Indy-500-Legende Mears: Jetziges IndyCar sollte Alonso besser liegen

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Indy-500-Legende Mears: Jetziges IndyCar sollte Alonso besser liegen
Autor: Heiko Stritzke
Co-Autor: David Malsher
11.12.2018, 16:02

Rick Mears ist fest überzeugt, dass Fernando Alonso beim Indianapolis 500 2019 noch stärker sein wird als bei seinem ersten Auftritt - Den neuen Autos sei dank

Nach einem Jahr Pause wird Fernando Alonso im kommenden Jahr wieder in den bekanntesten Nudeltopf der Welt zurückkehren. Die Teilnahme am 103. Indianapolis 500 wird seine zweite nach 2017 sein, doch die Karten sind zwischenzeitlich völlig neu gemischt worden - nicht nur, weil der Spanier mit einem neuen Motorenpartner antreten wird.

Zur Saison 2018 hat sich das Gesicht des Dallara IR-12-Chassis (ehemals: DW12) komplett verändert und das Fahrverhalten ist ein völlig neues. Die Rückkehr zu einer Einheits-Aerodynamik ging mit einem Verlust von Abtrieb einher. Auch die Gewichtsverteilung der Autos hat sich relativ stark verändert, was komplett neue Set-ups erfordert hat.

Rick Mears, Team Penske Chevrolet

Rick Mears, Team Penske Chevrolet

Photo by: Geoffrey M. Miller / LAT Images

Der viermalige Indy-500-Sieger Rick Mears, der beim 500-Meilen-Rennen noch als Spotter für Helio Castroneves aktiv ist, ist überzeugt davon, dass das nunmehr ein Jahr alte Fahrzeug Alonso stark in die Karten spielen wird, selbst wenn dieser mit einem Jahr Verspätung gegenüber allen anderen ins Lenkrad greift. "Diese Autos sollten ihm mehr in die Karten spielen", glaubt er im Gespräch mit 'Motorsport.com'.

Was er genau meint? "Es heißt, dass das Auto besseres Feedback gibt und ein sichereres Gefühl vermittelt. Das sollte jemandem mit weniger Erfahrung helfen. Ja, es ist jetzt schwerer zu fahren und bricht im Verkehr schneller aus und so weiter. Aber Alonso ist ein Naturtalent wie Mario Andretti oder A.J. Foyt - er kann in jedes Rennauto steigen und ist schnell." Und die zusätzlichen fahrerischen Anforderungen, die das Auto nun gegenüber den bis 2017 verwendeten Hersteller-Aerokits stellt, kämen einem solchen Topfahrer nur entgegen.

Start: Ed Carpenter leads Simon Pagenaud and Will Power at the start of the 102nd Indy 500, 2018.

Start: Ed Carpenter leads Simon Pagenaud and Will Power at the start of the 102nd Indy 500, 2018.

Photo by: Scott R LePage / LAT Images

"Man kann mit Sicherheit sagen, dass es dank dieser Autos wieder mehr beim Fahrer liegt, ob man schnell ist", sagt der 67-Jährige weiter. "Einige Manöver aus der Ära der Hersteller-Aerokits sind jetzt nicht mehr möglich. Plötzliche Richtungs- oder Linienwechsel sind jetzt am Limit nicht mehr möglich. Mit den alten Autos ging das, ohne dass sie ausbrachen. Diese Autos erfordern mehr Feingefühl."

Das bringt jedoch auch positive Seiten mit sich: "Dadurch können die Fahrer das Limit viel besser spüren. Und die besten IndyCar-Fahrer und Weltmeister wie Fernando Alonso haben genau dieses Gefühl dafür, was das Auto anstellt, wie sich das rechte Hinterrad verhält, wie viel Grip vorhanden ist und wie man die Reifen einen ganzen Stint lang im optimalen Fenster hält. Deshalb bin ich überzeugt, dass Alonso im Mai ein ganz heißer Kandidat sein wird. Aber das wäre er mit jedem Paket. Die Größten können mit allem schnell sein."

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