Forze Delft VII: Erstes LMP3-Fahrzeug mit Wasserstoffantrieb

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Forze Delft VII: Erstes LMP3-Fahrzeug mit Wasserstoffantrieb
Autor: Mario Fritzsche
10.03.2016, 20:55

Studenten der Universität Delft in den Niederlanden haben ein wasserstoffbetriebenes LMP3-Auto präsentiert, das im August im Wettbewerb gegen Benziner antritt.

Mit den Vorgängermodellen des Forze Delft VII haben sich die Studenten bereits mehrere Streckenrekorde für Fahrzeuge mit Wasserstoff- und auch Elektroantrieb gutschreiben lassen. So fuhr der ehemalige Formel-1-Pilot und Le-Mans-Sieger von 1988, Jan Lammers, im vergangenen Jahr einen neuen derartigen Rundenrekord in Zandvoort.

Der am Donnerstag vorgestellte Forze Delft VII basiert auf dem LMP3-Chassis von Adess, dem 03. Die mit Wasserstoff betriebene Kraftstoffzelle leistet 100 Kilowatt. Hinzu kommen zwei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 200 Kilowatt. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 210 km/h liegen, die Beschleunigung von 0 auf 100 in weniger als vier Sekunden möglich sein.

Erster Renneinsatz im August

Am ersten August-Wochenende soll der Forze Delft VII anlässlich des Gamma Racing Day in Assen gegen benzinbetriebene Fahrzeuge im Wettbewerb antreten. „Wir treten in der Sportwagendivision der Niederländischen Supercar-Challenge an“, verkündet Teammanager Rick Everaert gegenüber Motorsport.com.

Das sportliche Ziel für den ersten Renneinsatz ist schon jetzt klar abgesteckt. „Wir wollen den Sieg in der Division einfahren. Gelingt uns das, dann sind wir das erste Team, das mit einem wasserstoffbetriebenen Fahrzeug mit benzinbetriebenen Fahrzeugen mithalten kann“, so Everaert, der gemeinsam mit seinem 70-kopfigen Studententeam der Welt zeigen will, „dass diese Technologie cool ist und man damit Rennen fahren kann“.

Bis zum 1. April soll der Forze Delft VII fertig aufgebaut sein. „Anschließend geht es auf den Prüfstand und dann haben wir eineinhalb Monate Zeit, um das Auto für die Rennstrecke vorzubereiten. Daran anschließend haben wir nochmals eineinhalb Monate Zeit, um den ersten Renneinsatz vorzubereiten“, skizziert der Teammanager den Zeitplan.

Auf den Spuren von GreenGT und Co.

Der Forze Delft VII ist nicht der erste wasserstoffbetriebene Rennwagen. Für die 24 Stunden von Le Mans 2013 war der ebenfalls auf dieser Technologie basierende GreenGT gemeldet, wurde aber zurückgezogen. Im selben Jahr trat beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring ein Aston Martin mit Wasserstoffantrieb an, fiel aber aus. Der kürzlich von Pininfarina präsentierte H2 Speed basiert ebenfalls auf Wasserstoffantrieb. Renneinsätze sind mit Fahrzeug allerdings nicht vorgesehen.

„Wenn es uns gelingt, ins Ziel zu kommen, dann sind wir weltweit das erste Team, dass diese grüne Technologie erfolgreich unter Rennbedingungen eingesetzt hat“, blickt Rick Everaert auf den Gamma Racing Day in Assen voraus. Gefahren wird der Forze Delft VII nicht von einem professionellen Rennfahrer, sondern von den auf diesem Forschungsgebiet erfahrenen Entwicklungsfahrern Jan Bot und Leo van der Eijk.

Fernziel 24 Stunden von Le Mans

Eine erfolgreiche „Feuertaufe“ in der Sportwagen-Division der Niederländischen Supercar-Challenge vorausgesetzt, plant die Truppe rund um Everaert für die Zukunft auch Einsätze in den Topklassen dieser Rennserie. Und man denkt sogar noch weiter.

„Wir haben schon darüber gesprochen, dass es ein Traum wäre, einmal an den 24 Stunden von Le Mans teilzunehmen. Wenn es uns gelingt, das Auto schnell genug aufzuladen und lange Stints zu fahren, dann wären wir gern dabei. Dafür braucht es noch etwas Entwicklungsarbeit, aber wenn ich mir den Enthusiasmus bei uns im Team vor Augen führe, dann werden wir das schaffen“, ist Everaert überzeugt.

Das Gespräch führte Tim Biesbrouck

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