Gordon Murray erwägt WEC-Einstieg mit T.50 Supercar

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Gordon Murray erwägt WEC-Einstieg mit T.50 Supercar
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Co-Autor: Mario Fritzsche
27.11.2019, 13:45

Bringt der ehemalige Formel-1-Designer Gordon Murray in der Hypercar-Klasse der WEC seinen eigenen Supersportwagen, den T.50, an den Start?

Bis zum Beginn der Hypercar-Ära in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) und damit letzten Endes auch bei den 24 Stunden von Le Mans ist es noch knapp ein Jahr hin. Doch das Interesse an der neuen Topklasse wächst weltweit.

So kann sich auch Gordon Murray mit seinem neuen Supersportwagen, dem im Juni als Konzept vorgestellten T.50, eine Teilnahme an der neuen WEC vorstellen. Dieses Interesse beruht auf Gegenseitigkeit, wie der ehemalige Brabham- und McLaren-Designer darlegt.

"Die Verantwortlichen der Rennserie haben großes Interesse daran. Mit ACO und FIA habe ich schon im Februar gesprochen", offenbart Murray im Gespräch mit 'Motorsport.com' und verweist darauf, dass die WEC-Führung "nach unserer Geschichte mit dem [McLaren] F1 GTR in Le Mans stark daran interessiert ist, uns zurückzugewinnen".

Mehr noch: "Wir haben auch Anfragen von interessierten Kunden vorliegen, die das Auto im Rennen einsetzen wollen. Wir sind doch alle Racer und somit auch selbst daran interessiert. Rennsport liegt in unserer DNS", so Murray.

Zusammenarbeit mit Formel-1-Team geplant

Gordon Murray

Gordon Murray hat bereits konkrete Ideen für ein Rennsport-Programm mit dem T.50

Foto: LAT

"Wir stehen kurz davor, eine Zusammenarbeit mit einem Formel-1-Team zu verkünden, um deren Windkanal für die Entwicklung des T.50 zu nutzen", so der Stardesigner weiter. "Das heißt, wir sind dem Thema Rennsport schon einen Schritt näher."

Angetrieben werden soll der von Gordon Murray Automotive (GMA) konzipierte T.50 von einem Vierliter-V12-Motor von Cosworth. Die ersten 100 Exemplare für die Straße sollen laut Planung zwar erst im Jahr 2022 ausgeliefert werden. Einen Einstieg in die WEC kann sich Murray aber schon vor 2022 vorstellen.

Das Hypercar-Reglement schreibt vor, dass innerhalb von zwei Jahren nach dem Renndebüt eines Autos mindestens 20 Stück produziert werden müssen. "Wenn wir es angehen, dann mit einem separaten Team, das parallel zur Entwicklung des Straßenautos arbeitet. Wir haben schon eine entsprechende Abteilung für besondere Fahrzeuge", gibt Murray einen Einblick in die Strukturen bei GMA.

Gewichtslimit für Hypercars: Murray hofft auf Ausnahme

Apropos besonders: Was die Gewichtsklausel im Hypercar-Reglement angeht, hofft Murray auf eine besondere Ausnahme. Das Reglement schreibt ein Mindestgewicht von 1.100 Kilogramm vor. "Eine Rennversion des T.50 würde aber wahrscheinlich mit rund 900 Kilogramm daherkommen", sagt Murray.

"Die Idee, ein paar hundert Kilogramm Ballast einzuladen, gefällt mir nicht. Weil aber die neuen Regeln auf ausgeglichener Performance basieren, können wir hoffentlich leichter, dafür aber mit weniger Leistung, fahren", sinniert er.

Studie: Hypercar für WEC und Le Mans 2020

Die Hypercar-Ära in WEC und Le Mans beginnt im Herbst 2020

Foto: FIA WEC

Und sollte es mit einem Einstieg in die Hypercar-Klasse der WEC doch nichts werden, kann sich Murray sogar eine eigene Rennserie mit dem T.50 vorstellen: "Sollte sich herausstellen, dass wir nicht in die Hypercar-Klasse oder eine andere Kategorie passen, haben wir die Option einer Rennserie mit nur diesem Auto. Man stelle sich vor, wie 20 Autos in der Startaufstellung 12.000 Umdrehungen pro Minute anlegen. Das hätte was."

Mit Bildmaterial von Gordon Murray Design.

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Artikel-Info

Rennserie 24h Le Mans , WEC
Autor Gary Watkins