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Die Geschichte des Indy 500

Indy 500: Greatest Spectacle in Racing (4)

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Indy 500: Greatest Spectacle in Racing (4)
Pete Fink
Autor: Pete Fink
Co-Autor: Mario Fritzsche
18.05.2017, 17:00

Auch in Indianapolis wird es international: von Emerson Fittipaldi über Nigel Mansell und Jacques Villeneuve bis Juan Pablo Montoya. Hinzu kommen die unsäglichen Jahre des "Splits" im US-Formelsport, der auch das Indy 500 beeinflusst.

Fotostrecke
Liste

1985: Die Geschichte vom "Spin and Win"

1985: Die Geschichte vom "Spin and Win"
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Foto: : IndyCar Series

Drama im Jahr 1985: Danny Sullivan will in Runde 120 Mario Andretti überholen und dreht sich dabei um 360 Grad. Andretti kann ausweichen und Sullivan fängt seinen Penske-Cosworth ein, ohne in die Mauer einzuschlagen.

Danny Sullivan auf der Verfolgungsjagd

Danny Sullivan auf der Verfolgungsjagd
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Foto: : IndyCar Series

Im Gegenteil: Sullivans Auto bleibt komplett unversehrt. Mit qualmenden Reifen macht er sich auf die Verfolgung von Mario Andretti.

Danny Sullivan gewinnt!

Danny Sullivan gewinnt!
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Foto: : IndyCar Series

"Spin and Win": Sullivan fährt nach Aufholjagd zu seinem einzigen Indy-500-Erfolg. Wieder einmal scheitert Mario Andretti knapp. Ein gewisser Chip Ganassi wird 22., Arie Luyendyk ist als 7. der beste Rookie.

1986: Bobby Rahal und der Restart

1986: Bobby Rahal und der Restart
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Foto: : IndyCar Series

Emotionen 1986: Bobby Rahal schnappt sich beim letzten Restart 2 Runden vor dem Ziel den bis dato führenden Kevin Cogan und gewinnt. In der Boxengasse bricht sein Teamchef Jim Trueman fast in Tränen aus. 11 Tage später erliegt Trueman seiner Krebserkrankung.

1987: Al Unsers 4. Indy-Sieg

1987: Al Unsers 4. Indy-Sieg
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Foto: : IndyCar Series

Al Unser (25) fährt dieses Rennen nur, weil sich Danny Ongais bei einem Trainingsunfall eine Gehirnerschütterung zugezogen hat. Unser sitzt in einem Penske-Jahreswagen, der eigentlich nur noch ein Show-Car ist. Indy-Oldie Unser ist zu diesem Zeitpunkt bereits 48 Jahre alt.

Zielflagge für Al Unser

Zielflagge für Al Unser
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Foto: : IndyCar Series

All dies hindert Unser aber nicht daran, in einem äußerst turbulenten Indy 500 die Oberhand zu behalten. Der dieses Jahr absolut dominierende Mario Andretti (wer sonst?) fällt nach 180 Runden mit defekter Zündung aus. Am Ende befindet sich neben Unser nur noch Roberto Guerrero (2.) in der Führungsrunde.

1988: Penske und Rick Mears dominieren

1988: Penske und Rick Mears dominieren
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Foto: : IndyCar Series

Das nächste Penske-Jahr: Rick Mears, Danny Sullivan und Al Unser stehen gemeinsam in Startreihe 1 und führen zusammengerechnet 192 der 200 Runden an. Als Sullivan in Runde 102 mit defektem Frontflügel abfliegt, ist der Weg frei: Rick Mears gewinnt souverän.

1989: Der Kampf Emerson Fittipaldi vs. Al Unser Jr.

1989: Der Kampf Emerson Fittipaldi vs. Al Unser Jr.
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Foto: : IndyCar Series

1989 wird es am Ende extrem turbulent: Spitzenreiter Emerson Fittipaldi (20) wird von Al Unser Jr. (2) eingeholt. Es sind nur noch eineinhalb Runden zu fahren!

Al Unser Jr. dreht sich

Al Unser Jr. dreht sich
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Foto: : IndyCar Series

In Turn 3 berühren sich die beiden Boliden leicht und Unser Jr. dreht sich ins Aus.

Die Entscheidung: Al Unser Jr. in der Mauer

Die Entscheidung: Al Unser Jr. in der Mauer
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Foto: : IndyCar Series

Es kommt, was kommen musste: Al Unser Jr. schlägt in die Außenwand ein, der Weg für Emerson Fittipaldi ist frei.

Der Crash von Al Unser Jr.

Der Crash von Al Unser Jr.
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Foto: : IndyCar Series

Unser Jr. schlittert die Außenwand entlang und wird als 2. gewertet. Fittipaldi gewinnt erstmals das Indy 500. Es ist der erste Sieg eines Nicht-Amerikaners seit Graham Hill 1966. "Little Al" ist derweil stinksauer und wedelt auf Fittipaldis Ehrenrunde mit den Fäusten, als dieser die Unfallstelle passiert.

Millionär Emerson Fittipaldi

Millionär Emerson Fittipaldi
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Foto: : Ron McQueeney - IMS

Emerson Fittipaldi bekommt für seinen Sieg ein Preisgeld in Höhe von 1.001.600 US-Dollar. Die Millionengrenze ist geknackt.

1990: Arie Luyendyk, der fliegende Holländer

1990: Arie Luyendyk, der fliegende Holländer
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Foto: : IndyCar Series

Die Legende vom "Flying Dutchman" Arie Luyendyk nimmt 1990 Gestalt an. In seiner gesamten Rennfahrer-Karriere hat der Niederländer noch nicht viel gewonnen, aber in Indianapolis 1990 wächst er über sich hinaus, als im Finale Emerson Fittipaldi (Reifen) und Bobby Rahal (Handling) in Probleme geraten.

Arie Luyendyk und die große Überraschung!

Arie Luyendyk und die große Überraschung!
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Foto: : IndyCar Series

Der fliegende Holländer dreht im Finale gewaltig auf und erzielt dabei einen Schnitt von 185,981 Meilen pro Stunde. Das sind umgerechnet 299,307 km/h. Bis 2013 blieb dieses Indy 500 das schnellste Rennen der Geschichte und so wird es auch heute noch oft "The Fastest 500" genannt, obwohl dieser Titel eigentlich nicht mehr korrekt ist.

1991 und die prominente Reihe 1

1991 und die prominente Reihe 1
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Foto: : IndyCar Series

Prominenter geht es (fast) nicht: Die Startreihe 1 zum Indy 500 im Jahr 1991: Innen Polesitter Rick Mears, in der Mitte die Indy-Legende A.J. Foyt und außen der Indy-Pechvogel Mario Andretti.

1991: Action beim Start

1991: Action beim Start
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Foto: : IndyCar Series

Los geht die wilde Hatz! Der Start 1991 aus der Perspektive von Turn 1.

Rick Mears vs. Michael Andretti

Rick Mears vs. Michael Andretti
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Foto: : Indianapolis Motor Speedway

Das Rennen entwickelt sich jedoch zu einem faszinierenden Duell zwischen Rick Mears und dem jungen Michael Andretti (innen), der Mears kurz vor Schluss einholt und auf der Auußenbahn von Turn 1 überholt. Doch der alte Fuchs Mears kann noch einmal kontern, indem er nur eine Runde später das Manöver kopiert.

Rick Mears der nächste Vierfachsieger

Rick Mears der nächste Vierfachsieger
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Foto: : IndyCar Series

Rick Mears gewinnt nach 1979, 1984 und 1987 zum 4. Mal das Indy 500 und setzt sich damit auf eine Ebene mit A.J. Foyt und Al Unser. Michael Andretti setzt hingegen die Andretti-Tradition fort: Knapp vorbei ist auch daneben...

1992: Nelson Piquet versucht einen Indy-Start

1992: Nelson Piquet versucht einen Indy-Start
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Foto: : Indianapolis Motor Speedway

In Indianapolis wird es immer internationaler. 1992 tritt mit Nelson Piquet ein dreifacher Formel-1-Weltmeister an. Am Donnerstag der 1. Trainingswoche schlägt der Brasilianer hart in Turn 4 ein und verletzt sich dabei schwer an beiden Beinen. Das Indy-Aus für Piquet, der fast ein Jahr braucht, um wieder ohne Probleme laufen zu können.

Al Unser Jr. schlägt Scott Goodyear im Zielsprint

Al Unser Jr. schlägt Scott Goodyear im Zielsprint
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Foto: : Indianapolis Motor Speedway

Im Rennen dominiert Michael Andretti, fällt nach 189 Runden jedoch mit defekter Benzinpumpe aus. Daraufhin entwickelt sich ein mitreißendes Duell zwischen Al Unser Jr. und Scott Goodyear, das Unser Jr. um winzige 0,043 Sekunden gewinnt. Das engste Finish in einem Indy 500!

Al Unser Jr. und die Siegermilch

Al Unser Jr. und die Siegermilch
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Foto: : Indianapolis Motor Speedway

Ein in Tränen aufgelöster Al Unser Jr. nimmt den Siegerschluck. Vor laufenden Kameras sagt er wenig später: "You just don't know what Indy means to me." Auch dieser Spruch geht in die Indy-Historie ein.

1993: Nigel Mansell

1993: Nigel Mansell
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Foto: : IndyCar Series

Es wird immer internationaler: 1993 sorgt der aktuelle Formel-1-Weltmeister für internationales Medien-Bohei. Rookie Mansell verkauft sich auf dem Oval überraschend gut, versemmelt in Führung liegend aber den letzten Restart und wird schließlich hervorragender 3.

1993: Arie Luyendyk

1993: Arie Luyendyk
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Foto: : IndyCar Series

Platz 2 geht an den fliegenden Holländer Arie Luyendyk, der, wie unschwer zu erkennen ist, mittlerweile für Chip Ganassi fährt.

1993: Emerson Fittipaldi

1993: Emerson Fittipaldi
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Foto: : IndyCar Series

Es siegt jedoch der Brasilianer Emerson Fittipaldi. Damit stehen im Indy 500 erstmals 3 Nicht-Amerikaner auf den Plätzen 1, 2 und 3. Der große Skandal soll aber erst noch folgen...

Emerson Fittipaldi und der Orangensaft-Skandal

Emerson Fittipaldi und der Orangensaft-Skandal
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Foto: : IndyCar Series

Hier das Beweisfoto: Emerson Fittipaldi trinkt in der Victory Lane keine Milch, sondern Orangensaft, um die brasilianische Zitrus-Industrie zu promoten. Diese Aktion verschafft ihm bis heute negative Kommentare. Sogar als Fittipaldi 2008 beim Indy 500 das Pace-Car fährt, wird er herzhaft ausgebuht... Und man stellt sich natürlich die Frage: Hätte Nigel Mansell im Siegesfall vielleicht nach einer Tasse Tee verlangt?

1994 und das Mercedes-Biest

1994 und das Mercedes-Biest
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Foto: : IndyCar Series

Der Start 1994: Emerson Fittipaldi und Al Unser Jr. dominieren das Indy 500. Der Grund: Mercedes, Ilmor und Penske bringen den Mercedes 500i, das "Beast", an den Start: ein Stock-Block-Motor, der über 1.000 PS produziert und sofort nach dem Rennen verboten wird.

Al Unser Jr. siegt

Al Unser Jr. siegt
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Foto: : IndyCar Series

Nachdem Fittipaldi kurz vor Schluss einen Mauerkontakt erlebt, fährt Al Unser Jr. ungefährdet zum Sieg. Der Mercedes-Motor ist so überlegen, dass die Schwachstellen des Penske-Chassis völlig übersehen werden. Die Spätfolge kommt 1995: Für das Indy 500, nun wieder mit seriennahen Motoren, kann sich kein einziger Penske-Pilot qualifizieren.

1995 und der Unfall von Stan Fox

1995 und der Unfall von Stan Fox
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Foto: : IndyCar Series

Die 1. Runde im Indy 500 und wir sind nun Zeuge eines der schlimmsten Unfälle in der Historie des Rennens: Stan Fox kollidiert mit Eddie Cheever (14). Der komplette Vorderbau des Hemelgarn-Boliden wird abgerissen, Fox fliegt quasi ohne Schutz in den Fangzaun.

1995 und der Unfall von Stan Fox

1995 und der Unfall von Stan Fox
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Foto: : IndyCar Series

Das Horror-Szenario geschieht in Turn 1. Die Boliden sind zu diesem Zeitpunkt bereits auf (fast) vollem Speed weit jenseits der 300 km/h. Kaum zu glauben, aber wahr: Fox überlebt diesen Unfall schwerverletzt!

1995 und der Unfall von Stan Fox

1995 und der Unfall von Stan Fox
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Foto: : IndyCar Series

Am schlimmsten erwischt es übrigens nicht die frei in der Luft hängenden Beine. Fox erleidet schwerste Kopfverletzungen und muss seine Karriere nach diesem Unfall beenden. Er stirbt 5 Jahre später bei einem Autounfall in Neuseeland.

Jacques Villeneuve und das "Indy 505"

Jacques Villeneuve und das "Indy 505"
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Foto: : IndyCar Series

Der Sieger 1995 ist der blutjunge Jacques Villeneuve, der nach einer frühen Strafe zunächst 2 Runden zurückliegt. Villeneuve führt das Rennen an und überholt das Pace-Car, weil ihm nicht klar ist, dass er der aktuelle Spitzenreiter ist. Insofern ist es für den Kanadier ein Rennen über 505 Meilen.

Jacques Villeneuve mit Tony George

Jacques Villeneuve mit Tony George
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Foto: : IndyCar Series

Jacques Villeneuve feiert mit dem Siegerpokal und Tony George. Es ist das letzte Indy 500 vor dem unsäglichen "Split" der IndyCar-Szene, bei dem natürlich auch Tony George eine wesentliche Rolle spielt. Villeneuve wechselt anschließend in die Formel 1.

1996: Die Tragik um Scott Brayton

1996: Die Tragik um Scott Brayton
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Foto: : IndyCar Series

Der "Split" ist da und das Indy-500-Feld sieht fast komplett anders aus als in den Vorjahren. Doch die Indy-Tragik bleibt: Scott Brayton erobert die Pole-Position und stirbt 6 Tage später bei einem Trainingsunfall. Das Foto zeigt Brayton im Jahr 1995, als er ebenfalls die Indy-Pole erobert hatte.

Tony Stewart auf der Pole

Tony Stewart auf der Pole
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Foto: : Indianapolis Motor Speedway

Tony Stewart erbt Braytons Pole-Position 1996, doch der spätere NASCAR-Superstar hat kein Glück: Nach einem Motorschaden wird "Smoke" nur als 24. gewertet.

Buddy Lazier und die Ford-Power

Buddy Lazier und die Ford-Power
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Foto: : IndyCar Series

Es siegt letztendlich Buddy Lazier in einem Hemelgarn-Auto. Der Motor ist ein Ford Cosworth. Es ist der bis heute letzte Ford-Erfolg in Indy.

1997: Arie Luyendyk zum Zweiten

1997: Arie Luyendyk zum Zweiten
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Foto: : IndyCar Series

Der fliegende Holländer Arie Luyendyk schlägt zum 2. Mal zu und gewinnt vor seinem Teamkollegen Scott Goodyear. Für Goodyear ist es bereits das 3. Mal, dass er knapp an einem Indy-500-Erfolg vorbeischrammt.

1998: Eddie Cheever bezwingt Buddy Lazier

1998: Eddie Cheever bezwingt Buddy Lazier
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Foto: : IndyCar Series

Eddie Cheever und Buddy Lazier liefern sich im Finale des Indy 500 ein packendes Duell, das der ehemalige Formel-1-Pilot für sich entscheidet. Cheever sitzt dabei in seinem eigenen Auto. Er ist somit einer der wenigen Owner/Driver, die es in die Victory Lane geschafft haben.

1999: Zielflagge für Kenny Bräck

1999: Zielflagge für Kenny Bräck
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Foto: : Indianapolis Motor Speedway

Robby Gordon geht im Finale des Indy 500 der Sprit aus und Kenny Bräck holt den nächsten europäischen Sieg. Der Schwede sitzt dabei in einem Auto von A.J. Foyt, weshalb dieser Erfolg auch als der 5. Foyt-Triumph in die Geschichtsbücher eingeht.

2000: Juan Pablo Montoya trinkt Milch

2000: Juan Pablo Montoya trinkt Milch
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Foto: : IndyCar Series

Es ist immer noch die unsägliche Zeit des "Splits", doch das Ganassi-Team hat sich für das Jahr 2000 mit IRL-Boss Tony George geeinigt. So dürfen Jimmy Vasser und Juan Pablo Montoya fahren. Der junge Kolumbianer dominiert, führt 167 Runden und gewinnt als erster Rookie seit Graham Hill 1966. In der Retrospektive ist dieses Indy 500 das erste Rennen, das die Trennung im US-Formelsport aufweicht. Wie es danach weitergeht, erzählen wir im 5. Teil unserer großen Foto-Reise durch 100 Jahre Indy-Historie.

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Ort Indianapolis Motor Speedway
Autor Pete Fink
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