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Viele Fragezeichen: Verkorkster Andretti-Saisonstart Anzeichen einer Krise?

Eigentlich gehört Andretti zu den Topteams im IndyCar-Zirkus - Der schwache Saisonstart 2022 wirft aber viele Fragen auf, die es zu beantworten gilt

Alexander Rossi und Devlin DeFrancesco liegen nach den ersten zwei Rennen der IndyCar-Saison 2022 auf den Plätzen 27 und 28 der Gesamtwertung. Gleich drei Piloten, die nur ein Rennen bestritten haben, haben mehr Punkte gesammelt - nur Tatiana Calderon hat weniger Zähler. Andretti hat einen schwachen Saisonstart erwischt, weshalb die Schwierigkeiten jetzt aufgearbeitet werden müssen.

Romain Grosjean hat beim Auftakt in St. Petersburg immerhin ein Top-5-Ergebnis eingefahren, weshalb er trotz eines 26. Ranges auf dem Oval in Texas auf Platz zehn der Gesamtwertung liegt. Fairerweise: Der Franzose bestreitet erstmals eine volle Saison inklusive aller Ovale, auf denen der ehemalige Formel-1-Fahrer noch eine Menge lernen muss.

Die Speerspitze bildet aktuell Colton Herta auf Rang sieben der Tabelle. Er wurde beim Auftakt Vierter, konnte in Texas den soliden Saisonstart mit Rang zwölf aber nicht bestätigen. Andretti-Strippenzieher Rob Edwards hat mit David Malsher-Lopez von 'Motorsport.com' über die Herausforderungen in der Saison 2022 gesprochen.

Andretti schraubt an den Details

Der sieht noch keine Krise beim Topteam in der IndyCar, jedoch eine Menge Arbeit auf die Mitarbeiter des Rennstalls zukommen. "In St. Pete hatten wir zwei Autos im Firestone-Fast-Six", sagt er. "Alex hat es nicht geschafft, aber er war nicht weit weg. St. Pete war Devlins erstes Rennen und ich muss sagen, dass er zu diesem frühen Zeitpunkt seiner IndyCar-Karriere schneller war als wir gedacht hatten."

Romain Grosjean und Devlin DeFrancesco in der Boxengasse

Romain Grosjean und Devlin DeFrancesco haben gute Laune

Foto: Motorsport Images

Nach dem Auftakt auf dem Straßenkurs folgte das erste Oval im Kalender: der Texas Motor Speedway. "Da haben wir es nicht in die Top 6 des Qualifyings geschafft, aber wir hatten drei Autos in den Top 13", fasst Edwards die Situation zusammen. "Natürlich möchte man immer schneller sein. Unsere Autos nicht auf den ersten vier Plätzen zu sehen, ist genau das, was uns motiviert, morgens aufzustehen."

Winzige Details, so Edwards, seien letztlich ausschlaggebend und würden über Sieg sowie Niederlage entscheiden. "Penske hat im Winter etwas gefunden", glaubt er. Das Chevrolet-Topteam liegt nach den zwei bisherigen Rennen mit all seinen Autos in den Top 4: Scott McLaughlin führt die Gesamtwertung mit einem Sieg und einen zweiten Platz an. Dahinter folgt Will Power mit zwei Top-5-Ergebnissen, während Josef Newgarden mit seinem Texas-Sieg auf Rang vier gesprungen ist.

Probleme bei Herta

Beim Auftakt in St. Petersburg hätte Herta laut Erdwards bessere Chancen gehabt, hätte es nicht Zweifel über die Beschaffenheit des schnelleren roten Reifens gegeben. Herta und sein Renningenieur Nathan O'Rourke hätten deshalb beim Set-up nicht aggressiv agiert. "Sie waren vorsichtiger als sonst, damit sie die Reifen nicht in drei Runden verheizen", sagt der Andretti-Funktionär.

Colton Herta und Alexander Rossi in der Boxengasse

Colton Herta und Alexander Rossi: Ihre Saisonstarts verliefen völlig unterschiedlich

Foto: IndyCar Series

Hinzu kam, dass Herta früher an die Box kommen musste, um für die Schlussphase noch einmal auf die haltbareren schwarzen Reifen zu wechseln. Das habe, so erklärt Edwards, aber nichts mit dem Verschleiß der Pneus zu tun gehabt, sondern mit dem Benzin im Auto. "Es gab Sorgen, dass wir beim zweiten Stopp nicht all das Benzin ins Auto bekommen haben", sagt er.

Diese Nuancen entscheiden letztlich, welcher Fahrer ein IndyCar-Rennen gewinnt. Herta bgab dennoch mächtig Gas und beendete den Lauf auf Platz vier. Edwards glaubt außerdem, dass Chevrolet im Winter einen Schritt nach vorne gemacht hat, doch die Rangordnung zu Honda möchte er nach zwei Rennen noch nicht festlegen. "Wir müssen da noch weitere vier Rennen abwarten", sagt er. "Die Top 6 in St. Pete und Texas bestanden jeweils aus drei Hondas und drei Chevys."

Penske und Chevrolet im Vorteil?

Edwards ist sich aber sicher, dass es sowohl Chevrolet als auch Penske im Winter geschafft haben, ihre Leistung im Vergleich zum Vorjahr zu steigern. Hinzu kommt, dass die Fähigkeiten der Fahrer in der IndyCar-Serie einen Unterschied machen und Penske hat drei Hochkaräter im Kader. Doch auch Andretti wartet mit Toppiloten wie Herta, Rossi und Grosjean auf. DeFrancesco wiederum wird seine Zeit bekommen, sich als Rookie in die Serie einzufinden.

Ein Pilot steht dennoch ein wenig im Fokus: Rossi! Der Rookie-Indy-500-Sieger des Jahres 2016 steckt in einer handfesten Krise. Schon im Jahr 2021 gelang ihm kein einziger Sieg und nur ein Top-3-Ergebnis. Er landete auf Platz zehn der Gesamtwertung. Das ist zu wenig für einen Toppiloten, der in den Jahren 2018 und 2019 zu den Titelkandidaten gehörte.

Es gibt weitere Brandherde, die Andretti beschäftigen. Dazu gehören die Boxenstopps, die schon länger eine Schwachstelle des Teams sind. "Wir müssen uns da unbedingt verbessern", sagt Edwards. "Wir hatten dieses Jahr schon zwei klare Probleme. Wir hatten Schwierigkeiten mit dem Auto von Colton, das ihm einige Plätze gekostet hat. Die Boxenstopps sind nicht da, wo sie sein sollten."

Grosjean lebt sich schnell ein

Positiv ist hingegen die Zusammenarbeit mit Ex-Formel-1-Pilot Grosjean, der von Dale Coyne zum Topteam gewechselt ist. "Das hat gut geklappt", so Edwards. "Sein Top-5-Qualifying in St. Pete hat das bewiesen. Sein 13. Startplatz in Texas war ebenso beeindruckend." Grosjean hat ohne jegliche relevante Erfahrung auf Ovalen einen soliden Job gemacht und gezeigt, dass auch auf diesem Streckentyp mit ihm zu rechnen ist.

Andretti ist aber nicht das einzige Team, dass in der Saison 2022 Startschwierigkeiten hat. McLaren-SP hat ebenfalls nicht die Ergebnisse erzielt, die das Team vor dem Start erwartet hatte. Patricio O'Ward und Felix Rosenqvist liegen aktuell nur auf den Plätzen 13 und 19. Beide Fahrer warten nach zwei Läufen noch immer auf ihr erstes Top-10-Ergebnis.

Der nächste Halt ist Long Beach, der klassische Straßenkurs in Kalifornien. "Wir haben unsere Erwartungen", so Edwards, der Andrettis Stärken auf Straßenkursen hervorhebt. "In den vergangenen drei bis vier Jahren lagen die Andretti-Autos auf diesen Strecken immer sehr gut. Ich erwarte, dass sich Colton, Alex und Romain für die Top 6 qualifizieren."

Nächster Halt: Long Beach

Devlin DeFrancesco in St. Petersburg

Devlin DeFrancesco ist der Rookie im Andretti-Team

Foto: Motorsport Images

Kann Andretti in der IndyCar-Saison 2022 das Ruder herumreißen und die beiden Topteams Ganassi und Penske herausfordern? Seit 2013 kamen die Meister ausschließlich aus der Riege von Chip Ganassi und Roger Penske. Im Jahr 2012 feierte Andretti seinen bisher letzten Titel mit Ryan Hunter-Reay, der das Team verlassen hat.

Andretti plant außerdem einen Einstieg in die Formel 1 und unterhält Programme in der Formel E, Extreme E und Supercars-Serie. Leidet darunter womöglich das IndyCar-Programm? Herta, Rossi, Grosjean und DeFrancesco haben es in der Hand, die Kritiker zu überzeugen und das Wort Krise schnell aus dem Wortschatz des Teams zu verbannen ...

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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