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Laguna Seca: Josef Newgarden ist IndyCar-Champion 2019!

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Laguna Seca: Josef Newgarden ist IndyCar-Champion 2019!
Autor:
22.09.2019, 21:44

Während Colton Herta das IndyCar-Saisonfinale in Laguna Seca gewinnt, fährt Josef Newgarden kalkuliert seinen zweiten Titel ein

IndyCar-Champion 2019: Josef Newgarden, Team Penske

IndyCar-Champion 2019: Josef Newgarden, Team Penske

Foto: LAT

Erstmals seit 15 Jahren gab es wieder ein IndyCar-Rennen auf dem Laguna Seca Raceway in Monterey (Kalifornien). Und bei diesem historischen Comeback hat sich Josef Newgarden (Penske-Chevrolet) nach 2017 zum zweiten Mal in seiner Karriere zum IndyCar-Champion gekrönt.

Fotos: IndyCar-Finale 2019 auf dem Laguna Seca Raceway

Im letzten Rennen der Saison 2019, bei dem es auch diesmal (wie schon in den Vorjahren in Sonoma) wieder doppelte Punkte gab, genügte Newgarden ein kalkuliert eingefahrener achter Platz zum Titelgewinn. Nach 17 Saisonrennnen hat er 25 Punkte Vorsprung. Der Rennsieg beim Finale ging nach souveräner Fahrt an einen Rookie: Colton Herta (Harding-Honda).

Rennergebnis: IndyCar-Finale 2019 auf dem Laguna Seca Raceway

Newgardens Penske-Teamkollege und Indy-500-Sieger Simon Pagenaud kam auf dem vierten Platz ins Ziel und hat sich damit noch den Vizetitel geholt. Im Gegenzug ist Alexander Rossi (Andretti-Honda) mit P6 im Rennen noch vom zweiten auf den dritten Tabellenplatz abgerutscht. Auf Champion Newgarden fehlen Rossi unterm Strich 33 Punkte.

Scott Dixon (Ganassi-Honda) fuhr als Zweiter im Rennen zwar das beste Einzelergebnis des Tages aller vier Titelkandidaten ein, hatte aber schon beim Start nur noch denkbar geringe Chancen auf den Titel gehabt. Am Ende hat er einen sechsten IndyCar-Titel mit 63 Punkten Rückstand deutlich verpasst.

Colton Herta gewinnt das Finale - Josef Newgarden den Titel

Während Colton Herta den zweiten Sieg seiner jungen IndyCar-Karriere feierte, den Gewinn der Rookie-Wertung aber denkbar knapp um fünf Punkte verpasst hat, heißt der ganz große Triumphator Josef Newgarden.

 

"Im Verlauf der Saison dachte ich schon ein paar Mal, ich hätte es weggeworfen", spricht Newgarden insbesondere auf die letzte Runde in Mid-Ohio an. "Jetzt bin ich einfach nur froh, dass es vorbei ist", so der IndyCar-Champion 2019, während er mit den Tränen kämpft.

Start: Rookie Herta führt - Titelanwärter besonnen

Während sich die vier Titelkandidaten Scott Dixon, Alexander Rossi, Josef Newgarden und Simon Pagenaud im Qualifying für die Startplätze zwei, drei, vier und sechs qualifiziert hatten, war es Colton Herta, der ihnen schon am Samstag die Show in Form der Pole-Position gestohlen hatte. Am Sonntag setzte er in Form des Rennsieges noch einen drauf.

Herta gewann den Start. Im wilden Getümmel der ersten Runde hielten sich auch die Titelkandidaten schadlos. Alle vier kamen auf jeweils der Position aus Runde 1 zurück, von der sie gestartet waren. Heißt konkret: Herta führte die erste von 90 Runden vor Dixon, Rossi und Newgarden an. Pagenaud lag hinter James Hinchcliffe (Schmidt-Honda) an sechster Stelle.

 

In der zehnten Runde begann Dixon Herta unter Druck zu setzen und hätte dabei fast die zweite Position an Rossi verloren. Für den Moment blieb aber alles wie gehabt. Nach zwölf Runden war Pagenaud der erste der vier Titelkandidaten, der zum ersten von drei Routinestopps unter Grün an die Box kam.

Zweikämpfe Rossi vs. Penske

Eine Runde nach Pagenaud bogen Rossi und Newgarden gleichzeitig zum Service ab. Und dabei ging der Penske-Pilot am Andretti-Piloten vorbei. Die beiden kamen direkt vor Pagenaud auf die Strecke zurück. Als der Franzose in Kurve 4 einen Angriff auf Rossi startete, geriet dieser mit den linken Rädern in den Dreck. Rossi hatte somit binnen weniger Sekunden gleich zwei Positionen verloren.

 

Pagenaud schnappte sich kurz darauf auch Newgarden. Und unmittelbar darauf kam es dann auch auf der Strecke zum direkten Zweikampf Newgarden vs. Rossi. Ausgangs Kurve 5 den Berg hinauf wehrte sich der Tabellenführer in Penske-Diensten aber nicht. Rossi machte somit eine Position wieder gut.

Dixon blieb in Reihen der vier Titelkandidaten am längsten auf dem ersten Reifensatz draußen. Der an zweiter Stelle fahrende Ganassi-Pilot stoppte erst nach 17 Runden. Spitzenreiter Herta kam eine Runde später und hielt sich anschließend mit kalten Reifen gerade so vor Dixon.

Am längsten aber blieb Will Power (Penske-Chevrolet) auf der Bahn. Der Australier, dessen letzte Titelchance sich beim vorletzten Saisonrennen in Portland trotz Sieg in Luft aufgelöst hatte, fuhr 19 Runden. Als einer von nur drei Piloten hatte Power das Rennen mit der harten Reifenmischung (Blacks) in Angriff genommen. Die anderen beiden waren Takuma Sato (Rahal-Honda) und Charlie Kimball (Carlin-Chevrolet).

Pagenaud mit starkem Vorwärtsdrang

Nachdem das gesamte Feld den ersten Boxenstopp hinter sich hatte, lautete die Reihenfolge: Herta, Dixon, Pagenaud, Rossi, Power, Newgarden. Penske-Pilot Pagenaud hatte somit dank seines frühen Stopps den größten Sprung gemacht.

Direkt hinter Newgarden lag an siebter Stelle bereits der von P14 gestartete Felix Rosenqvist (Ganassi-Honda). Für den Schweden, dessen zwei schnellste Quali-Runden am Samstag gestrichen worden waren, ging es gegen den im Rennen führenden Herta und gegen Santino Ferrucci (Coyne-Honda) um den Titel des besten IndyCar-Rookies der Saison.

Den stärksten Vorwärtsdrang aber zeigte weiterhin Pagenaud. Noch vor dem zweiten Boxenstopp fuhr der Franzose die Lücke zu Dixon zu. Und auch der führende Herta war in Sichtweite. Sowohl Dixon als auch Herta hatten beim ersten Boxenstopp auf die harten Reifen gewechselt, Pagenaud aber wie Rossi und Newgarden auf einen frischen Satz weiche Reifen (Reds).

Alexander Rossi kämpfte mit den Reifen und verlor sogar noch den Vizetitel

Alexander Rossi kämpfte mit den Reifen und verlor sogar noch den Vizetitel

Foto: Art Fleischmann

Während Pagenaud nach vorn drängte, tat sich Rossi schwer. Er kämpfte mit dem Grip der Reds und fiel hinter Power auf die fünfte Position zurück. Newgarden erging es ähnlich. Im berühmten Corkscrew verlor er die sechste Position nach gut einem Drittel der Renndistanz an Rosenqvist. Und der Rookie in Ganassi-Diensten schnappte sich kurz darauf auch Rossi und war Fünfter.

Power versucht die Spitzengruppe aufzumischen

Ende der 36. Runde kamen Rossi und Newgarden abermals gemeinsam zum Boxenstopp. Und diesmal blieb der Andretti-Pilot knapp vorn. Eine Runde später kamen Dixon und Pagenaud gleichzeitig. Auch hier blieb Dixon ganz knapp vorn. Pagenaud fasste bei dieser Gelegenheit erstmals im Rennen die harten Blacks aus.

Spitzenreiter Herta legte seinen zweiten Stopp in Runde 39 ein. Und wie schon beim ersten, so war es auch beim zweiten Routinestopp wieder Power, der am längsten wartete. Er kam in Runde 40 herein und kam zwischen Herta und Dixon auf die Strecke zurück. In Kurve 5 aber kam Dixon vorbei und wenige Meter später auch Pagenaud.

Die Reihenfolge kurz vor Rennhalbzeit, nachdem die zweite Boxenstopp-Sequenz absolviert war: Herta, Dixon, Pagenaud, Power, Rosenqvist, Marcus Ericsson (Schmidt-Honda), Rossi, Newgarden. In dieser Phase des Rennens waren eben diese Top 8 allesamt mit den harten Reifen unterwegs.

Zwei Zwischenfälle in der Andretti-Haarnadel - einzige Gelbphase

Exakt bei Halbzeit des 90-Runden-Rennens gab es die erste und letztlich einzige Gelbphase. Conor Daly, der nach dem Indy 500 zum zweiten Mal einen zusätzlichen Andretti-Honda mit der Startnummer 25 fuhr, geriet ausgerechnet in der Andretti-Haarnadel (Kurve 2) ausgerechnet mit Marco Andretti (Herta/Andretti-Honda) aneinander. Daly drehte sich und blieb mit dem Unterboden auf dem Randstein hängen.

An die Box kam unter Gelb niemand. Herta diktierte beim Restart das Tempo und direkt dahinter ging rund um die Titelanwärter alles gut. Im Mittelfeld aber nahm Santino Ferrucci in der Haarnadel den zweimaligen Saisonsieger Takuma Sato aufs Korn.

Der Japaner drehte sich, konnte aber weiterfahren. Hingegen ging die Nummer für den Rookie in Diensten von Dale Coyne Racing schief. Ferrucci schied aus und musste damit seine letzten kleinen Hoffnungen auf die Rookie-Krone endgültig begraben.

Letzter Boxenstopp bringt Power an Pagenaud und Dixon vorbei

In der 64. von 90 Runden wurde in der Spitzengruppe der Reigen des letzten Boxenstopp-Durchgangs eröffnet. Spitzenreiter Herta und Verfolger Dixon kamen gleichzeitig. Auch Rossi und Newgarden stoppten in dieser Runde - zum dritten Mal im Paarflug.

Pagenaud, der für einen Umlauf die Führung übernahm und damit einen Bonuspunkt kassierte, kam in Runde 65. Beim Wiedereinreihen auf die Strecke aber zog Herta ausgangs Kurve 2 wieder vorbei. Drei Kurven später wurde Pagenaud auch von Dixon überholt und hatte somit abgesehen vom einen Bonuspunkt nichts gewonnen.

Power beschloss in Runde 67 abermals den Reigen der Boxenstopps. Der Australier reihte sich knapp hinter Herta, aber vor Dixon und Pagenaud wieder ins Feld ein. Somit lautete die Reihenfolge eingangs des letzten Stints der Saison: Herta, Power, Dixon, Pagenaud, Rosenqvist, Rossi, Newgarden. Wie schon im dritten Stint des Rennens, so fuhren auch im letzten alle Spitzenpiloten mit den harten Reifen.

Letztes Aufbäumen von Pagenaud im Titelkampf vergebens

Im Corkscrew kam es 20 Runden vor Schluss zum direkten Zweikampf Pagenaud vs. Rosenqvist um die vierte Position. Der Indy-500-Sieger musste nachgeben und dem Rookie die Position überlassen.

Wenige Runden nach dem Überholmanöver im Corkscrew schlug Pagenaud aber in Kurve 2 zurück und übernahm damit seinerseits wieder die vierte Position im Rennen. Rosenqvist fuhr aber auch als Fünfter gerade so auf Kurs zum Gewinn der Rookie-Krone.

Derweil war Pagenaud nun richtig in Fahrt und versuchte seinen Hoffnungen auf den Gewinn des IndyCar-Titels 2019 letztes Leben einzuhauchen. Zehn Runden vor Schluss fuhr er direkt hinter Dixon in dessen Windschatten.

Simon Pagenaud verpasste seinen zweiten IndyCar-Titel am Ende um 25 Punkte

Simon Pagenaud verpasste seinen zweiten IndyCar-Titel am Ende um 25 Punkte

Foto: LAT

Pagenauds Push-To-Pass-Kontingent war aber so gut wie aufgebraucht. Zwar probierte es der Penske-Pilot in Kurve 2 mit einem Überraschungsangriff auf Dixon, kam aber nicht vorbei. Fünf Runden vor Schluss wiederholte sich die Szene. Der Ausgang war derselbe.

Herta hält Druck von Power stand - Newgarden cruist zum Titel

Tabellenführer Newgarden hatte in der Schlussphase zwar noch reichlich Push-To-Pass-Kontingent zur Verfügung, riskierte aber nichts und fiel noch hinter Sebastien Bourdais (Coyne-Honda) auf die achte Position zurück.

Im Kampf um den Rennsieg machte Power auf der Verfolgung von Spitzenreiter Herta in der letzten Kurve der viertletzten Runde einen entscheidenden Fehler. Der Ex-Champion verbremste sich in Kurve 11 leicht, ging weit und verlor dabei einige Wagenlängen auf den Rookie.

Letzten Endes änderte sich an den Positionen nichts mehr. Herta gewann das Rennen vor Power und Dixon, hat damit aber trotzdem den Gewinn der Rookie-Wertung um fünf Zähler gegenüber Rosenqvist (P5 im Rennen) verpasst.

Fotostrecke: Die Top 10 des IndyCar-Finales 2019 in Laguna Seca:

Fotostrecke
Liste

1. Colton Herta, Harding Steinbrenner Racing Honda

1. Colton Herta, Harding Steinbrenner Racing Honda
1/10

Foto: : Phillip Abbott / Motorsport Images

2. Will Power, Team Penske Chevrolet

2. Will Power, Team Penske Chevrolet
2/10

Foto: : Phillip Abbott / Motorsport Images

3. Scott Dixon, Chip Ganassi Racing Honda

3. Scott Dixon, Chip Ganassi Racing Honda
3/10

Foto: : Barry Cantrell / Motorsport Images

4. Simon Pagenaud, Team Penske Chevrolet

4. Simon Pagenaud, Team Penske Chevrolet
4/10

Foto: : Art Fleischmann

5. Felix Rosenqvist, Chip Ganassi Racing Honda

5. Felix Rosenqvist, Chip Ganassi Racing Honda
5/10

Foto: : Scott R LePage / Motorsport Images

6. Alexander Rossi, Andretti Autosport Honda

6. Alexander Rossi, Andretti Autosport Honda
6/10

Foto: : Art Fleischmann

7. Sebastien Bourdais, Dale Coyne Racing with Vasser-Sullivan Honda

7. Sebastien Bourdais, Dale Coyne Racing with Vasser-Sullivan Honda
7/10

Foto: : Scott R LePage / Motorsport Images

8. Josef Newgarden, Team Penske Chevrolet

8. Josef Newgarden, Team Penske Chevrolet
8/10

Foto: : Art Fleischmann

9. James Hinchcliffe, Arrow Schmidt Peterson Motorsports Honda

9. James Hinchcliffe, Arrow Schmidt Peterson Motorsports Honda
9/10

Foto: : Phillip Abbott / Motorsport Images

10. Ryan Hunter-Reay, Andretti Autosport Honda

10. Ryan Hunter-Reay, Andretti Autosport Honda
10/10

Foto: : Phillip Abbott / Motorsport Images

Pagenaud verpasste als Vierter das Podest und den Titel, hat aber immerhin den Vizetitel vor Rossi eingefahren. Newgarden fuhr seinen zweiten IndyCar-Titel nach 2017 mit P8 letztlich sicher nach Hause.

Der IndyCar-Zirkus legt jetzt seine inzwischen traditionell sechsmonatige Winterpause ein. In der Saison 2020 wird als technische Neuerung mit dem Aeroscreen als Cockpitschutz gefahren. Das Auftaktrennen der optisch neuen IndyCar-Ära steigt am 15. März 2020 auf dem Stadtkurs in St. Petersburg (Florida).

Ausblick auf die neue Saison:

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie IndyCar
Event Laguna Seca
Subevent Rennen
Autor Mario Fritzsche