Schluck Milch gönnen.

1957: Sam Hanks und der Rücktritt

1957: Sam Hanks und der Rücktritt
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Sam Hanks gewinnt 1957 das Indy 500. Es ist sein 13. Anlauf und gleichzeitig das Ende seiner Karriere: Noch in der Victory Lane verkündet er seinen Rücktritt (und fährt in den Jahren danach das Pace-Car).

1958: Juan Manuel Fangio in Indy

1958: Juan Manuel Fangio in Indy
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Hoher Besuch 1958: Das Indy 500 zählt nach wie vor zur Formel-1-Weltmeisterschaft und Juan Manuel Fangio möchte Punkte holen. Das Unternehmen scheitert jedoch: Der fünfmalige Weltmeister kommt im Oval nie auf Speed und zieht seine Meldung schließlich zurück.

1958: Rookie A.J .Foyt

1958: Rookie A.J .Foyt
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Während Fangio scheitert, betritt ein (später) prominenter Rookie die Indy-Bühne: Anthony Josef, genannt A.J. Foyt tritt erstmals beim Indy 500 an. Der Texaner kommt immerhin 148 Runden weit und dreht sich dann aus dem Rennen.

1958: Der Massencrash

1958: Der Massencrash
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Turbulenzen am Start führen dazu, dass es in Indianapolis bereits in der 1. Runde eine Massenkarambolage gibt. Hier fliegt Jerry Unser über die Mauer von Turn 3, nur ein paar Meter davon entfernt stirbt Pat O'Connor, dessen Auto erst in die Luft aufsteigt und bei der Landung explodiert. Indianapolis ist und bleibt kreuzgefährlich: Jerry Unser, der ältere Bruder der späteren Indy-Legende Al Unser, stirbt nur ein Jahr später bei einem Trainingsunfall.

1959: Der Start

1959: Der Start
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Der Start 1959 aus der Vogelperspektive. Rodger Ward gewinnt erstmals das Indy 500.

1960: Pace-Laps

1960: Pace-Laps
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Das Indy 500 zählt zum letzten Mal als WM-Lauf der Formel 1, doch erneut gibt sich niemand die Ehre. Jim Rathmann gewinnt sein einziges Indy 500.

1961: Der Stern von A.J. Foyt geht auf

1961: Der Stern von A.J. Foyt geht auf
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1961 gewinnt der junge Texaner A.J. Foyt erstmals das Indy 500. Es ist das Jahr, in dem Jack Brabham mit einem Heckmotor-Auto (Cooper-Climax) Platz 9 belegt und damit eine Revolution einläutet. Brabhams Climax-Motor mit nur 2,7 Litern ist kleiner und schwächer als der 4,4-Liter-Offy, bietet aber ein wesentlich besseres Handling. Und: Nach dem Rennen wird der Indianapolis Motor Speedway komplett asphaltiert. Nur der berühmte Streifen "Yard of Bricks" auf der Start/Ziel-Linie bleibt – bis heute – erhalten.

1962: Rodger Ward jagt A.J. Foyt

1962: Rodger Ward jagt A.J. Foyt
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Rodger Ward (3) auf der Jagd nach A.J. Foyt (1). Foyt fällt mit Getriebeschaden aus, auch der lange führende Parnelli Jones hat am Ende keine Chance gegen Ward und wird nur 7.

1963: Parnelli Jones und der einzige Indy-Sieg

1963: Parnelli Jones und der einzige Indy-Sieg
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Parnelli Jones ist in den USA eine Rennsport-Legende, obwohl er das Indy 500 nur einmal gewinnt. Es ist zudem ein kontroverser Sieg, denn sein Offy-Triebwerk spuckt am Rennende gewaltig Öl. Trotzdem wird Jones nicht aus dem Rennen genommen, was wiederum Lotus-Boss Colin Chapman auf die Palme bringt, weil sein Schützling Jim Clark als Rookie "nur" 2. wird. Übrigens: Ein Jahr zuvor war Jones auf dem Weg zur Pole-Position der Erste, der die Schallmauer von 150 Meilen pro Stunde (241 km/h) durchbrochen hat.

1964: A.J. Foyt und das Ende der "Front Engine Roadster"

1964: A.J. Foyt und das Ende der "Front Engine Roadster"
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Die in die Jahre gekommenen Front-Engine-Cars, also die Frontmotor-Autos, schlagen 1964 noch einmal zu: A.J. Foyt gewinnt sein 2. Indy 500, Lotus-Star Jim Clark fällt aus. Doch der Siegeszug der modernen Formel-Autos ist nicht mehr aufzuhalten. Überschattet wird das Indy 500 in Runde 2, als Dave MacDonald und Eddie Sachs bei einem Feuerunfall sterben.

1965: Rookie Mario Andretti

1965: Rookie Mario Andretti
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Mario Andretti betritt die große Indy-Bühne und wird in seinem Brawner/Hawk-Ford gleich zum Auftakt sehr guter 3. Damit ist Andretti der "Rookie of the Race". Andretti wird in seiner aktiven Karriere nicht weniger als 29 Mal beim Indy 500 starten.

1965: Jim Clark dominiert in seinem Lotus-Ford

1965: Jim Clark dominiert in seinem Lotus-Ford
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Doch dies ist das Rennen von Jim Clark. In der Qualifikation muss er sich nur A.J. Foyt beugen, der später mit Getriebeproblemen ausfällt. Clark führt 190 der 200 Runden und macht sich damit zum ersten ausländischen Indy-Sieger seit 1916. Ein Grund: Lotus-Boss Colin Chapman und die Ford Motor Company lassen die NASCAR-Boxencrew der Wood Brothers einfliegen, aber Dominator Clark hätte wohl auch ohne die Wood Brothers gewonnen.

1965: Colin Chapman und Jim Clark

1965: Colin Chapman und Jim Clark
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Colin Chapman und Jim Clark läuten auch in Indianapolis engültig die Ära der modernen "Rear End Engines", also der Heckmotoren, ein. Ford ist der erste Hersteller seit 1947, der Offy-Motoren schlagen kann.

1965: Jim Clark öffnet die Tür zur restlichen Welt

1965: Jim Clark öffnet die Tür zur restlichen Welt
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Bis 1965 ist das Indy 500 immer eine rein US-amerikanische Domäne gewesen. Dies trifft seit Jim Clarks Erfolg nicht mehr so unbedingt zu. Wie es in Indianapolis danach weitergeht, ist Gegenstand von Teil 3 unserer großen Fotostrecke rund um das "Greatest Spectacle in Racing".

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Über diesen Artikel
Rennserien IndyCar
Veranstaltung Indy 500
Rennstrecke Indianapolis Motor Speedway
Artikelsorte Feature
Tags geschichte, historie, indianapolis 500, indy 500
Topic Die Geschichte des Indy 500