Brendon Hartleys Schock: Toyota "ganz anders" als Porsche-LMP1

geteilte inhalte
kommentare
Brendon Hartleys Schock: Toyota "ganz anders" als Porsche-LMP1
Autor:
Co-Autor: Jamie Klein
30.08.2019, 14:35

Brendon Hartley sagt, dass der Toyota TS050 Hybrid "komplett anders" sei als alles, was er bislang gefahren hat - Einschließlich des Porsche 919 Hybrid

Ex-Formel-1-Fahrer Brendon Hartley sagt, dass die Umstellung auf den Toyota TS050 Hybrid für ihn eine große Herausforderung sei. Das Auto sei "komplett anders" als alles, was er zuvor gefahren hat.

Hartley wird bei den 4 Stunden von Silverstone an diesem Wochenende sein erstes Rennwochenende in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) für Toyota absolvieren. Er teilt sich den TS050 Hybrid #8 mit Sebastien Buemi und Kazuki Nakajima als Ersatz für Fernando Alonso.

Der frühere Porsche-LMP1- und Toro-Rosso-Formel-1-Pilot konnte sich mit einem privaten Team in Le Castellet und beim Prolog in Barcelona auf den Toyota einschießen. Obschon der Neuseeländer LMP1-Hybrid-Erfahrung aus dem Porsche 919 Hybrid mitbringt, sagt er, dass sein neues Arbeitsgerät "ganz anders" sei als das Auto, das er von 2014 bis 2017 pilotiert hat.

"Ich weiß nicht, ob ich komplett vorbereitet bin, aber Le Mans war für die Integration ins Team sehr wichtig", sagt der 29-Jährige gegenüber 'Motorsport.com'. Er fungierte bei den 24 Stunden von Le Mans 2019 als Ersatzfahrer bei Toyota Gazoo Racing.

Ganze Erfahrung gefragt

"Danach hatte ich zwei Tests, was wahrscheinlich nicht genug ist. Das Auto ist sehr kompliziert und es gab viele Dinge, an die ich mich gewöhnen musste. Obwohl es nicht komplizierter ist als andere Autos, die ich gefahren bin, ist es komplett anders."

"Ich muss auf meine gesamte Erfahrung zurückgreifen, die ich mit anderen Autos in der Vergangenheit gesammelt habe. Die hilft mir dabei, mich so schnell wie möglich darauf einzuschießen. Am Ende des Rennens werde ich voraussichtlich besser wissen, wie ich alles aus dem Auto holen kann und am effizientesten mit der Energie umgehe."

Auf die Frage, ob der Titelgewinn des Fahrzeugs #8 in der vergangenen Saison zusätzlichen Druck aufbaue, antwortet Hartley: "Ehrlich gesagt, nein. Aber natürlich will ich in jedem Auto mein Bestes geben. Ich hoffe, dass ich die Fußstapfen gleich ausfüllen kann. Natürlich sind es ziemlich große, die Fernando hinterlassen hat."

"Aber ich freue mich darauf. Die Fahrerbesetzung unseres Autos hat sich geändert und ich komme als Rookie rein. Aber ich hoffe, dass ich möglichst schnell auf Speed komme und dabei helfen kann, dass sie dort weitermachen, wo sie aufgehört haben."

Toyota-Siege nicht in Stein gemeißelt

Hinzu kommt der Druck durch die LMP1-Privatteams, die dank der neuen Equivalence of Technologies (EoT) und des neu eingeführten Erfolgsballasts deutlich gefährlicher werden dürften als in der Saison 2018/19. Schon beim Prolog in Barcelona waren die Privatteams dicht an Toyota dran, seitdem hat es noch einmal 14 Kilogramm Zuladung für den TS050 Hybrid gegeben.

Kazuki Nakajima

Die Vorbereitungszeit im Toyota TS050 Hybrid war für Hartley zu kurz

Foto: LAT

"Ich denke nicht, dass man mit absoluter Sicherheit sagen kann, dass Toyota die ersten beiden Plätze belegen wird; die neue EoT hat das Pendel deutlich in Richtung der Privatiers ausschlagen lassen." Er selbst konnte sich bei den 1.000 Meilen von Sebring 2019 am Steuer eines Dallara BR1 von SMP Racing überzeugen.

"Wir haben es beim Prolog schon gesehen [dass die LMP1 Non-Hybrids nahe dran sind]. Und jetzt haben wir nochmal mehr Gewicht und der Erfolgsballast wird oben drauf kommen. Ich denke, es wäre sehr optimistisch, zu sagen, dass wir jedes einzelne Rennen gewinnen werden, ganz einfach wegen der Regeln."

"Das ist eine gute Sache. Wir wollen Rad-an-Rad-Kämpfe und dass es schwer ist. Ich glaube nicht, dass wir eine Toyota-Dominanz sehen werden. Es wird hart."

Sein Rezept zum Titel: "Der Schlüssel wird sein, das Beste aus den Rennen zu holen, wenn das Auto mit Ballast vollgestopft ist. Da geht es um Details: Man mag nicht das schnellste Auto haben, aber wenn man ein perfektes Rennen hinlegt, kann man an anderen Autos vorbeikommen, die eigentlich schneller sind.

Mit Bildmaterial von LAT.

Nächster Artikel
24h Le Mans in WEC 2019/20 wieder doppelte Punkte wert

Vorheriger Artikel

24h Le Mans in WEC 2019/20 wieder doppelte Punkte wert

Nächster Artikel

WEC-Amateur poltert gegen FIA-Fahrer-Rankings

WEC-Amateur poltert gegen FIA-Fahrer-Rankings
Kommentare laden

Artikel-Info

Rennserie 24h Le Mans , WEC
Event 4h Silverstone
Autor Heiko Stritzke