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McLaren bestätigt IndyCar-Fahrer: Hinchcliffe vor ungewisser Zukunft

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McLaren bestätigt IndyCar-Fahrer: Hinchcliffe vor ungewisser Zukunft
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30.10.2019, 16:45

James Hinchcliffe verlässt das Schmidt-Peterson-Team und steht vor einer ungewissen Zukunft - McLaren SP setzt auf zwei junge Fahrer

Nach fünf Jahren trennen sich die Wege von James Hinchcliffe und Schmidt Peterson Motorsports in der IndyCar-Serie. Nach der Übernahme des Teams durch McLaren wurde heute die Trennung vom populären Kanadier verkündet. Die Cockpits gehen an zwei junge Wilde: Pato O'Ward kehrt zu den IndyCars zurück. Sein Teamkollege wird der amtierende Indy-Lights-Meister Oliver Askew.

Patricio O’Ward, Arrow McLaren SP, Oliver Askew, Arrow McLaren SP

Patricio O’Ward, Arrow McLaren SP, Oliver Askew, Arrow McLaren SP

Foto: Arrow SPM

O'Ward schlug bei seinem Debüt in Sonoma 2018 in der IndyCar-Szene mit Nachdruck ein. Er hatte im selben Jahr die Indy Lights gewonnen und dabei unter anderem Colton Herta geschlagen, der seinerseits die Entdeckung der Indyar-Saison 2019 gewesen ist.

O'Ward sollte ursprünglich Hertas Teamkollege bei Harding Steinbrenner Racing werden, doch das Engagement kam nicht zustande. Er absolvierte sieben Starts für Carlin, hatte dort aber nur begrenzte Möglichkeiten, sich in Szene zu setzen. Er kehrte IndyCar Mitte der Saison den Rücken, um im Red-Bull-Nachwuchskader einen Angriff auf die Formel 1 zu wagen.

Nach einem Start in der Formel 2 und mehreren Läufen in der Super Formula in Japan (beste Position: Rang sechs in Okayama) trennten sich Red Bull und O'Ward wieder, weil die FIA ihm für die Indy-Lights-Saison 2018 keine Superlizenzpunkte zugestehen wollte. Begründung: Das Feld war zu klein.

Jetzt geht es für den Mexikaner zurück in die Vereinigten Staaten: "Ich hatte einige Gelegenheiten im vergangenen Jahr, aber das hier ist mit Abstand die größte, die ich je hatte." Mit gerade einmal 20 Jahren und nicht einmal einer kompletten IndyCar-Saison ist er nun Teamleader bei einem der größten Namen in der Welt des Motorsports.

Das nächste IndyCar-Supertalent?

Oliver Askew hat in den vergangenen Jahren die "Road to Indy" im Schnelldurchlauf durchschritten und in jeder Nachwuchsklasse nur ein Jahr verbracht. 2017 gewann er die Einstiegsklasse USF2000, 2018 wurde er Dritter in der Pro Mazda Championship. 2019 stieg er erneut auf und holte bei den Indy Lights den Titel auf Anhieb. Das brachte ihm 1,1 Millionen Dollar Preisgeld ein, um den Aufstieg in die IndyCar-Serie zu schaffen.

 

"Das ist ein Traum, der wahr wird", schwärmt der 22-Jährige. Dieses Team bringt drei hervorragende Partner zusammen und es ist eine Ehre, sie in diesem neuen Kapitel zu repräsentieren. Ich kann es nicht erwarten, loszulegen."

Askew absolvierte im Sommer einen Test für Chip Ganassi Racing, bei dem er Teamchef Mike Hull nachhaltig beeindruckte. Ganassi konnte ihm aber nur ein Teilzeit-Cockpit anbieten und entschied sich letztlich für Marcus Ericsson als dritten Fahrer.

Was wird aus Hinchcliffe?

Das wird nun auch zum Problem für Hinchcliffe, der eng mit Honda Kanada verbandelt ist. Dass der für die Saison 2020 gültige Vertrag so spät aufgelöst wurde, bringt den 32-Jährigen in große Schwierigkeiten, denn es sind kaum noch Honda-Plätze frei.

Bei Ganassi ist die Tür zu, Andretti Autosport hat seine fünf Fahrer beisammen. Ein drittes Fahrzeug bei Rahal Letterman Lanigan Racing würde teuer werden, ist aber nicht unmöglich. Dale Coyne steht kurz davor, mit Santino Ferrucci an der Seite von Sebastien Bourdais zu verlängern. Auch hier wäre ein drittes Auto denkbar, aber nur gegen richtig viel Geld.

 

Andererseits bringt Hinchcliffe einen großen Werbewert mit sich. Es bleibt abzuwarten, ob dieses Argument überzeugend genug ist, um Rahal oder Coyne zu überzeugen. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass A.J. Foyt Enterprises im Gegenzug für den McLaren-Wechsel zu Chevrolet zurück zu Honda geht und Hinchcliffe dort untergebracht wird.

Die Sache hat einen gewissen Beigeschmack: Noch im Sommer sicherte Sam Schmidt zu, dass Hinchcliffe 2020 im McLaren-Cockpit sitzen würde.

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Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie IndyCar
Autor Heiko Stritzke