Feuerwehr-Zuschauer äußert sich zur Porsche-Löschaktion in Bathurst

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Feuerwehr-Zuschauer äußert sich zur Porsche-Löschaktion in Bathurst
Autor:
Co-Autor: Andrew van Leeuwen
05.02.2019, 08:49

Für Zuschauer Trevor Jackson war klar, dass er handeln musste, nachdem er Tim Pappas' Porsche 911 GT3 R bei den 12 Stunden von Bathurst in Flammen stehen sah

Er bewies großen Mut, doch sein beherztes Eingreifen zieht eine Untersuchung durch den Veranstalter und die australische Motorsportbehörde nach sich: Der Zuschauer, der das Löschen des Black-Swan-Porsches #540 (Pappas/Bleekemolen/Lieb) nach dem Unfall von Tim Pappas selbst in die Hand nahm, heißt Trevor Jackson. Gegenüber 'Motorsport.com' äußert er sich, wie es zu seinem Eingreifen kam.

"Ich habe einen Feuerball gesehen, aber mir auch gedacht, dass ja alles okay ist, weil genug Streckenposten mit vier, fünf Feuerlöschern vor Ort waren. Ich dachte mir, dass es schon gut gehen würde und alles in Ordnung wäre." Doch es sollte ganz anders kommen: Keiner der Sportwarte schritt ein. Ob aufgrund von Sicherheitsbestimmungen (noch fuhren Rennfahrzeuge an der Unfallstelle vorbei) oder wegen eines üblen Versäumnisses, muss die Untersuchung klären.

"Sie haben nichts getan, sie starrten nur hin", sagt Jackson erstaunt. "Ich dachte mir, dass ein Löschfahrzeug auf dem Weg sein müsste, nachdem es bei dem Audi-Unfall zuvor schnell zur Stelle war. Ich habe eine Minute gewartet und wir schreien alle den Marschalls zu, dass da ein Feuer ist. Der Streckenposten ist möglicherweise so platziert, dass man es von dort nicht sehen kann, aber auch die Leute auf der anderen Seite der Strecke schreien herum. Und es kam auch kein Löschfahrzeug."

Und so nahm er die Sache in die eigene Hand. "Ich musste es einfach tun, ich konnte doch nicht mit ansehen, wie da jemand bei lebendigem Leibe verbrennt!" Jackson sprang über den Zaun, schnappte sich einen der bereitstehenden Feuerlöscher, stürmte auf den brennenden Porsche zu und begann auf eigene Faust mit den Löscharbeiten. Als der erste Feuerlöscher nicht richtig funktionierte, mischte sich ein zweiter Zuschauer ein, der zuvor schon Pappas ermuntert hatte, den Porsche schnellstmöglich zu verlassen.

Erst als sie gemeinsam das Feuer unter Kontrolle gebracht hatten, tauchte ein Sportwart auf - von der anderen Seite der Strecke. Außerdem traf ein Sicherheitsfahrzeug ein. "Ja, ich bin über den Zaun gesprungen, aber ich habe immer geschaut, ob jemand kommt", sagt Trevor Jackson. "Ich wusste, dass das sicherheitstechnisch fragwürdig war. Aber ich sah, dass die Autos langsam vorbeifuhren. Beim ersten Feuerlöscher ist der Schlauch geplatzt. Ich habe getan, was ich konnte. Dann traf der Zuschauer ein, der neben mir gesessen hatte, und schnappte sich einen weiteren Feuerlöscher. Dann klappte es besser. Erst dann traf das Löschfahrzeug ein."

"Ich möchte mich nicht beschweren, aber das ist ein internationales Rennen. Dann sollte man es auch wie ein internationales Event aussehen lassen. Menschen aus aller Welt schauen bei diesem Rennen zu. Normalerweise würde ich nie auf die Strecke rennen. Ich sah, wie die Autos langsamer wurden, aber nichts weiter geschah. Wir haben gewartet und schreien, dass sie etwas tun sollen. Ich konnte da einfach nicht zusehen." In den sozialen Medien wurde Jackson wahlweise als Held gefeiert oder scharf kritisiert. Der Vorfall wird nach dem Rennen untersucht werden.

Mit Bildmaterial von Ben Auld.

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Artikel-Info

Rennserie Langstrecke
Event 12h Bathurst
Autor Heiko Stritzke