Max Neukirchner: Tortur dank Trainerschein durchgehalten

Der Sachse Max Neukirchner ist sich sicher: Ohne die richtige Vorbereitung hätte er bei den 24 Stunden von Le Mans mit nur einem Teamkollegen nicht das Ziel gesehen.

Was Max Neukirchner und Broc Parkes am vergangenen Wochenende in Le Mans geleistet haben, sucht seinesgleichen. Im YART Yamaha Official EWC Team hatte man mit einem Podestplatz beim Langstrecken-Klassiker geliebäugelt, doch diese Hoffnungen waren früh im Rennen zunichte gewesen.

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Neukirchner hatte den Start im Nassen gefahren. Als er die Box nach Ende seines Turns ansteuerte, war die Strecke in großen Teilen abgetrocknet. Kurzerhand entschied Teamchef Mandy Kainz in Rücksprache mit dem Deutschen, ihn einen Doppel-Turn fahren zu lassen. Neukirchner wusste schließlich am besten, wo es draußen noch nass war und kannte die Bedingungen. Ein Teamkollege hätte zu viel Zeit verloren, die Strecke „neu zu lernen“.

So ist's gelaufen: Die 24 Stunden in der Chronologie

Nach diesem zweiten Turn übergab er an den Australier Parkes, der brachte die Yamaha sicher zurück zum nächsten Boxenstopp. Ivan Silva übernahm, stürzte auf seiner ersten Runde und brach sich die Schulter. Faktisch haben also Neukirchner und Parkes die kompletten 24 Stunden von Le Mans zu zweit abgespult.

Am Ende holten der Deutsche und der Australier für YART den elften Platz und damit wichtige WM-Punkte.

„Ich fühle mich echt okay“, sagte Neukirchner im Gespräch mit Motorsport.com. „Das hat viel damit zu tun, dass ich mich extrem gut auf dieses Rennen vorbereitet habe.“

„Anfang letzten Jahres habe ich beim ADAC meinen Trainerschein für den Motorradsport gemacht. Das hat mir extrem viel gebracht: Zu welchen Tageszeiten trainiert man am besten, was macht man im Winter, welche Gewichte, wann Ausdauer, wann was wie essen und so weiter.“

„Es war trotzdem knallhart!“

„Ich habe mich direkt auf dieses Rennen vorbereitet“, fuhr er fort. Schon 2015 hatte er in Le Mans mit YART bis in die Nacht in Führung gelegen, dann aber hatte es ein Problem mit der Technik gegeben. Im ersten Jahr der neuen Yamaha R1 konnte das beim Langstrecken-WM-Lauf sicher passieren, dieses Jahr hat die Technik gehalten. Allerdings nicht alle Fahrer.

„Es war trotzdem knallhart“, so Neukirchner, der direkt nach dem Rennen noch fitter aussah als andere Piloten, die die Distanz zu dritt zurückgelegt hatten. „Ohne meine Vorbereitung wäre das aber nicht möglich gewesen.“

„Ich will noch Weltmeister werden!“

Und wer weiß, vielleicht sind diese zehn WM-Punkte aus Le Mans am Ende der Grundstein für das große Ziel. „Ich will noch Weltmeister werden“, hatte Neukirchner schon Wochen vor dem Event zu Motorsport.com gesagt.

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Über diesen Artikel
Rennserien FIM Endurance , Motorrad
Fahrer Max Neukirchner , Neukirchner Max
Teams Yamaha Factory Racing
Artikelsorte News
Tags AJFFC, endurance, langstrecke, le mans