Indy 500: Castroneves auf vorläufiger Pole - Hinchcliffe nicht qualifiziert

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Indy 500: Castroneves auf vorläufiger Pole - Hinchcliffe nicht qualifiziert
Autor: Mario Fritzsche , Redakteur
19.05.2018, 22:05

Während Helio Castroneves am ersten Qualifying-Tag zum Indy 500 Bestzeit fährt, ist der Traum vom Rennstart unter anderem für James Hinchcliffe ausgeträumt.

Helio Castroneves, Team Penske Chevrolet
Josef Newgarden, Team Penske Chevrolet
James Hinchcliffe, Schmidt Peterson Motorsports Honda
Pippa Mann, Conquest Racing
Stefan Wilson, Andretti Autosport Honda, Marco Andretti, Herta - Andretti Autosport Honda
James Hinchcliffe, Schmidt Peterson Motorsports Honda
James Hinchcliffe, Schmidt Peterson Motorsports Honda
James Hinchcliffe, Schmidt Peterson Motorsports Honda
Danica Patrick, Ed Carpenter Racing Chevrolet
Helio Castroneves, Team Penske Chevrolet
Conor Daly, Dale Coyne Racing dba Thom Burns Racing Honda
Ed Jones, Chip Ganassi Racing Honda
Helio Castroneves, Team Penske Chevrolet
Ed Carpenter, Ed Carpenter Racing Chevrolet
Simon Pagenaud, Team Penske Chevrolet
Will Power, Team Penske Chevrolet
Sébastien Bourdais, Dale Coyne Racing with Vasser-Sullivan Honda
Spencer Pigot, Ed Carpenter Racing Chevrolet
Josef Newgarden, Team Penske Chevrolet
Scott Dixon, Chip Ganassi Racing Honda
Danica Patrick, Ed Carpenter Racing Chevrolet
Danica Patrick, Ed Carpenter Racing Chevrolet
Helio Castroneves, Team Penske Chevrolet
Sonnenaufgang am Indianapolis Motor Speedway

Der erste Teil des auf zwei Tage verteilten Qualifyings zum diesjährigen Indy 500 ist absolviert. Zwar sorgte das Wetter in Indianapolis am Samstag für Unterbrechungen des Einzelzeitfahrens. Es gelang im Verlauf des Tages aber allen 35 gemeldeten Piloten, mindestens einen Quali-Versuch (vier fliegende Runden am Stück) hinzulegen. Einige Piloten schafften einen zweiten Versuch und manche sogar einen dritten, was letztlich nicht für alle den gewünschten Erfolg brachte.

Fotos: Trainings und Qualifying zum Indy 500

Ergebnisse: Trainings und Qualifying zum Indy 500

James Hinchcliffe & Pippa Mann nicht qualifiziert

Das Ergebnis des Samstags-Qualifyings bedeutet vor allem eines: die beiden langsamsten Fahrer werden beim Rennen nicht dabei sein. Es handelt sich um Pippa Mann (Coyne-Honda; 34.) und James Hinchcliffe (Schmidt-Honda; 35.).

Dass Mann eine der beiden Nicht-Qualifikanten sein würde, ist nicht die ganz große Überraschung. Die Britin fährt den nur für das Indy 500 vorbereiteten vierten Coyne-Honda (Startnummer 63) und war schon während der Trainings in den hinteren Regionen des Feldes zu finden.

Die wesentlich größere Überraschung ist, dass auch Hinchcliffe am 27. Mai nur Zuschauer sein wird. Der Polesitter des Indy 500 von 2016 fährt bislang eine äußerst konstante IndyCar-Saison 2018 und hat jedes der fünf bisherigen Saisonrennen in den Top 10 abgeschlossen. In der Gesamtwertung liegt Hinchcliffe aktuell an fünfter Stelle.

Beim ersten Superspeedway-Event des Jahres, das gleichzeitig der absolute Saisonhöhepunkt ist, kam "Hinch" aber schon während der Trainings nie auf Tempo. Dies setzte sich im Qualifying fort. Als 33. gerade so die Qualifikation geschafft hat hingegen James Davison (Foyt-Chevrolet), der am "Fast Friday" heftig abgeflogen war.

 

Dass Hinchcliffe und Mann das Rennen am 27. Mai als Zuschauer verfolgen, steht fest, sofern sie nicht kurzfristig in ein anderes Auto transferiert werden. In welcher Reihenfolge ihre Kollegen ins Rennen gehen werden, steht indes noch nicht abschließend fest. Das Ergebnis des "Bump Day" könnte jedoch unter Umständen schon die Startaufstellung bedeuten.

Regen sorgt für zwei Unterbrechungen

Unmittelbar nachdem Simon Pagenaud als elfter der 35 Piloten an der Reihe war, seinen Quali-Versuch zu absolvieren, setzte Regen ein. Nach einer ersten Unterbrechung mit der Roten Flagge, die inklusive Trocknung des 2,5-Meilen-Ovals über zwei Stunden andauerte, ging es weiter. James Hinchcliffe - erster Fahrer nach der Pause - war mit Ausnahme von Oriol Servia der bis dato Langsamste.

Servia hatte kurz vor der Unterbrechung bei seinem ersten von letztlich drei Quali-Versuchen Tempo herausgenommen, da er gleich zweimal um ein Haar abgeflogen wäre. Im zweiten Versuch war Servia mit seinem in Kooperation mit der Scuderia Corsa eingesetzten dritten Rahal-Honda ebenfalls Langsamster. Im dritten Versuch schaffte der Spanier dann doch noch den Sprung in die Top 33.

Nach einer zweiten Unterbrechung aufgrund eines Regenschauers, die 50 Minuten dauerte, konnte der Qualifying-Betrieb dahingehend komplettiert werden, dass alle 35 Piloten mindestens einen abgeschlossenen Vier-Runden-Lauf in der Zeitenliste stehen hatten. Als Letzter ging Ed Carpenter für seinen ersten Versuch auf die Bahn. Nachdem er in drei seiner vier Runden virtuell schneller war als der bis dato Schnellste, schloss Carpenter nach vier Runden doch "nur" als Zweitschnellster ab.

Castroneves und Carpenter führen Top 9 an

Unterm Strich Schnellster am Samstag und damit vorläufiger Polesitter: Helio Castroneves (Penske-Chevrolet). Der dreimalige Indy-500-Sieger, der in der laufenden IndyCar-Saison 2018 kein Vollzeitcockpit hat, fuhr einen Vier-Runden-Schnitt von 228,919 Meilen pro Stunde und hielt sich damit knapp vor dem zweimaligen Indy-500-Polesitter Carpenter, der es auf 228,692 Meilen pro Stunde brachte.

Die weiteren sieben Piloten in den Top 9 des Tagesergebnisses, dem unter Umständen schon eine entscheidende Bedeutung zukommt: Simon Pagenaud (Penske-Chevrolet), Will Power (Penske-Chevrolet), Sebastien Bourdais (Coyne-Honda), Spencer Pigot (Carpenter-Chevrolet), Josef Newgarden (Penske-Chevrolet), Scott Dixon (Ganassi-Honda) und Danica Patrick (Carpenter-Chevrolet).

Während an der Spitze zumindest für Samstag alles klar war, gab es in der letzten Stunde des Tages noch Verschiebungen im Kampf um die Qualifikation. Nachdem alle 35 Piloten ihren ersten Quali-Versuch absolviert hatten, waren Conor Daly und Oriol Servia diejenigen, die beim Rennen hätten zuschauen müssen. Doch Daly verdrängte seine Teamkollegin Pippa Mann, bevor er selbst von Servia wieder verdrängt wurde. Mit seinem dritten Quali-Versuch aber verdrängte Daly dann James Hinchcliffe. So sind es Mann und Hinchcliffe, die die erfolgreiche Qualifikation verpasst haben.

Danica Patrick, für die das diesjährige Indy 500 das letzte Rennen ihrer Karriere sein wird, ist somit die einzige Frau im Starterfeld. Aus den Top 9 wäre Patrick im allerletzten Moment fast noch von Alexander Rossi verdrängt worden. Der Indy-500-Sieger verbesserte sich auf seinem zweiten Quali-Versuch, scheiterte als Zehntschnellster aber denkbar knapp an der Zeit von Patrick und damit an den Top 9.

"Pole Day" am Sonntag mit Notfallplan

Am Sonntag, dem "Pole Day", geht es im zweiten Teil des Qualifyings um die Ermittlung der Startpositionen. Die 33 schnellsten Piloten des Samstags fahren - sofern das Wetter mitspielt - in zwei Gruppen zunächst die Startplätze 10 bis 33 (Gruppe 1) und anschließend die Startplätze 1 bis 9 (Top-9-Shootout) aus.

Der Beginn für Gruppe 1 ist nach aktuellem Stand der Dinge für 14:45 Uhr Ortszeit (20:45 Uhr MESZ) vorgesehen. Das Top-9-Shootout soll um 17:00 Uhr Ortszeit (23:00 Uhr MESZ) folgen. Aufgrund der Wetterlage in und um Indianapolis kann es aber auch am Sonntag wieder zu Unterbrechungen des Fahrbetriebs kommen.

Für den Fall, dass es wetterbedingt nicht möglich sein sollte, den 33 qualifizierten Piloten auch am Sonntag mindestens einen kompletten Quali-Versuch über vier Runden zu ermöglichen, hat IndyCar bereits einen Notfallplan verkündet: Das Top-9-Shootout genießt Priorität. Dieses will man unter allen Umständen über die Bühne bringen und man würde im Fall der Fälle die Positionen 10 bis 33 direkt anhand des Ergebnisses vom Samstag für die Startaufstellung einfrieren.

Sollte jedoch auch das Top-9-Shootout nicht stattfinden können, würde man auch die Top 9 anhand des Samstagsergebnisses einfrieren. In diesem Fall hätte Helio Castroneves die Pole-Position für die 102. Auflage des Indy 500 bereits am Samstag eingefahren und hätte sie damit sicher. So weit ist es aber noch nicht.

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