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"Damit hat keiner gerechnet": Wie Kalex den KTM-Moto2-Ausstieg kommentiert

Durch den KTM-Rückzug verliert Kalex in der Moto2 2020 einen Gegner - Anfragen der KTM-Teams herrschen - Was Alex Baumgärtel zu der überraschenden Situation sagt

"Damit hat keiner gerechnet": Wie Kalex den KTM-Moto2-Ausstieg kommentiert

Am Rennsonntag beim Grand Prix von Österreich verkündete KTM CEO Stefan Pierer, dass sich die österreichische Marke 2020 als Chassis-Hersteller aus der Moto2-Klasse zurückziehen wird. Und prompt holte Brad Binder wenige Stunden später den ersten Saisonsieg und durchbrach damit die Kalex-Erfolgsserie. Die Nachricht über den Rückzug aus der Moto2 schlug dennoch in Spielberg wie eine Bombe im Fahrerlager ein und zieht einige Auswirkungen nach sich.

Aktuell setzen fünf Teams auf KTM-Motorräder (mit insgesamt neun Bikes). Das sind Aki Ajo, das American-Team, Kiefer, Tech 3 und das Angel-Nieto-Team. Kiefer-Racing hat für 2020 keinen Startplatz bekommen und wird nicht mehr in der Moto2 vertreten sein. Und das Tech-3-Team von Herve Poncharal hat sich für einen Wechsel in die Moto3-Klasse entschieden. Bleiben somit noch Ajo, das Angel-Nieto-Team und das American-Team, die einen neuen Chassis-Partner suchen.

Neben Klassenprimus Kalex sind noch Speed Up, NTS und MV Agusta mit je zwei Motorrädern in der Moto2-Klasse vertreten. "Anfragen herrschen, aber mehr kann ich derzeit noch nicht dazu sagen", sagt Kalex-Mitbegründer Alex Baumgärtel im Gespräch mit 'Motorsport.com'. "Die Situation ist so frisch, um wirklich eine Entscheidung zu treffen. Das muss sich jetzt erstmal alles setzen. Damit hat keiner gerechnet. Natürlich macht man sich Gedanken, aber es ist noch zu früh, um einen Kommentar abzugeben."

Verträge mit bestehenden Teams in Spielberg verlängert

Seit 2017 war KTM in der Moto2 vertreten und konnte Kalex herausfordern. Deswegen findet es Baumgärtel schade, dass ein Wettbewerber wegfallen wird. "Ich war schockiert und bin es noch immer", sagt er über die überraschende Ankündigung von Pierer. "Damit habe ich absolut nicht gerechnet. Ich weiß auch nicht, was ich davon halten soll. Es war ein guter Wettbewerb, speziell im letzten Jahr. Wir hatten tolle Rennen und es werden immer noch tolle Rennen gezeigt. Den Ausstieg finde ich schade."

 

Im Prinzip hat Kalex in Spielberg die Planungen für das nächste Jahr abgeschlossen - noch bevor KTM den Ausstieg verkündet hat. "Wir haben hier alle Verträge mit unseren existierenden Kunden gemacht", bestätigt Baumgärtel. Aktuell arbeitet Kalex mit den Teams Intact GP, Marc VDS, Gresini, Pons, dem Honda-Team-Asia, Italtrans, SAG, Petronas-Sprinta, VR46 und Tasca zusammen. Das sind 17 Motorräder. Die Verträge mit diesen Mannschaften sind für 2020 unter Dach und Fach.

"Wir hatten in der Vergangenheit schon mal 24 Motorräder. Die Anzahl ist eigentlich nicht die Frage, das würden wir hinbekommen", meint Baumgärtel. Trotzdem hält der Techniker fest, dass man sich erst intern beraten muss, wie man mit den Anfragen der KTM-Teams umgehen soll oder kann. Delikat ist die Situation von Ajo, denn die finnische Mannschaft hat bekräftigt, dass man auch in Zukunft ein enger Partner von KTM und Red Bull sein wird, auch wenn man ein anderes Chassis fahren wird.

Wäre es deshalb für Kalex überhaupt begrüßenswert, das Ajo-Team wieder mit Chassis auszustatten? 2015 und 2016 wurde das Ajo-Team mit Johann Zarco und Kalex-Chassis Weltmeister. Das war aber noch vor dem KTM-Einstieg. "Wie gesagt, die Situation ist noch zu frisch, um eine Aussage treffen zu können", so Baumgärtel. "Ich muss mich auch mit meinen Partnern zu Hause zusammensetzen und besprechen, was können und was wollen wir machen. Mal schauen. Ich habe noch keine klare Meinung zu dieser Situation."

Mit Bildmaterial von LAT.

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Rennserie Moto2
Autor Gerald Dirnbeck