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Französische Revolution: "Vision 1789" mit Biogas 2023 in Le Mans?

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Französische Revolution: "Vision 1789" mit Biogas 2023 in Le Mans?
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26.04.2020, 12:25

Ein 16-köpfiges Enthusiasten-Team will mit einem rein französischen Innovativ-Projekt mit Biomethan bei den 24 Stunden von Le Mans 2023 antreten

Zweite Chance für Biomethan bei den 24 Stunden von Le Mans: Ein französisches Start-up namens Vision Automobiles Paris will mit einem klimafreundlichen Kraftstoff zeigen, dass hohe Leistung, guter Sound und Klimaschutz sich nicht ausschließen müssen.

Für seinen flügellosen Boliden hat sich das 16-köpfige Team den wohl französischsten denkbaren Namen überlegt: "1789", das Jahr des Beginns der Französischen Revolution. Revolutionär möchte das Team auch auftreten. Mit der Wahl auf Biomethan als Kraftstoff zeigt es, dass der Verbrennungsmotor keineswegs tot ist.

Das Gas wird aus Bioabfällen gewonnen. Die Treibhausgase, die bei der Verbrennung entstehen, wären also ohnehin in die Atmosphäre gelangt, nur eben ohne Arbeit zu verrichten. In seiner Grundform ist Methan 25 Mal klimaschädlicher als CO2. Doch beim Verbrennungsprozess reagiert es vollständig zu Wasser und CO2.

Im Vergleich zu konventionellen Kraftstoffen verspricht sich Vision Automobiles Paris eine 15 Prozent höhere Leistungsausbeute bei gleichem Hubraum. Allerdings ist der Energieaufwand hoch: Für den Renneinsatz soll flüssiges Biomethan zum Einsatz kommen, das dafür stark heruntergekühlt werden muss. Der Siedepunkt liegt bei -161,5 Grad Celsius.

Vom Vision 1789 soll darüber hinaus ein Straßenfahrzeug abgeleitet werden, das das Methan in gasförmiger Form mit sich führt und somit auf den Kühlungsprozess verzichtet. Dafür braucht Methan im gasförmigen Zustand deutlich mehr Platz. Ausgelegt wird das Fahrzeug für zwei Personen und soll "atemberaubende Fahreindrücke" bieten.

WR Biomethan

Der Biogas-Prototyp von Welter Racing trat nie in Le Mans an

Foto: WR

Welters Geist lebt weiter

Es handelt sich bereits um das zweite Biogas-Projekt bei den 24 Stunden von Le Mans. Welter Racing hat schon 2014 ein solches angekündigt, das ursprünglich mal 2016 fahren sollte. Es verzögerte sich jedoch immer wieder. Im Januar 2018 verstarb Gerard Welter im Alter von 75 Jahren.

Sein Unternehmen Welter Recherche Technologie Industrie unterstützt das junge Unternehmen. Der Altersdurchschnitt des Teams beläuft sich auf lediglich 26 Jahre. Mehrere Partner aus der Automobilbranche - unter anderem Michelin - konnten als Partner gewonnen werden.

Unterstützt werden die Enthusiasten auch durch Thibaut Granier, den früheren Designer von Konzeptfahrzeugen im PSA-Konzern. Das Chassis wird von Faster Racing entwickelt, als Entwicklungsfahrer konnten Paul-Loup Chatin und Matthieu Vaxiviere gewonnen werden.

Auf der Suche nach Unterstützern wird das Team im Jahr 2021 Präsentationen in Paris, Genf, Italien, Kalifornien, Großbritannien und Dubai abhalten - sofern es die Coronasituation dann erlaubt.

Biogas gilt als möglicher Antrieb für Kraftfahrzeuge in der Zukunft. Das Problem ist der aufwändige Herstellungsprozess, durch den es schwierig ist, preislich mit fossilen Kraftstoffen mitzuhalten. Allerdings hatte Biogas bislang nicht die Chance, sich am Markt in großen Mengen zu beweisen.

Mit Bildmaterial von Vision Automobiles Paris.

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Artikel-Info

Rennserie 24h Le Mans
Autor Heiko Stritzke