Toyota #7 erlöst sich mit Le-Mans-Sieg: "Sind so einen weiten Weg gegangen"

Auch der Toyota #7 gehört jetzt zu den Le-Mans-Siegern - Pechsträhne findet endlich ein Ende - Dabei kämpften Conway/Kobayashi/Lopez auch 2021 mit der Technik

Toyota #7 erlöst sich mit Le-Mans-Sieg: "Sind so einen weiten Weg gegangen"

Endlich. Mit diesem Wort lässt sich der Triumph wohl am besten beschreiben. Endlich hat auch die Toyota-Crew #7 ihren Sieg bei den 24h Le Mans. Mike Conway, Kamui Kobayashi und Jose Maria Lopez legten mit ihrem Hypercar insgesamt 371 Runden zurück auf dem Weg zum Sieg der 89. Ausgabe des Langstrecken-Klassikers an der Sarthe.

"Natürlich kommen wir aus vielen Jahren, die ziemlich hart für uns als Crew waren. Teil davon zu sein, ist unglaublich. Ein Traum wird wahr. Wir sind so einen weiten Weg dafür gegangen", sprudelte es nach dem Rennen nur so aus Lopez raus.

Der Argentinier war schon mit dabei, als man 2019 den sicher geglaubten Sieg in der letzten Stunde an das Schwesterauto verlor, und als man sich im Vorjahr mit einem Defekt in der Nacht aus dem Kampf an der Spitze verabschiedete.

"Das Team hat hart gearbeitet und am Ende haben wir die Früchte geerntet. Wir sind auf das Podium geklettert, aber da stehen mehr als 600 Leute in Köln und über 1.000 Menschen in Japan hinter uns, die das möglich gemacht haben", denkt Lopez im Moment des Triumphs an all jene, die auch in den Fabriken unermüdlich für den Erfolg arbeiten.

Erneute Probleme am Toyota #7

Dabei war es auch in diesem Jahr eine Zitterpartie für Toyota, wie Lopez andeutet: "Es bis zum Ende zu schaffen war nicht einfach. In den letzten sechs oder sieben Stunden hatten wir ein paar Probleme." Diese Probleme sorgten dafür, dass Toyota sowohl bei der #7, als auch beim Schwesterauto #8 (Buemi/Nakajima/Hartley) die Stintlängen teilweise dramatisch verkürzen musste.

Unter normalen Umständen absolvierten die beiden GR010 Hybrid 13 Runden zwischen zwei Boxenstopps. Zwischenzeitlich waren aber nur vier oder fünf Umläufe möglich. Technikdirektor Pascal Vasselon in einer ersten Reaktion nach der Zieldurchfahrt: "Es war ein ziemlicher Kampf. Wir hatten ein paar Stunden lang ein Problem mit dem Benzindruck."

Doch dieses Problem konnte gemeinsam überwunden werden - was auch dringend nötig war, wie Conway verrät: "In den letzten sechs Stunden hatten wir etwas am Auto, von dem wir wussten, dass es ein wirklich großes Problem werden könnte. Aber zum Glück hat das Team eine Lösung gefunden, damit wir weiterfahren können."

Le-Mans-Erfahrungen prägen Conway und Co.

Der Toyota-Pilot weiter: "Danke an sie, dass sie das aussortiert haben und sichergestellt haben, dass wir auf den Plätzen eins und zwei ins Ziel kommen. Das ist sehr besonders unter diesen Umständen. Es war sehr stressig in den letzten sechs, sieben Stunden."

 

Und stressig blieb es auch bis ganz zum Schluss. Die Ereignisse aus dem Jahr 2016 haben sich im Toyota-Team nachhaltig ins Gehirn eingebrannt. Deshalb betont Conway: "Selbst wenn du führst und Runden-Vorsprung hast, bist du trotzdem immer noch bis ganz zum Schluss besorgt." Das Schicksal rund um den WRT-Oreca #41 (Kubica/Deletraz/Ye) bestätigt ihn.

Umso schöner, dass es in diesem Jahr geklappt hat. "Da ist eine große Last von mir abgefallen. Wir hatten schon großes Pech hier. Es ist schön, dass wir es jetzt geschafft haben. Das fühlt sich gut an", freut sich Conway. Er darf sich jetzt endlich auch als Le-Mans-Sieger feiern lassen. Womit wir wieder beim entscheidenden Wörtchen "endlich" wären.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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