WRT vor WEC-LMP2-Engagement: Nächstes DTM-Team schielt auf LMDh

Nach Phoenix nun auch WRT: Das belgische Team will in den Prototypensport einsteigen - Langfristziel ist natürlich ein LMDh-Engagement, vielleicht mit Audi?

geteilte inhalte
kommentare
WRT vor WEC-LMP2-Engagement: Nächstes DTM-Team schielt auf LMDh

Die Aussicht auf ein mögliches LMDh-Herstellerprogramm treibt derzeit reihenweise ehemalige DTM- und GT3-Topteams in die Prototypenszene. Das jüngste Team, das ein LMP2-Engagement beabsichtigt, ist das belgische W-Racing-Team, besser bekannt als WRT. Schon 2021 soll es mit einem LMP2 in die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) gehen.

Teamchef Vincent Vosse macht kein Geheimnis aus seinen Zielen in der Prototypenszene. "Als ich 2010 mit dem Team begonnen habe, habe ich davon geträumt, zusammen mit Audi bei den 24 Stunden von Le Mans anzutreten", sagt er gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

"Ich habe zehn Jahre daran gearbeitet. Und wenn wir kommendes Jahr LMP2 machen, dann machen wir das, um uns auf die LMDh vorzubereiten. Die LMDh hat eine große Zukunft, da möchte ich Teil von sein." Die LMP2-basierte LMDh soll spätestens 2023 die Le-Mans-Hypercars in der neuen Topklasse "Hypercar" ergänzen.

‘¿’Das LMP2-Programm von WRT steht noch nicht fest, aber es gibt klare Ziele. Und dass Audi den Wiedereinstieg in die Le-Mans-Szene verkündet hat, wirkt als zusätzliche Motivation. Dabei würde er mit Phoenix und auch dem ehemaligen Audi-Werksteam Joest konkurrieren.

Audi-Werkspartnerschaft als Ziel

Vorgesehen ist, das bisherige DTM-Team für das LMP2-Engagement einzusetzen. Als Chassis ist ein Oreca 07 vorgesehen - das einzige Chassis, mit dem man realistische Klassensiegchancen hat.

"Noch ist nichts in trockenen Tüchern, aber die [Einstiegs-] Ankündigung von Audi sorgt dafür, dass ich das Gefühl habe, noch härter arbeiten zu müssen, um es hinzubekommen", so der 48-jährige Ex-Rennfahrer.

Dries Vanthoor, Laurens Vanthoor, Will Stevens

WRT bringt es bislang auf genau einen ELMS-Start

Foto: Lucien Harmegnies

"Am wichtigsten ist, dass wir Le Mans fahren, weil es kommerziell wichtig ist. Unsere einzige Garantie, dort zu fahren, wäre die WEC [zu bestreiten]." Alle fest eingeschriebenen WEC-Teams bekommen automatisch einen Startplatz bei den 24 Stunden von Le Mans. Weitere Plätze werden über Meistertitel in den Le-Mans-Serien vergeben, die restlichen vergibt der ACO.

WRT hat momentan Zweifel an einem DTM-Verbleib, weil bei einem LMP2-Switch kein Personal mehr vorhanden wäre. Das Team ist nach Phoenix Racing die zweite Mannschaft, die sich aus der Class 1 kommend dem Prototypensport verschreibt. Die LMP2 sind den Class-1-Boliden in Sachen Abtriebswerten und Motorleistung ähnlich, erlauben aber mehr Freiheiten beim Set-up.

Ein WEC-Engagement wäre übrigens kein Debüt in der LMP2: WRT trat schon einmal in der europäischen Le-Mans-Serie (ELMS) mit einem Ligier JS P2 mit Judd-Motor an den 4 Stunden von Spa teil. Will Stevens und die Gebrüder Dries und Laurens Vanthoor fuhren damals aus dem Stand Platz zwei ein.

Mit Bildmaterial von ITR.

Verwirrung um Le-Mans-Testtag: 2021 doch auf dem großen Kurs

Vorheriger Artikel

Verwirrung um Le-Mans-Testtag: 2021 doch auf dem großen Kurs

Nächster Artikel

Gar nicht 911: Warum der Porsche-LMDh so futuristisch aussieht

Gar nicht 911: Warum der Porsche-LMDh so futuristisch aussieht
Kommentare laden

Artikel-Info

Rennserie 24h Le Mans , WEC
Autor Heiko Stritzke