DMSB-Permit Nordschleife: Die Hintergründe zu den Neuerungen

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DMSB-Permit Nordschleife: Die Hintergründe zu den Neuerungen
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19.11.2019, 13:19

Der DMSB hat die Regeln für den Nordschleifen-Permit überarbeitet - Motorsport-Total.com erklärt, was es mit den neuen Regeln auf sich hat

Mit neuen Regeln zum Permit hat der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) bereits zu Beginn des Monats für Aufsehen gesorgt. Es gibt teils weitreichende Änderungen an den Bestimmungen in beide Richtungen: Für manche wird es leichter, am 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring teilzunehmen, für andere schwerer.

Zwei Kernziele sollten erzielt werden: Die Bestimmungen für den Permit A wurden verschärft, um die Qualität des Feldes zu verbessern. Zum anderen soll es für Fahrer auf kleineren Fahrzeugen einfacher werden, am 24-Stunden-Rennen teilzunehmen.

Bislang galt die Regel, dass für die Teilnahme am 24- Stunden-Rennen ein DMSB Permit A verpflichtend war. Der ist auf der Nürburgring-Nordschleife eigentlich der "Führerschein" für leistungsstarke Fahrzeuge. Beim 24-Stunden-Rennen aber war er selbst für einen Start auf einem kleinen Fahrzeug obligatorisch.

Von nun an kann die Teilnahme am 24-Stunden-Rennen auf einem kleinen Fahrzeug auch mit dem Permit B erfolgen. Das entlastet künftig Fahrer, die in kleineren Klassen zuverlässig unterwegs sind und keine Ambitionen hegen, in ein Permit-A-pflichtiges Fahrzeug zu wechseln.

Dennoch gibt es Abweichungen von den Bestimmungen, die bei der VLN Langstreckenmeisterschaft für den Permit B gelten: Es müssen echte Rennrunden nachgewiesen werden, VLN-Teilnahmen sind also obligatorisch. Die Rundstrecken Challenge Nürburgring (RCN), die Leistungsprüfungen fährt, reicht nicht zur Qualifikation für das 24-Stunden-Rennen aus.

Hürden für Permit A deutlich verschärft

Gleichzeitig werden die Bestimmungen für den Permit A verschärft, weil es nach dem Rennen teils scharfe Kritik am Fahrerniveau gegeben hat. Am deutlichsten hat sich Christian Menzel im Fernsehen geäußert.

Ab 2020 reichen nicht mehr zwei Resultate unter den besten 75 Prozent einer Permit-B-Klasse aus, um sich für den Permit A zu qualifizieren. Mittlerweile muss ein Ergebnis unter den besten 33 Prozent der Klasse erzielt werden. Der Fahrer muss dabei auch nachweisen, dass er ausreichend Runden absolviert hat und diese nicht durch einen schnellen Fahrer erzielt wurden.

Marc Duez

Im Jahr 2019 bekamen einige prominente Fahrer keinen Permit, darunter Marc Duez

Foto: TMG/IKmedia

Das bedeutet eine deutliche Erhöhung der Hürde für den Permit A. Zusätzlich müssen weiter 18 Rennrunden nachgewiesen werden. "Pechvögeln", die bei ihren Versuchen zur Erlangung des Permits A öfter ausscheiden, soll es aber leichter gemacht werden, eine Ausnahmegenehmigung zu erhalten. In solchen Fällen wird die Teamvereinigung ILN bei Entscheidungsfällen künftig umfangreicher informiert werden als bisher.

Die Maßnahmen sind das Ergebnis zahlreicher Gespräche zwischen dem DMSB, der VLN, dem ADAC Nordrhein und der Fahrer-AG der ILN. Alle Beteiligten äußern sich lobend über die Gesprächsatmosphäre.

Der DMSB Permit Nordschleife ist ein zweischneidiges Schwert: Zu einen wurde - zumindest bei den VLN-Läufen - eine deutliche Verbesserung des Rennflusses festgestellt. Zum anderen schreckt diese Hürde Gelegenheitsstarter ab, vor allem aus dem fernen Ausland. Das macht sich bei den Starterzahlen bemerkbar.

Mit Bildmaterial von VLN.

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Rennserie Langstrecke
Autor Heiko Stritzke