Oliver Gavin beendet nach 6h Spa seine Karriere

Oliver Gavin beendet nach mehr als 30 Jahren seine Rennfahrerkarriere und hat bereits ein Nachfolgeprojekt, das in Deutschland angesiedelt ist

Oliver Gavin beendet nach 6h Spa seine Karriere

Der langjährige Corvette-Werksfahrer Oliver Gavin wird seine aktive Rennfahrerkarriere am Samstag beenden. Der 48-Jährige wird mit General Motors in Verbindung bleiben und in der Nähe von Stuttgart eine Fahrerakademie mit Corvette-Fahrzeugen gründen.

"Ich gebe hiermit bekannt, dass das Rennen an diesem Wochenende - mein 204. für Corvette Racing - das letzte meiner professionellen Karriere sein wird", sagt Gavin im Rahmen des Auftakts zur Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) 2021 in Spa-Francorchamps.

"Ich werde ein neues Kapitel mit der Oliver Gavin Driving Academy in Boxberg aufschlagen. Der Start wird im Oktober sein." Er kündigt weitere Informationen in den kommenden Wochen und Monaten an.

Gavins Karriere erstreckt sich zurück bis ins Jahr 1990 in einer britischen Formel-Winterserie. Er stieg schnell durch die Ränge, gewann Nachwuchs-Awards und Förderungen. Er holte 1995 den Titel in der britischen Formel-3-Meisterschaft und wurde dem internationalen Publikum erstmals im Jahr darauf durch seine Auftritte im kurzlebigen DTM-Nachfolger ITC bei Opel bekannt.

In den 1990er-Jahren strebte er nach der Formel 1 und brachte es auf einen Test beim Benetton-Team, nachdem er zuvor schon Testfahrer im hoffnungslosen Pacific-Team gewesen war. Doch sein Formel-3000-Jahr 1999 (das damalige Äquivalent zur Formel 2) stand unter keinem guten Stern, womit der Traum platzte. Von 1997 bis 1999 pilotierte er das Formel-1-Safety-Car, näher kam er der Königsklasse nicht mehr.

Fünf Le-Mans-Klassensiege mit Corvette

Nach einer schwierigen Zeit um die Jahrtausendwende herum fand Gavin ab 2002 seine sportliche Heimat und wurde Werksfahrer bei Corvette Racing. Hier feierte er seine mit Abstand größten Erfolge. Fünfmal gewann er die 24 Stunden von Le Mans - viermal in der GTS-/GT1-Klasse (2002 und 2004 bis 2006 mit einem Hattrick) und noch einmal 2015 in der GTE Pro.

"Es war das wohl größte Highlight meiner Karriere, dreimal hintereinander auf dem Podium dort zu stehen", sagt er. "Wir haben dreimal in Folge mit unserem GT1-Fahrzeug das große Prodrive-Team besiegt."

Jan Magnussen, Oliver Gavin, Olivier Beretta

Legendär: GT1-Hattrick von Gavin/Magnussen/Beretta 2004 bis 2006

Foto: Motorsport Images

Prodrive war damals dominierende Macht in der europäischen FIA-GT-Serie mit dem Ferrari 550 GTS Maranello und wurde ab 2005 Werksteam von Aston Martin - eine Liaison, die erst 2020 endete. Gavin holte den Hattrick gemeinsam mit Jan Magnussen und Olivier Beretta.

Erst ab 2004 wurde er zum Vollzeitfahrer in Amerika befördert und zahlte dies schnell zurück: Er holte von 2005 bis 2007 dreimal den GT1-Titel in der amerikanischen Le-Mans-Serie (ALMS). 2016 folgte gemeinsam mit Tommy Milner noch einmal ein Fahrertitel in der GTE Pro.

Eigentlich war sein Kapitel mit Corvette Racing Ende 2020 schon beendet. Er fuhr bei den 24 Stunden von Daytona 2021 noch einmal auf einem Lexus RC F GT3 für Vasser Sullivan und kehrt nun für das WEC-Gastspiel von Corvette noch ein letztes Mal ins Cockpit der C8.R zurück.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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