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IndyCar Toronto 2018: Newgarden-Fauxpas hilft Dixon zum Sieg

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IndyCar Toronto 2018: Newgarden-Fauxpas hilft Dixon zum Sieg
Autor: Heiko Stritzke
16.07.2018, 00:00

Josef Newgarden fährt in Toronto beim Restart in die Mauer - Scott Dixon lässt sich nicht zweimal bitten und macht einen großen Schritt in Richtung fünfter Meisterschaft

Scott Dixon (Ganassi-Honda; 1.) hat mit einem Sieg in Toronto seinen Vorsprung in der Meisterschaft auf einen Schlag beinahe verdoppelt: Der Neuseeländer gewann den zwölften IndyCar-Lauf 2018, während alle seine Meisterschaftsverfolger kollektiv in Probleme gerieten. Allen voran der amtierende Meister Josef Newgarden (Penske-Chevrolet; 9.), der sich einen kapitalen Fahrfehler leistete und mit Platz neun sogar noch ansehnliche Schadensbegrenzung betrieb.

Ergebnis des IndyCar-Rennens in Toronto

Der Penske-Pilot verwandelte seine Pole-Position in eine frühe Führung und war im ersten Renndrittel unantastbar. Dixon ging das Tempo allerdings mit und zeigte, dass er es mit Newgarden würde aufnehmen können. Beim ersten von drei Restarts fiel die Entscheidung im Rennen und womöglich eine Vorentscheidung in der Meisterschaft: Newgarden bekam heftiges Untersteuern in der letzten Kurve und knallte in die Mauer. Er kam in die Mitte der Strecke zurück, doch er hatte sich die Aufhängung verbogen und wurde langsam.

Sein großes Glück war, dass es eine Kurve später hinter ihm zu einem Zwischenfall mit fünf involvierten Fahrzeugen kam und sofort wieder Gelb geschaltet wurde. Und als wollte ihn der Renngott gleich noch entschädigen, wurde kurze Zeit später eine dritte Gelbphase ausgerufen. Diese Zeit nutzte das Penske-Team, um den Boliden mit Boxenstopps wieder fit zu machen. Newgarden holte noch einen beachtenswerten neunten Platz, hat nun aber 62 Punkte Rückstand auf Dixon. Ein Sieg ist 50 Punkte wert, beim Saisonfinale gibt es doppelte Punkte.

 

Tabellenführung beinahe verdoppelt

Dixon hat seine ganz eigene Theorie zum Newgarden-Crash: "Ich glaube, er hat sich vor dem Restart Pick-up auf den Reifen gefahren, wodurch er keinen Grip hatte." Der viermalige Meister blieb von nun an unantastbar und fuhr seinen 44. Karrieresieg ein. Im letzten Stint musste er die Nerven behalten, weil Ryan Hunter-Reay (Andretti-Honda; 16.) mit einer Runde Rückstand ihn blockierte, aber seine Position knapp innerhalb der Führungsposition gegen ihn verteidigte. "Der hat uns zwei Sekunden pro Runde gekostet", glaubt Dixon. Doch er überstand auch diese Geduldsprobe und vergrößerte den Vorsprung auf die Verfolger, als Hunter-Reay noch einmal zum Boxenstopp abbiegen musste.

Dahinter bekämpften sich Simon Pagenaud (Penske-Chevrolet; 2.) und Robert Wickens (Schmidt-Peterson-Honda; 3.) nach allen Regeln der Kunst: Wickens hatte beim ersten Restart von Newgardens Fehler am meisten profitiert und ging bis auf die zweite Position nach vorn. Beim letzten Boxenstopp aber kam Pagenaud vor ihm auf die Strecke. Wickens krachte dem Franzosen ins Heck, kurze Zeit später drängte dieser ihn so hart Richtung Mauer, dass der Kanadier eine Notbremsung einlegen musste. Dennoch freute sich Wickens über den Podiumsplatz vor heimischer Kulisse.

 

Ein großes Drama ereilte Marco Andretti (Andretti-Herta-Honda; 10.) in der letzten Runde: Er musste zu einem Splash an die Box kommen und verlor so noch den vierten Platz. Eine ganz bittere Pille für das Team Andretti Autosport, das in Toronto stark gebeutelt wurde. Er fiel auf Rang zehn zurück und machte den Weg frei für James Hinchcliffe (Schmidt-Peterson-Honda; 4.), der seinen dritten Podiumsplatz in Folge beim Heimspiel damit dank seines Teamkollegen knapp verpasste.

Weitere Meisterschaftskandidaten patzen

Dahinter profitierten drei Fahrer mit fehlerfreien Rennen von den Fehlern der Gegner: Charlie Kimball (Carlin-Chevrolet; 5.) fuhr das beste Resultat für das Carlin-Team seit dem Einstieg in die IndyCar-Serie zu Beginn des Jahres ein. Tony Kanaan (Foyt-Chevrolet; 6) holte das beste Ergebnis der Saison für A.J. Foyt Enterprises und Zach Veach (Andretti-Honda; 7.) wurde bester Andretti-Pilot nebst dem zweiten Top-10-Platz seiner IndyCar-Karriere.

Die anderen Andretti-Piloten hatten alle Probleme: Vor Marco Andrettis Spritsorgen hatten Hunter-Reay und Alexander Rossi bereits alle Hoffnungen auf ein gutes Resultat begraben müssen. Fast zeitgleich machten sie unabhängig voneinander Fehler: Der Meister von 2012 rutschte in der 28. Runde auf (boxenstoppbereinigt) Rang drei liegend einen in Kurve 3 in die Reifenstapel. Er nahm am Funk den Fehler sofort auf sich.

 

Zum selben Zeitpunkt verschätzte sich Rossi beim Angriff auf Will Power (Penske-Chevrolet; 18.) und fuhr dem Australier ins Heck. Das kostete ihn den Frontflügel und er musste einen Extrastopp einlegen. Kurz darauf wurde er bei der Kollision nach dem zweiten Restart spektakulär in die Luft gehoben, konnte aber wie durch ein Wunder weiterfahren. Er beendete das Rennen knapp vor Newgarden auf der achten Position

Power war zum Zeitpunkt der Berührung mit Rossi bereits mit einem beschädigten Auto unterwegs: Kurz zuvor hatte der Indy-500-Sieger ebenfalls die Mauer touchiert, wobei die hintere rechte Radaufhängung zu Bruch ging. Seine Reparatur konnte zwar ebenfalls unter gelb absolviert werden, dauerte aber länger als die von Newgarden. Er verlor zwei Runden und musste seine Titelhoffnungen für diese Saison wohl begraben.

Starke erste Rennhälfte von Rene Binder

Ein Rennen zum Vergessen erlebte auch Sebastien Bourdais (Coyne-Honda; 19.), der sich zu Beginn in Kurve 1 ohne Fremdeinwirkung drehte und rückwärtig einschlug. Weil er weiterfahren konnte, löste das keine Gelbphase aus. Rene Binder (Juncos-Chevrolet; 17.) hielt in Toronto lange Zeit gut mit und lag schon in der Nähe der Top 10, als er sich plötzlich in einem Notausgang wiederfand und dort den Motor abwürgte (der Grund für die dritte Gelbphase). Das kostete zwei Runden, doch er landete immerhin vor Will Power.

 

Ein starker Kandidat für das Podium war auch Takuma Sato (RLL-Honda; 22.). Doch in der Schlussphase des Rennens fand der ehemalige Formel-1-Pilot dieselbe Mauer wie Newgarden und musste einen bitteren Ausfall hinnehmen. Ähnlich erging es Spencer Pigot (Carpenter-Chevrolet; 20.), der ebenfalls die berüchtigte Mauer in der Zieleingangskurve mitnahm und aufgeben musste.

Die IndyCar-Serie begibt sich nun zurück in die USA, wo am 29. Juli das Rennen auf dem Mid-Ohio Sports Car Course auf dem Programm steht.

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Event Toronto
Autor Heiko Stritzke
Artikelsorte Rennbericht